Militärskandal 

Krypto-Unternehmer entführt: Drei Soldaten unter Verdacht

In Kanada müssen sich sieben Männer wegen der Entführung eines Krypto-Unternehmers verantworten. Was hatten sie mit ihrem Opfer vor?

Jan-Malte Minnerup
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Ein kanadisches Polizeiauto vor einem großen Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Ein Großteil der sichergestellten Munition stammt mutmaßlich aus Beständen der kanadischen Streitkräfte

Ein Krypto-Unternehmer wird auf offener Straße entführt, mit einer Schusswaffe bedroht und misshandelt. Was sich im Juli in der kanadischen Millionenstadt Toronto ereignete, entwickelt sich zu einem echten Militärskandal, denn unter den sieben Tatverdächtigen befinden sich drei Angehörige der kanadischen Streitkräfte. Bei anschließenden Durchsuchungen entdeckten Ermittler zahlreiche Waffen und Tausende Schuss Munition, die größtenteils aus Militärbeständen stammen.

Entführer wollten an Kryptowährungen gelangen

Laut Polizeibericht entführten mehrere bewaffnete Männer den Betreiber einer ungenannten Krypto-Börse, als er sich seinem Fahrzeug näherte. Anschließend sollen die Täter ihn misshandelt haben, um Zugang zu seinen Kryptowährungen und den Sicherheitssystemen seines Unternehmens zu erhalten.

Später ließen die Entführer den Mann mit leichten Verletzungen und der Warnung wieder frei, er solle sich keinesfalls an die Polizei wenden. Ob die Täter tatsächlich Kryptowährungen erbeuteten, ist bislang nicht bekannt. Inzwischen hat die Polizei aber sieben Verdächtige im Alter zwischen 22 und 29 Jahren ausfindig gemacht und Anklage in 82 Punkten gestellt.

Tausende Schuss Munition aus Militärbeständen entdeckt

Unter den sieben Tatverdächtigen befinden sich mit Talarambage Fernando, James Moreau und Jack Miley auch drei Angehörige der kanadischen Streitkräfte. Die Männer dienten als Reservisten beim 7. Toronto-Regiment und wurden nach ihren Festnahmen vom Dienst freigestellt. Außerdem wurde ihr Zugang zu militärischen Einrichtungen eingeschränkt.

Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler mehrere Schusswaffen sicher, darunter zwei Pistolen mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker. Dazu kommen Schalldämpfer, GPS-Ortungsgeräte, Handschellen und größere Mengen Drogen. Am auffälligsten war jedoch der Fund von mehr als 2.700 Schuss Munition, von denen 2.500 aus Beständen der kanadischen Streitkräfte stammen.

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