Trezor Model T – Test und Erfahrungen

Mit dem Model T hat der tschechische Hardware-Wallet-Hersteller Trezor im Jahr 2018 ein neues Flaggschiff auf den Markt gebracht. Wir haben das Update zum Model One auf Herz und Nieren getestet.

Inhaltsverzeichnis

Touchscreen, Farbdisplay: Der Trezor Model T lässt keine Wünsche offen. Mit 189 Euro ist das Premium-Wallet aber auch nicht ganz günstig. Ob das Trezor Model T Hardware Wallet hält, was seine Entwickler versprechen, erfahrt ihr in diesem Review.

Trezor Model T Highlights

Positiv

Positiv aufgefallen ist uns sofort das Farbdisplay. Kein anderes Gerät in der Riege der Hardware Wallets verfügt über ein ansatzweise ebenbürtiges Display. Trezor hat alle physischen Tasten, die noch am Vorgänger Model One verbaut waren, gegen ein vollumfängliches Touch-sensitives Display getauscht. Gut gefallen hat uns auch der Umfang der unterstützten Coins. Mit über 1.600 Coins und Token schlägt Trezor sogar den Erzrivalen Ledger.

Negativ

Während Ledger auf dessen Live-Software Kauf, Verkauf, Staking und sogar Lending von Kryptowährungen unterstützt, sucht man ein solches Feature bei Trezor vergebens. Zudem könnte der Touch-Bildschirm etwas größer ausfallen. Nutzer mit großen Fingern dürften ihre Bedienungsschwierigkeiten haben.

Auch die Software ist ausbaufähig. Schließlich können bestimmte Coins nur mithilfe von Drittanbieter-Software wie MyEtherWallet verwaltet werden.

Bewertung

88
Nutzerfreundlichkeit
Produktangebot
Support
Software
Sicherheit

High-End-Wallet für den Bitcoin-Hodler mit Anspruch.

Testergebnis

Testergebnis im Detail

Nutzerfreundlichkeit

4.5/5

In Sachen Nutzerfreundlichkeit macht Trezor beim Model T kaum Kompromisse. Die Einrichtung ist kinderleicht und sicher. Auch Einsteiger werden kaum Möglichkeiten haben, durch Anwendungsfehler wertvolle Coins zu riskieren. Wer nicht grobe fahrlässig handelt (etwa den Seed verbaselt), verwahrt BTC mit dem Trezor Model T sicher. 

Gut gefällt uns auch die Zukunftsfähigkeit des Geräts. Während das Vorgängermodell noch mit einem Mikro-USB-Slot ausgestattet war, verfügt das Model T über USB-C und ist so für moderne Partnergeräte bestens gerüstet.

Auch das Touch-sensitive Display tut seinen Dienst; Bestätigung von BTC-Adressen, Eingabe des PIN-Codes und dergleichen funktioniert reibungslos. Ausgehende Adressen können auch als QR-Code gescannt werden. Wir finden: das verbessert die Nutzererfahrung ungemein.

Aber Obacht! Nutzer mit besonders großen Fingern klagen hier und da über Anwendungsschwierigkeiten. Hätte man den Touchscreen geringfügig vergrößert, wäre das der Handhabe durchaus zuträglich gewesen: Chance vertan.

Produktangebot

4.5/5

Mit über 1.600 unterstützten Coins und Token gewinnt Trezor das Wettrüsten gegen Ledger. Im Gegensatz zu Ledger gibt es zudem kein Speicher-Limit auf dem Gerät. Hier kommt also wirklich jeder Altcoin-Enthusiast auf seine Kosten. 

Auch fortgeschrittene Features wie die Node-Einbindung oder das Auslesen des Extended Public Key (xPub) geht bei Trezor recht einfach. Wenn es doch mal hakt, ist die Wiki-Seite zur Stelle.

Mit 189 Euro dürfte das Gerät die Kaufkraft von so manchem Bitcoiner trotz des Produktumfangs indes übersteigen. Das mit 58 Euro deutlich günstigere Model One ist in Sicherheitsfragen ebenbürtig. Es stellt sich also schon die Frage, ob die zusätzlichen Eigenschaften des Model T den Aufpreis rechtfertigen. 

Staking und Lending ist unterdessen auf der nativen Software nicht möglich. Hier müssen Hodler leider auf Drittanbieter wie Ledn oder BlockFi zurückgreifen.

Support

4.5/5

Trezor hat sowohl eine eigene Wiki-Seite inklusive Glossar, FAQ und Leitfaden für Software-Entwickler, als auch ein dediziertes Helpcenter. Dort werden auch fortgeschrittene Themen wie die Integration einer Full Node ins Trezor Setup besprochen. Obwohl Wiki und Helpcenter durchaus üppig sind, sind wir durch die Suchfunktion bei all unseren Fragen schnell fündig geworden. Leider gibt es die Wiki-Seite sowie Unterstützung bei konkreten Anfragen nur auf Englisch. Die Rückmeldung auf Support-Anfragen ist nach unserer Erfahrung aber immer flott und hilfreich.

Software

4/5

Trezor Bridge ist das Bindeglied zwischen Wallet und PC. Leider kann man viele Coins, darunter auch Ether, nicht mit Bridge verwalten. Um etwa den privaten ETH-Schlüssel auf dem Gerät abzulegen, muss der Trezor Model T mit Drittanbieter-Wallets wie MyEtherWallet verbunden werden. Das gilt übrigens auch für alle ERC-20-Token. Hier hätten wir uns für die bessere Bedienbarketi ein etwas breiteres Produktspektrum auf der nativen Software gewünscht.

