Zentralbank von Israel stuft Kryptowährungen als Vermögenswerte ein

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

Quelle: Bank of Israel - Jerusalem via shutterstock

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Beim Knesset Finance Committee Meeting am Montag hat Dr. Nadine Baudot-Trajtenberg im Namen der israelischen Zentralbank zu Kryptowährungen Stellung bezogen. Demnach bewertet die Zentralbank von Israel Kryptowährungen als Vermögenswerte. Ein Beispiel für den Clash von Institutionen und dem Ideal von Dezentralität.

Staaten, ihre Banken und Dezentralität – ein Dreiergespann, das nach wie vor keine harmonische Beziehung führt. Kurz nachdem die Bank of England ihre eigene Kryptowährung verworfen hat und Behörden in China das Mining von Kryptowährungen in Angriff genommen haben, beschäftigt sich die Zentralbank von Israel mit Definitionsfragen. Das ist vor allem eine Reaktion auf häufige Anfragen von Bankenkunden, die Probleme beim Umtausch von Fiat- in Kryptowährungen hatten. Der Einschätzung der Zentralbank nach sind Kryptowährungen als Vermögenswerte einzustufen.

Die Zentralbank von Israel stuft Kryptos als Vermögenswerte ein

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Denn wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, seien Kryptowährungen weder als Eigen- noch als Fremdwährung zu bewerten. Daher definierte man sie als Vermögenswerte. Neben rechtlichen Definitionsfragen gab die Repräsentantin der Zentralbank mangelndes Vertrauen in Kryptowährungen zu bedenken:

„Ein wesentliches Element von Währungen ist das Maß an Vertrauen, das die Nutzer ihnen entgegenbringen. Dieses Vertrauen rührt daher, dass Währungen gesetzliche Zahlungsmittel mit rechtlicher Absicherung darstellen. Außerdem erfüllen sie die Funktionen, die ihnen in der Wirtschaftsliteratur zugeschrieben werden. Zu diesen gehören die Verwendung als Rechnungseinheit, Zahlungsmöglichkeit und als Wertspeicher, der durch die Stabilität garantiert wird.“

Nach Einschätzung der Zentralbank von Israel treffe keine dieser Eigenschaften bei Kryptowährungen zu. Diese seien viel mehr durch ihre Volatilität, Komplexität bei Zahlungsvorgängen und Undurchsichtigkeit der Urheberschaft geprägt.

Dadurch entstehen nach Einschätzung der Zentralbank weitere Probleme im Umgang mit Kryptowährungen. Die Gefahren sind bekannt: Geldwäsche, Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung. Daher könnten Banken, die die Übertragung von Fiat- in Kryptowährungen ermöglichen, für deren Verwendung verantwortlich gemacht werden.

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Zentralbank von Israel bietet lediglich Orientierung für einzelne Banken

Bei diesem offiziellen Statement betont die Stellvertreterin jedoch, dass es bei einer Einschätzung bleibt. Letztendlich ist es demnach jeder Bank in Israel selbst überlassen, wie sie mit diesen Risiken umgeht. Dabei müssen jedoch stets Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus vorzubeugen. Das beinhalte eine Überwachung von Transaktionen mit hohen Geldbeträgen. Dafür habe die Bankenaufsichtsbehörde bereits ein eigenes Team auf die Beine gestellt, die ihre Arbeit bereits begonnen habe.

Das Statement schließt damit, dass man aus internationalen Regulierungsansätzen nicht viel lernen könne, da es bisher keine einheitlichen Richtlinien für den Handel mit Kryptos in Bezug auf die Kunden gebe. Daher könne man Kunden, denen der Umtausch von Fiat- in Kryptowährungen von Banken verweigert werde, keine allgemeingültige Antwort geben. Falls es eine Lösung geben sollte, müsse man diese mit der israelischen Behörde zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung abstimmen.

Clash von institutionellen Strukturen und Dezentralisierung

Was hier passiert, ist der (inzwischen fast schon klassische) Clash von zentralisierten Strukturen und dem Ideal der Dezentralität. Auf der einen Seite haben wir eine institutionelle Autorität, auf der anderen eine – mehr oder weniger – dezentrale Technologie. Dass sie streng genommen mit denselben Problemen zu kämpfen haben, scheint bisweilen ausgeblendet zu werden. Denn dass es Geldwäsche und Terrorismus nicht erst seit 2008 gibt und dass in Satoshi Nakamotos White Paper nichts von Drogenhandel steht, ist kaum zu widerlegen.

Was man jedoch darüber hinaus zwischen den Zeilen der Pressemitteilung erkennen kann, sind Anzeichen einer Ohnmacht der einen gegenüber der anderen Seite. Da gibt es einerseits Menschen, die von der israelischen Zentralbank klare Richtlinien fordern, die ihnen diese jedoch nicht liefern kann.

Vielmehr sprechen sie Empfehlungen aus und geben die letztliche Verantwortlichkeit in die Hände der einzelnen Banken. In der internationalen Umschau erkennt man lediglich einen weiteren Mangel an Orientierung, was zu einer Verschiebung der Verantwortlichkeiten an die einzelnen Instanzen führt – ein Phänomen, das man durchaus als Dezentralisierung bezeichnen kann.

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