Nach überraschend hohen US-Inflationsdaten und einem Ausverkauf bei Technologieaktien fiel der Bitcoin-Kurs zeitweise unter 80.000 US-Dollar, bevor eine Erholung auf rund 82.000 US-Dollar einsetzte. Einen Teil seiner Verluste konnte die größte Kryptowährung am Markt dementsprechend wieder gutmachen, bei Ethereum und Solana sah die Entwicklung dagegen zuletzt deutlich schwächer aus. ETH stand zeitweise 18 Prozent unter seinem lokalen Hoch aus Ende September und bei SOL waren es sogar 20 Prozent. Ob sich die allgemeine Erholung am Krypto-Markt fortsetzt, dürfte auch von den anstehenden Konjunkturdaten abhängen. Knapp eine Woche vor dem nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank könnten die US-Arbeitsmarktdaten wichtige Impulse für den weiteren Kursverlauf liefern.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Woche
Eröffnet wird die neue Handelswoche am Montag von den Wachstumszahlen aus China. Am Dienstag stehen die Quartalszahlen von Netflix an, bevor am Mittwoch Tesla und Meta ihre Geschäftsergebnisse vorlegen. Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Zum Wochenschluss am Freitag werden die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global und die endgültigen Oktober-Daten zur Verbraucherstimmung der Universität Michigan veröffentlicht. Die neuen Konjunkturdaten könnten kurz vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am 28. Oktober noch einmal Bewegung in die Zinserwartungen und damit auch in den Krypto-Markt bringen.
Chinas Wachstumszahlen zum Wochenstart
Montag, 19. Oktober: Um 04:00 Uhr (MESZ) veröffentlicht das Nationale Statistikamt Chinas das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal 2026. Im zweiten Quartal war die chinesische Wirtschaft im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gewachsen. Für das dritte Quartal rechnen die Ökonomen mit einem leichten Anstieg auf 4,4 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal wird ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet. Damit bliebe die Entwicklung allerdings hinter dem Wachstumsziel der chinesischen Regierung von 4,5 bis 5,0 Prozent zurück.
Ein Ergebnis oberhalb der Erwartungen könnte die zuletzt angeschlagene Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten verbessern. Zuletzt hat der südkoreanische KOSPI seit seinem Hoch im Juni etwa 40 Prozent korrigiert. Schwächere Zahlen würden die Kurse dagegen weiter belasten und neue Zweifel an der weltweiten Konjunkturentwicklung wecken.
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag
Donnerstag, 22. Oktober: Um 14:30 Uhr (MESZ) veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Sie gehört zu den aktuellsten Indikatoren für die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. In der Vorwoche stieg die Zahl lediglich um 1.000 auf 199.000 Anträge pro Woche und für die kommende Veröffentlichung wird ein Anstieg in der gleichen Größenordnung auf rund 200.000 erwartet. Auch die fortgesetzten Anträge lagen zuletzt mit 1,71 Millionen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Im September entstanden lediglich 29.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent lag. Die niedrige Zahl der Erstanträge deutet entsprechend darauf hin, dass die Unternehmen trotz zurückhaltender Neueinstellungen bislang nur wenige Beschäftigte entlassen. Bleiben die Anträge auf dem niedrigen Niveau, könnte das die Argumente für eine weitere Zinserhöhung stärken. Ein unerwartet deutlicher Anstieg der Anträge würde dagegen auf eine Abschwächung des Arbeitsmarktes hindeuten. Das könnte die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung dämpfen und Kryptowährungen zunächst Auftrieb geben. Bei Anzeichen einer stärkeren wirtschaftlichen Krise wären allerdings auch Kursverluste denkbar.
Einkaufsmanagerindizes zum Wochenschluss
Freitag, 23. Oktober: Um 15:45 Uhr (MESZ) veröffentlicht S&P Global die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die USA. Die monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern geben frühzeitig Auskunft über die wirtschaftliche Entwicklung im Industrie- und Dienstleistungssektor. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum, darunter eine schrumpfende Geschäftstätigkeit. Im September erreichte der zusammengesetzte Index mit 58,4 Punkten den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Der Dienstleistungsindex lag bei 58,8 Punkten und der Industrieindex bei 55,9 Punkten.
Für die Fed ist allerdings nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend. Auch die Preisentwicklung innerhalb der Umfragen dürfte genau beobachtet werden. Bereits im September hatten die Unternehmen den stärksten Anstieg ihrer Kosten seit bald vier Jahren gemeldet. Dazu kommen die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts. Die amerikanischen Erzeugerpreise lagen im September um 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Michigan-Index am Freitag
Freitag, 23. Oktober: Um 16:00 Uhr (MESZ) veröffentlicht die Universität Michigan die finale Oktober-Lesung ihres Index der Verbraucherstimmung, bei der untersucht wird, wie amerikanischen Haushalte ihre finanzielle Situation und die wirtschaftlichen Aussichten einschätzen. In der vorläufigen Oktober-Erhebung sank der Index von 48,1 auf 46,3 Punkte und näherte sich damit seinem Rekordtief von 44,8 Punkten aus dem Mai. Noch deutlicher verschlechterte sich die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage, deren Teilindex von 50,9 auf 44,7 Punkte fiel.
Für die Finanzmärkte dürften vor allem die Inflationserwartungen interessant werden. In der ersten Oktober-Befragung rechneten die Verbraucher für die kommenden zwölf Monate mit einer Teuerungsrate von 4,7 Prozent, nach 4,6 Prozent im September. Auch die langfristigen Inflationserwartungen stiegen von 3,4 auf 3,5 Prozent. Sollten die endgültigen Zahlen einen weiteren Anstieg zeigen, könnte das die Sorge der Fed vor einer dauerhaft hohen Inflation verstärken. Damit würde auch eine weitere Zinserhöhung wahrscheinlicher, was Kryptowährungen belasten könnte.
