WIRED Money 2016 Conference in Berlin

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 8 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Quelle: WIRED

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Die Wired Money 2016 Conference zeigt: Fintech Startups drehen unsere Finanzwelt auf den Kopf. Gerade der Standort Deutschland mag in Zukunft sehr stark von neuen Technologien und innovativen Ideen für die Finanzwelt profitieren.

Dieses Jahr fand die erste WIRED Money 2016 Conference des bekannten Wired Magazins in Kooperation mit der Gründerszene in Berlin statt. BTC-Echo war mit Redakteur Danny de Boer direkt vor Ort, um sich ein eigenes Bild über die aktuellsten Innovationen zu machen und Einblicke von Speakern wie Blockchain-CEO Peter Smith, Serial-Entrepreneur Morten Lund und Ethereum C++ Lead Christian Reitwiessner zu bekommen.


Partner dieser Veranstaltung waren Deutsche Bank, Gründerszene und KPMG.

Als Location des besonderen Events diente das Magazin Heeresbäckerei, Berlin. Hier fand ein Tag voller neuer zukunftsweisender Ideen statt. Nach einem ersten Willkommen von WIRED Germany, der Gründerszene und der Deutschen Bank, begann Unternehmer Morten Lund seine Präsentation zum Thema “Fintech Revolution”.

Lund hat in den letzten 15 Jahren bis zu 100 High-Tech Startups (mit-)gegründet und investierte bereits früh in Unternehmen wie Skype oder Tradeshift.

“Ideen sind nichts wert”

Lund begann seinen Vortrag mit dieser provokanten Aussage. In der Tat sind Ideen nichts wert, sagte er, wenn man sie nicht umsetzt.

Das exponentielle Wachstum von Ideen und Wirtschaftszweigen wird sich innerhalb der nächsten Jahre immer intensiver bemerkbar machen, er sei sich sicher: “Maschinen werden Menschen ersetzen.” (engl. Original “Machine will replace humans”). Die Haupttrends? Unbegrenztes Breitband-Internet und freier Speicher.

Unternehmen müssten heutzutage nichtmehr eigene Infrastrukturen besitzen, so wie er es an Beispielen von UBER und Ebay erklärte. UBER besitzt keine eigenen Fahrer, Ebay keine eigenen Lagerhäuser, ein Geschäft das mit minimaler Infrastruktur zu bewältigen ist.

Seine Prognose ist, dass Banken unter Banken arbeiten werden. Dies ist eine Entwicklung die wir bereits im Fintech-Sektor beobachten können. Trotzdem erwähnte er einen gewissen Skeptizismus im Vergleich mit Tesla-CEO Elon Musks selbstfahrenden Autos. Musks technologische Neuheiten könnten durch Regulationen diverser Regierungen in Zukunft verboten werden, eine Steuerung durch Computer würde verboten. Dies ist eine Befürchtung die Lund bei der Übertragung der Automatisierung in den Finanzsektor ebenfalls sieht.

Der schwächelnde Banker

Auch Florian Prucker von Scalable Capital sprach an, wie High-Tech traditionelle Banker-Berufe gefährden werden. Er führt mit Scalable Capital einen High-Tech Investment Manager, der mittels neuester Vermögensverwaltungsstrategien die persönliche Risikobereitschaft ermittelt und den Prozess transparenter und effizienter gestaltet als bei traditionellen Anlagen. Effizienz und Transparenz mit geringeren Prozesskosten mögen auf lange Sicht traditionellere Vermögensverwaltung den Rang ablaufen.

Die Blockchain Revolution

Peter Smith von Blockchain gab in Session 4 (Digitale Währungen, Sicherheit & Regulation) der Veranstaltung seine Sicht der Dinge zum Besten.

Als CEO des Unternehmens Blockchain (nicht zu verwechseln mit der Blockchain-Technologie) sprach er ähnlich wie seine Vorredner von den verheerenden negativen Eigenschaften traditioneller Finanzinfrastruktur. Smith sieht sie als unsicher, ineffizient und zersplittert an. So erzählte er, dass eine Transaktion zwischen New York und Philadelphia in den Vereinigten Staaten bis zu 3 Tage dauern konnte, eine enorme Zeit verglichen mit deutschen Maßstäben. Selbst das Geld persönlich zu überreichen ist in diesen Fällen noch schneller.

