Ripple Labs schließt sich mit dem Schweizer Finanzinstitut Arf zusammen, um kurzfristige Betriebsmittelkredite direkt über den XRP Ledger bereitzustellen. Die neue Partnerschaft verknüpft die Krypto-Infrastruktur mit einem etablierten Zahlungsgeschäft, das ein jährliches Abwicklungsvolumen von rund 10 Milliarden US-Dollar aufweist. Als primäres Finanzierungsinstrument für lizenzierte Anbieter im internationalen Zahlungsverkehr soll der hauseigene Stablecoin Ripple USD (RLUSD) dienen.
In der Praxis stehen Zahlungsdienstleister regelmäßig vor dem Problem, dass sie in Zielmärkten vorab Liquidität bereitstellen müssen, bevor die Kundengelder endgültig verbucht sind. Arf schließt diese Lücke durch gezielte Zwischenfinanzierungen mit Laufzeiten von ein bis fünf Tagen. Weil das Betriebskapital im Schnitt viermal pro Monat umgeschlagen wird, ließe sich derselbe Ripple-USD-Bestand fortlaufend für mehrere Transaktionswellen wiederverwenden. Die Vergabeentscheidungen und die Bonitätsprüfungen verbleiben vollständig bei Arf.
XRPL-Lending benötigt noch Validator-Zustimmung
Über die reine Liquiditätsbereitstellung hinaus bereitet die Kooperation den Boden für das geplante native Kredit-Protokoll des XRP Ledgers. Die technische Architektur kombiniert sogenannte Single Asset Vaults zur Bündelung von Kapital mit einem eigenen Lending-Mechanismus für strukturierte Darlehen. Im Gegensatz zu den sonst im DeFi-Bereich üblichen, stark überbesicherten Modellen setzt dieses Protokoll auf klassische Offchain-Kreditprüfungen.
Arf hat die eigenen Systeme bereits an diese Schnittstelle angepasst, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Für die Aktivierung auf der Chain fehlt allerdings noch die notwendige Zustimmung der Netzwerk-Validatoren. Bei einer Abstimmung am 20. Oktober sprachen sich 19 der erforderlichen 29 Validatoren für die Aktivierung des Lending-Protokolls aus, das Single-Asset-Vault-Modul erreichte hingegen 21 Stimmen. Der Vorstoß reiht sich in Ripples jüngste Initiativen zur Verankerung von RLUSD im TradFi-Sektor ein. Zuletzt kündigte das Unternehmen Allianzen mit DriveWealth für die Anbindung an Brokerage-Strukturen sowie mit Privy für automatisierte Transaktionen an.

