ZEW-Untersuchung: Kryptowährungen zu komplex für alltäglichen Gebrauch

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Experten sind pessimistisch, was den Einsatz von Kryptowährungen für den alltäglichen Handel in Deutschland angeht. Zu diesem Schluss kommt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach der Auswertung einer Umfrage zur wirtschaftlichen Bedeutung von Kryptowährungen.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist eines der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, das in ganz Europa hohes Ansehen genießt. Als gemeinnütziges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut hat es sich der ökonomischen Analyse von europäischen Markten und Institutionen verschrieben. Aus diesem Grund befragt das ZEW jeden Monat bis zu 300 Experten aus dem Banken-, Versicherungs- und Finanzbereich. Deren Einschätzungen aktueller und zukünftiger Situationen sollen Aufschluss über die derzeitige Stimmung in der Wirtschaft geben. Im Rahmen einer Sonderfrage des ZEW-Finanzmarkttests hat das ZEW im Juni eine umfassende Analyse zur Bedeutung von Kryptowährungen für die europäische Wirtschaft durchgeführt.

Pessimistische Einschätzungen für Deutschland

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Die Teilnehmer der Umfrage des ZEW sollten ihre Einschätzung darüber abgeben, für wie wahrscheinlich sie das Bezahlen mit Kryptowährungen für unterschiedliche Produkte bis Ende 2020 halten. Dabei ist das ZEW zu dem Ergebnis gekommen, dass Kryptowährungen in Deutschland als zu komplex angesehen werden, als dass sie für das Bezahlen alltäglicher Produkte eingesetzt werden könnten.

So schätzten die Befragten die Wahrscheinlichkeit, dass man in Deutschland bis Ende 2020 digitale Produkte wie Musik mit Kryptowährungen bezahlen kann, auf 23 Prozent. Das Bezahlen von „Offline-Produkten“ wie den „Coffee-to-go“ mit virtuellem Geld fanden sie sogar nur zu 13 Prozent wahrscheinlich. Die Einschätzung bezüglich Investitionsgüter wie Autos fällt noch negativer aus. So soll die Wahrscheinlich hier nur bei sechs Prozent liegen. Dementsprechend schätzen die Experten die Prognosen für Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern als erheblich pessimistischer ein.

Japan und USA sind krypto-affiner

Der Erwerb digitaler Produkte mit Kryptowährungen soll in Japan (34 Prozent) und den USA (35 Prozent) deutlich wahrscheinlicher sein. Auch alltägliche Einkäufe mit Bitcoin & Co. sollen in Japan und den USA mit 23 Prozent eine höhere Wahrscheinlichkeit haben als hierzulande. Auch größere Anschaffungen mit Kryptowährungen sollen in Japan zu 13 Prozent, in den USA zu 15 Prozent möglich sein.

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„Hinter unseren Resultaten könnte die Erwartung liegen, dass konventionelle Zahlungsmittel den Erfordernissen der Marktteilnehmer bereits weitgehend entsprechen, während Kryptowährungen bis Ende 2020 als technisch noch zu komplex für den alltäglichen Gebrauch oder die Transaktionskosten für Zahlungen in Kryptowährung als noch zu hoch bewertet werden“,

erläutert ZEW-Wissenschaftler Dr. Dominik Rehse die Resultate der Umfrage.

„Die Ergebnisse offenbaren auch die Erwartung, dass neue Finanztechnologien in Deutschland noch zurückhaltender aufgenommen werden als in anderen Ländern.“

Rund 74 Prozent der Befragten fordern die Regulierung von Kryptowährungen, die sich an bestehenden Rechtsvorgaben orientieren soll. Neun Prozent sprechen sich sogar für ein Verbot von jeglicher Blockchain-Technologie aus. Allerdings überraschen diese Ergebnis der Umfrage kaum, hält man sich vor Augen, wessen Meinung das ZEW hierfür ausgewertet hat.

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