Zerstört das Verschlüsselungs-Verbot die britische Bitcoin Industrie?

Max Kops

von Max Kops

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Die Diskussion über eine Unterbindung von Verschlüsselungssystemen wurde im Vereinigten Königreich nochmal ans Tageslicht geholt und schlägt die Alarmglocken in der Bitcoin Industrie.
Zwischen Sicherheit und Terrorismus

Zwischen Sicherheit und Terrorismus

Ein terroristisches Attentat, bei dem 30 Bürger ums Leben kamen, war offenbar Auslöser der Diskussion. Ein Mitglied des Parlaments schlug dem Premier Minister David Cameron daraufhin vor, bekannte Internetseiten und soziale Netzwerke aufzufordern, ihre Datenschutzversprechen abzuschaffen.


Die Frage, die sich nun aufwirft: Können Bitcoin Unternehmen überhaupt weiter existieren, wenn man solche Sicherheitsvorkehrungen gänzlich verbietet? Ein Unternehmen drohte bereits an, das Land zu verlassen. Weitere könnten folgen…

Eine lange Zeit steht bevor

Der Einwand wird seit Januar diskutiert, als Cameron in einer Rede erklärte, dass es immer möglich gewesen sei, Kommunikationen unter bestimmten Bedingungen zu überwachen.

“Möchten wir es wirklich zulassen, dass wir Kommunikationen selbst im Notfall mit einer Erlaubsnis des Innenministers nicht untersuchen können? Bis jetzt sagen die Regierungen: Nein!”

Nachdem Cameron’s konservative Partei die Wahl im Mai gewonnen hatte, versprach er in seiner Agenda für die nächsten fünf Jahre unter anderem, dass man Kommunikationen von “Terroristen, Pädophilen und Schwerverbrechern” stärker überwachen wollte.

Einführung ist unklar

Um diese Ziele zu erreichen sollte zunächst eine Agenda zur Überwachung und Sammlung von Telekommunikationsdaten aufgestellt werden, die die Koalitionspartner aber verhinderten.

Bisher gibt es noch keine klaren Aussagen dazu, wie genau man diese Einschränkungen umsetzen wolle. Spekulationen gehen allerdings davon aus, dass die Folge ein Bann von PGP, Apple Messages und Whatsapp sei.

“Eine Hintertür für Rgeierungen in ein Verschlüsselungssystem einzubauen würde dieses nur unsicher machen”

Sogenannte Backdoors, also Hintertüren, könnten den Regierungen den Zugriff auf gewünschte Daten ermöglichen. Durch diese Backdoors werden indirekte Sicherheitslücken offen gelassen, sodass die Regierung die Möglichkeit hat, in das System hineinzuschauen.

Massive Folgen für die Industrie

Gerade bei System wie dem Bitcoin und den damit verbundenen Unternehmen, die auf Verschlüsselung basieren, machen solche Vorhaben wenig Sinn. Der Nutzer wüsste selbstverständlich nie, ob er gerade überwacht wird oder nicht. Damit gehen die wesentlichen Vorteile von Kryptowährungen verloren und das dürfte nicht nur die Akzeptanz der Währungen, sondern vor allem die Unternehmen angreifen. Es bleibt abzuwarten, wie die Industrie auf diesen Schritt reagiert. Schließlich stehen drei Möglichkeiten offen: Unternehmenssitz ins Ausland verlegen, sich den Regeln anpassen oder – im Extremfall – die Firma aufgeben. Das eigene Institut für Forschung und Technologie des Parlaments hat den Vorschlag, Verschlüsselungen zu verhindern, selbst als “unzumutbar” bezeichnet. Offenbar ist man sich also nicht einmal seitens der Regierung einig, wie es weitergehen soll.

BTC-Echo

Originalbeitrag Would an Encryption Ban Kill the UK’s Bitcoin Businesses? von Jon Southurst via Coindesk

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