BTC-Hodler kommen unterdessen voll auf ihre Kosten. So kann man etwa Unterkonten anlegen und dabei sogar auswählen, ob es sich dabei um eine Legacy- oder SegWit-Adresse handeln soll. Positiv ist auch, dass die Software Empfangsadressen jeweils nur einmal benutzt. Aus Privacy-Sicht ist das ein wertvolles Feature.

Sicherheit

4.5/5

Bei der Erstellung des Backup Seed lässt Trezor nichts anbrennen. Warnungen wie “Mache niemals eine digitale Kopie deines Seeds” schützen Nutzer vor sich selbst und können so Coin-Verlust vorbeugen. Was uns besonders gut gefällt, ist, dass sicherheitsrelevante Anleitungen wie das Erstellen des Seeds auf dem Display des Trezor Model T angezeigt werden. Selbst, wenn der verknüpfte Rechner mit Malware versehen worden ist, ist das Gerät noch nicht kompromittiert. 

Im Gegensatz zu Geräten der Konkurrenz ist auf dem Model T keine Firmware vorinstalliert. Jeder Nutzer muss also die neueste Firmware zunächst selbstständig aufspielen. Trezor schließt dadurch zuverlässig aus, dass Geräte innerhalb der Lieferkette Malware installiert und das Wallet so kompromittiert wird. Die zusätzliche Sicherheitsebene gefällt uns sehr gut.

Auch das Gerät selbst ist mit seiner bis zu neunstelligen PIN gut gesichert. Uns gefällt besonders gut, dass die grafische Anordnung der Ziffern auf dem Display wechselt; Angreifer könnten die PIN also nicht durch etwaige Fingerabdrücke auf dem Touch-Display erraten. Zudem wird die Empfängeradresse nicht in Gänze auf Trezor Bridge angezeigt, sondern muss noch auf dem Gerät verifiziert werden. Eine Kompromittierung des Rechners durch Malware hat also nicht automatisch den Verlust von Coins zur Folge.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Source Code. Im Gegensatz zu vielen anderen Hardware Wallets ist der Code für Bridge sowie die Firmware des Geräts quelloffen, sodass Bugs auch von außenstehenden erkannt werden können.

Leider kann man den Trezor Model T nicht airgapped betreiben. Das heißt, dass das Gerät für den Betrieb immer an einen Rechner angeschlossen werden muss, auf dem die Bridge Software installiert ist. Auch wenn uns keine Praxisfälle bekannt sind, ist die physische Verbindung zum Rechner ein mögliches Einfallstor für Malware.

Unser Test-Fazit

Mit dem Trezor Model T bekommen Bitcoiner zweifellos ein State-of-the-Art Hardware Wallet an die Hand. Das Gerät macht in puncto Sicherheit keine Kompromisse – sofern Nutzer keinen grob fahrlässigen Anwenderfehler machen, sind die Coins sicher verwahrt. Natürlich können auch Hardware Wallets keine Garantie für eine absolute Sicherheit der BTC bieten. Es sind immer potenzielle Angriffsvektoren denkbar, die zu Diebstahl oder Verlust führen können. Insgesamt macht Trezor bei dem Gerät aber fast alles goldrichtig. Die Software ist intuitiv und mit dem Touch-Display bietet das Unternehmen aus Tschechien ein hochwertiges Gerät für anspruchsvolle Nutzer. Mit 189 Euro ist das Gerät allerdings das wohl teuerste Hardware Wallet auf dem Markt. Ob der Funktionsumfang den Aufpreis rechtfertigt, muss der Nutzer selbst entscheiden.

BTC-ECHO - Redaktion
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Firmenanschrift & Website
Satoshilabs s.r.o.

Kundratka 2359/17a
18000 Praha 8
Czech Republic

Vertretungsberechtigt:

Marek Palatinus

Support:

https://trezor.io/support/

Erfahrungen mit dem Trezor Model T

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FAQ

  • Ist der Trezor Model T sicher?

    Die gesamte Infrastruktur aus Software, Firmware und Hardware verspricht größtmögliche Sicherheit. Natürlich können auch Hardware Wallets nicht jeden potenziellen Angriffsvektor ausschließen. Für Privatinvestoren bieten Hardware Wallets wie der Model T aber eine hinreichende Sicherheit. Am Ende kommt es aber darauf an, das Gerät auch ordnungsgemäß zu benutzen – hier ist dann der Anwender gefragt.

  • Wie richtet man einen Trezor Model T ein

    Zu Beginn muss man das Gerät mit einem Rechner verbinden und zunächst die Firmware installieren. Dann müssen Nutzer die sogenannte Bridge Software herunterladen. Sie dient als "Brücke" zwischen Wallet und Rechner. Sodann kann man damit beginnen, Kryptowährungen zu senden und zu empfangen.

  • Welche Coins können auf dem Trezor Model T abgelegt werden?

    Der Trezor Model T unterstützt insgesamt über 1.600 Coins und Token; darunter natürlich BTC, ETH, XRP, USDT, DOT, LTC und BNB. Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Coins, die gleichzeitig auf dem Gerät gespeichert werden können.

  • Wie funktioniert der Trezor Model T?

    Der Trezor Model T erzeugt und speichert den Private Key zu deinen Kryptowährungen. Der Key selbst bleibt immer offline. Wenn du BTC versenden willst, musst du das Gerät an den Rechner anschließen und die Software signiert die Transaktion automatisch mithilfe des Private Keys.