Bitcoin handelt am Freitagmorgen bei rund 64.300 US-Dollar und liegt auf 24-Stunden-Sicht nahezu unverändert. Ein kurzer Anstieg auf 65.300 US-Dollar wurde schnell wieder abverkauft. Ähnlich unspektakulär verhält es sich bei den größten Altcoins: Ethereum notiert bei 1.900 US-Dollar, Solana bei 74 US-Dollar und XRP bei 1,08 US-Dollar. Uniswap sticht mit einem Plus von 14 Prozent als Tagessieger hervor. Zcash zählt mit einem Minus von vier Prozent dagegen zu den größten Verlierern.
KI-Aktien mit Erholungsrallye
Während der Krypto-Markt seitwärts läuft, erholten sich Technologie- und Halbleiteraktien gestern deutlich. Der Nasdaq 100 beendete seine sechstägige Verlustserie, während der südkoreanische Kospi zeitweise um 17 Prozent zulegte. Samsung und SK Hynix gewannen jeweils mehr als 20 Prozent.
Hinter dem vorherigen Einbruch stand auch der stark gehebelte Situational Awareness Fund von Leopold Aschenbrenner. Der ehemalige OpenAI-Mitarbeiter hatte den Fonds erst 2024 gegründet, um gezielt auf den KI-Infrastruktur-Boom zu setzen und dabei stark konzentrierte Positionen in wenigen Large-Cap- und Mid-Cap-Techwerten aufzubauen. Der hohe Leverage wurde ihm nach dem jüngsten Kursrutsch nun zum Verhängnis. Das Public Book des Fonds, also das Portfolio börsennotierter Aktien, wurde in Gänze an TradFi-Gigant Citadel verkauft. Die notgedrungenen Positionsauflösungen dürften den Abverkauf bei KI-Aktien zusätzlich verstärkt haben. Die privaten Beteiligungen verbleiben jedoch im Fondsvermögen.
Ist der Weg für Bitcoin jetzt frei?
Mit dem Verkauf des Portfolios könnte ein wichtiger technischer Belastungsfaktor verschwunden sein. Der KI-Crash ist damit zwar nicht endgültig vom Tisch, das Risiko weiterer erzwungener Verkäufe dürfte aber deutlich gesunken sein.
Für Bitcoin wäre das grundsätzlich positiv – schließlich schwebte die Möglichkeit eines massiven KI-Aktien-Crashs wie ein Damoklesschwert über der Kryptowährung. Während des Aktienausverkaufs zeigte BTC sogar relative Stärke, hat die anschließende Erholung bislang jedoch nicht mitgemacht. Sollte sich die Stimmung bei Risk Assets weiter verbessern, könnte Bitcoin aufholen.
Dafür müsste der Kurs zunächst den Bereich zwischen 65.000 und 66.000 US-Dollar nachhaltig zurückerobern. Gelingt der Ausbruch, könnte die aktuelle Seitwärtsphase in den nächsten Aufwärtsimpuls übergehen. Auch der jüngste Zinsentscheid der US-Notenbank liefert den Bitcoin-Bullen aktuell Futter.
