Insiderhandel im Visier 

Pentagon untersagt Wetten auf Prognosemärkten

Ein Soldat soll mit Wissen über eine geheime Operation 400.000 US-Dollar auf Polymarket verdient haben. Jetzt zieht das US-Verteidigungsministerium Konsequenzen.

Ludwig Schlick
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Pete Hegseth

Beitragsbild: picture alliance

| Das Pentagon verbietet seinen Mitarbeitern Wetten mit nicht öffentlichen Informationen

Das US-Verteidigungsministerium verbietet seinen Mitarbeitern künftig, mit nicht öffentlichen Informationen auf Prognosemärkten zu wetten. Verteidigungsminister Pete Hegseth richtete am Dienstag ein entsprechendes Memo an die Führungsebene und die nachgeordneten Behörden.

Untersagt sind künftig sämtliche Finanzgeschäfte auf Grundlage nicht öffentlicher Informationen, ausdrücklich auch auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi. Das Verbot gilt dabei nicht nur für Verschlusssachen, sondern auch für unklassifizierte interne Informationen.

Hegseth begründete den Schritt hauptsächlich mit zwei Punkten. Zum einen stünden diese Märkte unter ständiger Beobachtung rivalisierender Staaten, die dort nach strategischen Hinweisen suchen. Für die Truppen gehe es dabei um eine reale Schutzwirkung: Ihr Überleben hängt oft schlicht daran, dass der Gegner bis zuletzt im Unklaren darüber bleibt, was bevorsteht.

Zum anderen gehe es um das Urteilsvermögen der eigenen Leute. Ein Logistiker, der Geld auf ein Angriffsdatum gesetzt habe, habe ein Interesse an diesem Datum, schreibt Hegseth. Ein Analyst mit einer Position auf einen Ausgang habe ein Interesse an diesem Ausgang.

Ein Fall gab den Anstoß

Hintergrund ist die Anklage gegen den US-Soldaten Gannon Ken Van Dyke im April. Er soll an der Planung und Durchführung der Operation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beteiligt gewesen sein und sein Vorwissen anschließend genutzt haben, um auf Polymarket über 400.000 US-Dollar zu verdienen. Van Dyke bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Ein ähnlicher Fall beschäftigte im Februar die israelische Justiz. Dort wurden ein Reservist und ein Zivilist angeklagt, weil sie mit Kenntnissen über israelische Angriffe auf den Iran auf Polymarket gewettet haben sollen.

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