Wer Bitcoin oder Ether für Kunden hält oder handelt, benötigt Verwahrlösungen, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen genügen und Handelspartner, die institutionellen Standards entsprechen.
Als Teil der Gruppe Deutsche Börse, bietet die Crypto Finance Group institutionellen Kunden professionelle Lösungen für digitale Vermögenswerte. Die Gruppe besteht aus der Crypto Finance AG, die von der FINMA in der Schweiz reguliert wird und Handels-, Verwahrungs- und Wallet-Dienste anbietet. Sowie der Crypto Finance (Deutschland) GmbH, die von der BaFin in Deutschland reguliert wird und das Angebot an Handels- und Verwahrungsdiensten in Europa unter dem MiCAR-Regelwerk erweitert.
Seit dem 1. Juli 2026 verstärkt Laura Hermann die Geschäftsführung des deutschen Unternehmens. Sie betont: “Digitale Assets, darunter Krypto, gewinnen als eigenständige Assetklasse weiter an Bedeutung. Für viele institutionelle Anleger stehen dabei nicht kurzfristige Preisentwicklungen im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, Portfolios durch zusätzliche Renditequellen und Diversifikationseffekte breiter aufzustellen.”
Erfahrung aus dem institutionellen Asset Management
Hermann kennt den Bedarf der Branche aus einer anderen Perspektive. Vor ihrem Wechsel verantwortete sie bei BlackRock in Deutschland das Business Development der Technologielösungen des Vermögensverwalters in der DACH-Region und Osteuropa. Zuvor war sie Executive Managing Director beim Fintech Verifino. Mit ihrer Bestellung ist die Geschäftsführung der deutschen Gesellschaft komplett; ihr gehören außerdem Moritz Weber und Christian Müller an.
Ihr Mandat umfasst die Expansion im MiCAR-regulierten europäischen Markt, den Ausbau strategischer Kundenbeziehungen und die Weiterentwicklung der Vertriebsorganisation. Daneben unterstützt Hermann auch die Expansion in ausgewählte internationale Märkte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Lateinamerika, wo die Nachfrage nach digitalen Assets, Stablecoins und Blockchain-basierten Finanzdienstleistungen in mehreren Märkten deutlich zunimmt.
Stijn Vander Straeten, CEO der Crypto Finance Group, verweist auf Hermanns “tiefes Verständnis für institutionelle Kunden, Kapitalmärkte und digitale Vermögenswerte”. Ihre Expertise solle dazu beitragen, die “Position als vertrauenswürdiger Partner für Banken, Finanzinstitute und professionelle Investoren weiter zu stärken.”
Erste Priorität: Infrastruktur für Stablecoins bzw. E-Money-Token
Nach den ersten Wochen im Amt benennt Hermann zwei Themen, die derzeit den Großteil der Kapazitäten binden. Das erste ist der Bereich Stablecoins bzw. E-Money-Token: “Wir sehen derzeit, dass sich diese als neue Assetklasse innerhalb des Digital-Asset-Ökosystems zunehmend etabliert.” Sowohl Unternehmen als auch Finanzinstitute wollten darauf vorbereitet sein.
Als regulierter Anbieter von Wallet-Infrastruktur und Handels- sowie Verwahrlösungen stellt Crypto Finance für ihre Kunden und die Deutsche Börse Gruppe ein “wesentliches Entry-Gate” hierfür sowie für andere Digitale Assets dar. Crypto Finance konzentriert sich darauf, die notwendige technische Basis und Serviceinfrastruktur bereitzustellen. In das Projekt sei in den vergangenen Monaten erheblich investiert worden; es werde auch 2027 von besonderer Bedeutung sein. Mittelfristig erwartet Hermann, dass sich für die Finanzindustrie durch die Adoption von E-Money-Token neue Geschäftsmodelle eröffnen werden.
Zweite Priorität: Regulierung in der Praxis
Das zweite Schwerpunktthema ist die kontinuierliche Umsetzung der verhältnismäßig jungen Regulierung, zum Beispiel der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte “MiCAR”. “Während Crypto Finance die MiCAR-Lizenz schon seit Anfang 2025 hält, sind zahlreiche Finanzinstitute und andere Marktteilnehmer derzeit noch dabei, diese zu erwerben, um ihren Kundinnen und Kunden künftig Zugang zu Krypto-Assets anbieten zu können”. Kunden schätzen die damit verbundene Expertise von Crypto Finance. So sei die Kundenbasis im vergangenen Jahr nochmals deutlich ausgebaut worden, und die Nachfrage nach institutionellen Verwahr- und Handels-Lösungen bleibe stark. “Deshalb sind wir fest davon überzeugt, dass die eigentliche Krypto-Adoption in Europa jetzt erst richtig an Fahrt aufnimmt”, sagt Hermann.
Als weiteres Beispiel nennt Hermann die Travel Rule Verordnung, die Krypto-Dienstleister verpflichtet, bei Wert-Transfers Angaben zu Absender und Empfänger zu übermitteln. “Auch wenn das Thema vielleicht nicht zu den spektakulärsten Aspekten der Branche gehört, stellt es die Branche und unsere Kunden vor große, operative Herausforderungen und bietet Raum für neue Industrie-Standards”, sagt sie.
Der regulatorische Vorsprung des Unternehmens ist dabei ein Wettbewerbsfaktor. Anfang 2025 gehörte Crypto Finance zu den ersten Unternehmen in der EU, die eine MiCAR-Lizenz für den europäischen Markt erhielten. Die Schweizer Muttergesellschaft Crypto Finance AG wird von der FINMA reguliert und ist zudem als Kryptoverwahrer für ETP-Emittenten der SIX zugelassen.
Ausblick: Regulierung als Grundlage für institutionelle Adoption
Konkrete Prognosen für die kommenden drei bis fünf Jahre hält Hermann angesichts der Dynamik der Branche für schwierig. Zwei Entwicklungen sieht sie jedoch als belastbar: die wachsende Bedeutung von Krypto als Assetklasse, wie sie sich vielfach in Portfolioallokationen zeigt, und die neuen Möglichkeiten, die E-Money-Token der Finanzindustrie eröffnen.
Für ihren eigenen Wechsel in die Branche sei entscheidend gewesen, dass inzwischen die regulatorischen Voraussetzungen für eine breite institutionelle Adoption geschaffen sind. “Dadurch befindet sich die Branche weltweit, insbesondere aber in Europa, aktuell an einem sehr spannenden Wendepunkt”, sagt Hermann.
Für Crypto Finance ergibt sich daraus ein klar umrissener Auftrag: die Infrastruktur bereitzustellen, über die Banken und Vermögensverwalter ihren Kunden den Zugang zu Krypto und anderen Digitalen Assets ermöglichen.
Link zur Crypto Finance (Deutschland) Webseite: Home – Crypto Finance Germany –
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