Für Solana steht mit der Aktivierung des für heute auf 16 Uhr geplanten Alpenglow-Upgrades die größte Neuerung seit 2020 bevor. Das hauptsächliche Ziel ist die Beschleunigung der Transaktionsbestätigung von sechs Sekunden auf 150 Millisekunden, was einer Beschleunigung um das 40-Fache entspricht. Dafür wird der bisherige Konsensmechanismus grundlegend verändert.
Deutliche Beschleunigung für Solana
Die größte technische Neuerung betrifft das sogenannte Validator-Voting. Bislang müssen die Validatoren ihre Abstimmungen als eigene Transaktionen auf der Blockchain hinterlegen. Erst wenn genügend Stimmen zusammenkommen, gilt ein Block als endgültig bestätigt. Alpenglow ersetzt dieses Verfahren jetzt durch das neue Protokoll Votor. Dabei tauschen die Validatoren ihre Stimmen künftig direkt untereinander aus und bündeln sie zu digitalen Bestätigungen. Erreicht ein Block bereits in der ersten Abstimmungsrunde eine Zustimmung von mindestens 80 Prozent des eingesetzten Stakes, finalisieren ihn die Validatoren direkt. Andernfalls ist eine zweite Runde vorgesehen, in der unter bestimmten Voraussetzungen bereits 60 Prozent ausreichen.
Davon könnten vor allem dezentrale Handelsplattformen und Zahlungsanbieter profitieren, die auf schnelle Transaktionsbestätigungen angewiesen sind. Die Umstellung bringt aber auch den Validatoren finanzielle Vorteile. Bislang zahlen sie für ihre regelmäßigen Abstimmungen Gebühren von zwei SOL pro Tag. Künftig fällt stattdessen eine Pauschale von 0,8 SOL für einen Zeitraum von ungefähr 24 Stunden an, womit die Kosten um etwa 60 Prozent sinken.
Nach gescheitertem Test folgt die entscheidende Bewährungsprobe
In der Vorbereitung auf das Solana-Update zeigte sich jedoch bereits, dass ein Umbau dieser Größenordnung innerhalb einer laufenden Blockchain nicht ohne Risiken ist. Seit Mai musste das Testnetz insgesamt sechsmal neu gestartet werden. Bei einem ersten Versuch, auf das neue Konsensverfahren umzusteigen, scheiterte die Migration sogar vollständig und wurde anschließend rückgängig gemacht. Ob das für heute angedachte Update die Transaktionsbestätigung letztendlich auf die 150 Millisekunden bringt, wird sich entsprechend erst nach der Aktivierung unter realen Netzwerkbedingungen zeigen.
