Größtes Upgrade 

Celestia bringt Fibre aufs Mainnet und verfünfzehnfacht die Kapazität

Zwei Jahre Entwicklung, ein neues Verfahren zur Datenkodierung und die 15-fache Kapazität: Celestia hat sein bislang größtes Upgrade scharfgeschaltet.

Ludwig Schlick
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Celestia auf Smartphone

Beitragsbild: Picture Alliance

| Celestia will Blockspace für KI-Agenten und tokenisierte Finanzmärkte bereitstellen

Celestia hat am Dienstag sein Datenprotokoll Fibre auf dem Mainnet aktiviert. Das Projekt bezeichnet es als größtes Upgrade seit dem eigenen Start. Zum Launch steigt die Kapazität auf 150 Megabyte pro Sekunde, was dem 15-Fachen des bisherigen Werts entspricht und nach Angaben des Teams rund 800.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglicht.

Hinter Fibre stecken zwei Jahre Forschung und ein neues Verfahren zur Datenkodierung namens ZODA. Nach Angaben von Celestia verarbeitet es Daten 881-mal schneller als die bislang verbreiteten Verfahren auf KZG-Basis. Die wissenschaftliche Grundlage lieferte ein Paper der Forscher Alex Evans, Nicolas Mohnblatt und Guillermo Angeris.

Technisch verlagert Fibre die eigentliche Arbeit weg von der Blockchain. Die Daten wandern direkt zu den Validatoren, auf der Kette landen nur ein Fingerabdruck und die Signaturen. Erst wenn Validatoren mit zwei Dritteln der Stimmgewichte bestätigt haben, dass sie die Daten vorhalten, gilt der Vorgang als abgeschlossen. Die Kette muss damit nur mit den Bestätigungen Schritt halten, nicht mit den Datenmengen dahinter.

Zwischen Testlabor und Realität liegt ein weiter Weg

Für Schlagzeilen hatte zuvor ein Belastungstest gesorgt, bei dem Fibre 3,07 Terabit pro Sekunde erreichte. Rechnerisch wären das fast zwei Milliarden Transaktionen pro Sekunde, sämtliche Visa-Zahlungen des Jahres 2025 ließen sich in gut zwei Minuten abwickeln.

Die 150 Megabyte entsprechen etwa 1,2 Gigabit pro Sekunde, der Benchmark lag damit rund beim 2.500-Fachen. Getestet wurde auch auf 120 Validatoren, die allesamt auf AWS-Maschinen liefen, über ein Zeitfenster von 143 Sekunden. Celestia will die Kapazität nach eigenen Angaben mit der Nachfrage wachsen lassen.

Die Begründung für den Aufwand liefert das Projekt gleich mit. Die kommende Welle an Aktivität werde nicht von Menschen ausgelöst, die Knöpfe drücken, schreibt Celestia auf X. Erwartet würden stattdessen KI-Agenten, die pro Programmaufruf zahlen, sowie Märkte, die sich im Millisekundentakt aktualisieren.

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