Auf Prognosemärkten wie Polymarket oder Kalshi können Anleger ihr Glück versuchen und Geld auf die verrücktesten Dinge setzen. In den USA stehen diese Glücksspielanbieter jedoch immer mehr in der Kritik und einige Staaten versuchen sie zu verbieten. Das hält Krypto-Börsen wie Binance US und Blockchain.com aber nicht davon ab, sich um die erforderliche Genehmigung für eine Zulassung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu bemühen. Immerhin steckt dahinter ein enormer Wachstumsmarkt mit Milliardenumsätzen.
72 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen in einem Monat
Allein die beiden führenden Anbieter Polymarket und Kalshi verzeichneten innerhalb von nur acht Monaten eine Vervierfachung des monatlichen Handelsvolumens von zusammengenommen 17 Milliarden US-Dollar im Januar auf 72 Milliarden US-Dollar im September 2026. Das Handelsvolumen am klassischen Krypto-Spotmarkt ging dagegen im selben Zeitraum um gut 18 Prozent zurück.
Für Krypto-Börsen eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihre Einnahmen unabhängiger von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu machen. Mit Prognosemärkten können die Krypto-Börsen ganzjährig stabile Umsätze erzielen, die nicht von starken Kursschwankungen und der Aktivität des Krypto-Marktes abhängen. Wie viel von dem Handelsvolumen am Ende bei den Plattformen hängen bleibt, hängt jedoch maßgeblich von deren Gebührenmodell ab.
Sportwetten oder Finanzprodukte?
Doch in den USA ist umstritten, ob solche Geschäfte überhaupt als Finanzhandel gelten oder unter die Glücksspielgesetze der einzelnen Bundesstaaten fallen. Die Anbieter solcher Prognosemärkte argumentieren, dass sich die Wetten bereits vor dem Eintreten des Ereignisses wieder an andere Marktteilnehmer verkaufen lässt und es sich somit um einen Finanzkontrakt handelt, der unter die Aufsicht der amerikanischen Terminmarktbehörde CFTC fällt.
Einzelne US-Bundesstaaten sehen das allerdings anders und verlangen die Einhaltung ihrer Glücksspielgesetze und gegebenenfalls eine Sportwettenlizenz. Die derzeit ausgefochtenen Klagen dürften von den Krypto-Börsen entsprechend intensiv verfolgt werden. Je nach Ausgang der Rechtsstreitigkeiten könnte es ihnen den Zugang zum milliardenschweren Prognosemarkt erleichtern oder erheblich schwieriger machen.
