Digitalisierung der Finanzbranche: Bankenverband debattiert über Bitcoin

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Innerhalb des digitalen Agenda Ausschusses des Bankenverbands vom 11.11.2015 wurde im Fachgespräch „Digitalisierung der Finanzbranche“ über den möglichen Einfluss von FinTech Unternehmen auf die Bankenbranche debattiert und erörtert, welche Vor- und Nachteile sich aus einer Zusammenarbeit von Banken und FinTech Unternehmen ergeben könnten. Bestandteil der Debatte war u.a. auch Bitcoin und die Blockchain-Technologie. Ein Protokoll der Antworten des Bankenverbandes auf die aus dem Ausschuss resultierenden Fragen wurde auf dem Blog des Deutschen Bundestags veröffentlicht.

„FinTech Unternehmen etablieren sich zunehmend als fester Teil der Finanzbranche. Die Geschäftsmodelle sind so vielfältig wie die der Banken selbst. Trotz Wettbewerb sind sie der natürliche Partner der privaten Banken. Aus diesem Grund hat der Vorstand des Bankenverbandes beschlossen, FinTechs zukünftig zu ermöglichen, als außerordentliche Mitglieder im Bankenverband mitzuwirken,“ so der Bankenverband.

Auf die Frage, wie der Bankenverband den Einfluss von FinTech Unternehmen und insbesondere von Bitcoin und der Blockchain auf den Finanzsektor derzeit einschätzt, insbesondere nach dem EuGH Urteil zur Versteuerung von Bitcoin, antwortete der Verband wie folgt:

„Der EuGH leitet die Umsatzsteuerfreiheit für Bitcoins aus der Feststellung her, dass Bitcoins wie gesetzliche Zahlungsmittel verwendet werden können. Losgelöst von der Frage, in welchem Maße Verbraucher und Unternehmen tatsächlich bereit sein werden, sich auf diese Form der Zahlungen einzulassen, wie praktikabel sie im Alltag ist und wie Notenbanken und andere staatliche Stellen auf ein breites Vordringen von virtuellen Währungen reagierten, könnten sich nach erster Einschätzung für die Emittenten von virtuellen Währungen aus der Beurteilung des EuGH bankaufsichtliche Konsequenzen ergeben.
Einen besonderen Ansatz für die genannten Konzerne, gerade Zahlungsdienste über virtuelle Währungen anzubieten, sehen wir derzeit nicht.

Viel relevanter für die Entwicklungen der Finanzdienstleistungsbranche ist aus unserer Perspek-tive die hinter den Bitcoins liegende Blockchain-Technologie. Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, die gesamten heutigen Abwicklungssysteme z. B. im Wertpapierbereich, möglicher-weise auch im Zahlungsverkehr, zu revolutionieren.

Kundenreaktionen und künftige Nutzungsmuster (z. B. hinsichtlich präferierter Zahlungssysteme oder der Wertschätzung und der Beurteilung von Datenschutz und Datensicherheit) können aber heute noch nicht abgeschätzt werden. In Abhängigkeit von diesen Entwicklungen und je nach regulativer Einbettung können sich für Banken und andere streng regulierte Anbieter aus der Nutzung der Blockchain-Technologie Chancen oder Risiken ergeben.“

Der Bankenverband

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins und beschäftigt mehr asl 160 Mitarbeiter. Gegründet wurde der heute in Berlin ansässige Verband 1951 in Köln und gilt als Nachfolge für den Centralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes. Zu den Mitgliedern des Vereins gehören mehr als 200 Banken und elf Landesverbände. Der Vorstand des Bankenverbands besteht aus je einem Vorstandsmitglied der Großbanken, vier Mitglieder von Regionalbanken, zwei Privatbankiers sowie ein Vertreter der Auslandsbanken.

Zu den Aufgaben des Bankenverbandes gehört hauptsächlich die Information seiner Mitgliedsbanken und Verbände, die Lobbyarbeit in der Politik, die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und die Teilnahme an der öffentlichen Meinungsbildung. Darüber hinaus vertritt der BdB Forderungen zum Bürokratieabbau, zur Reduzierung der Staatsverschuldung und zur europäischen Integration.

BTC-Echo

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