Man könne eine klare Entwicklung des Zahlungsverkehrs beobachten. Am Anfang dieser Revolution sieht er den Scheck. Schecks sind für Europäer nie eine populäre Zahlungsvariante gewesen, doch in Amerika war es gang und gäbe seine Einkäufe vor der digitalen Revolution bargeldlos mit einem Scheck zu bezahlen. Hier konnte die Überweisung des Geldes zwischen Wochen und Monaten dauern. Mit aufkommen elektronischer Netzwerke begann die Etablierung von Kredit- und EC-Karten, wie sie auch heutzutage täglich in Einkäufen eingesetzt werden. Auch hier kann der Zahlungsverkehr einige Tage benötigen. Smith sieht als nächsten Schritt das E-Wallet und damit eine noch drastischere Verkürzung und Vereinfachung des Zahlungsverkehrs.

Der CEO sieht eine Tendenz zu Plattformen die mit Offenheit und Effizienz glänzen. So sieht er Bitcoin als funktionierendes System und Ethereum als sehr viel versprechend an.

Ethereum, DAPPS und die Bitcoin-Konkurrenz

Ein weiteres Highlight des Tages war das Podiumsgespräch zwischen Ethereum C++ Lead Christian Reitwiessner und Nicolas Zimmer von der Technologiestiftung Berlin. Der globale Ethereum Computer ist das meist versprechendste Projekt nach Bitcoin. Dezentrale Programme ohne Ausfallzeiten, ohne Manipulation und mit maximaler Transparenz ist was Ethereum so vielversprechend macht.

Reitwiessner sprach unter anderem von Ethereum DAPPS wie Augur (BTC-Echo berichtete im März), einer Plattform auf der man Wetten auf den Ausgang von Events in der Welt setzen kann. Weitere mögliche Anwendungen sind nach Reitwiessner Plattformen zur Bekämpfung von Bestechung und zur klaren Übertragung von Besitzständen. In Ländern wie beispielsweise Mexiko gibt es Probleme mit der Verwaltung und Übertragung von Landflächen. Eine Übertragung eines Besitzstandes in das Ethereum Netzwerk, könnte gerade für strukturell schwache Länder einen erheblichen Ausgleich in der Verwaltung darstellen.

Im Rahmen der Flüchtlingskrise und dem Aufkommen verschiedener Brandherde und Krisenregionen auf der Welt, wurde auch das Projekt der Digital Citizenship angesprochen. Auch hier könnte die Blockchain dabei helfen persönliche Daten zu Verwalten und sie zu validieren. Das Projekt befindet sich zurzeit aber noch in einer Testphase und besitzt noch ungeklärte Fragen. So ist es für Reitwiessner noch nicht klar, wie man eine Staatsbürgerschaft ohne bestehendes physisches Land bzw. ohne bestehende Gesetze entwickelt.

Auch im Bereich der Rechteverwaltung von Musik (Stichwort GEMA), kann es mit Ethereum in Zukunft eine Vereinfachung geben. So können die Rechte eines Musikproduzenten mit allen beteiligten Künstlern verbunden werden. Selbst ein Remix eines bestehenden Stücks mit Berücksichtigung der Rechte der ursprünglichen Produzenten wäre möglich. Je nach der Verteilung würden den Beteiligten auch genau anteilige Erlöse aus Verkäufen/Nutzungen zukommen. Dieses Rechte-Management sei bereits in der Erstellung.

Reitwiessner sieht für die Öffentlichkeit mehr Unternehmen und Hardware im Vordergrund die Ethereum nur als Hilfsmittel nutzen werden. So wird Ethereum wahrscheinlich mehr im Hintergrund bleiben und Startups mit ihren Plattformen und ihrer Hardware eine derartige Abstraktion erschaffen, dass es für den Endbenutzer nicht wirklich ersichtlich, ob er eigentlich gerade eine Blockchain benutzt.

Bei einer Frage-Antwort-Runde mit dem Publikum erzählte Christian Reitwiessner außerdem von einer Verringerung der Transaktionszeit. So besitzen erkennen wir circa eine Transaktionszeit von 10 Minuten bei Bitcoin und zurzeit eine Transaktionszeit bei Ethereum von 15 Sekunden. Mit der Umstellung vom proof-of-work auf consensus-by-bet, sieht Reitwiessner eine Verringerung auf 2 Sekunden bei Ethereum.

Auf die Frage ob Ethereum das Bitcoin 2.0 werden würde, und ob Bitcoin dann auf Dauer aussterben wird, antwortete Reitwiessner damit, dass er Bitcoin und Ethereum in Koexistenz sieht. Dass Blockchains untereinander kommunizieren können, sieht er als Begründung für diese Koexistenz an.

Startups

Mit Coinifiy, Data Lion und SatoshiPay gab es auch drei Startups auf der Wired Money Conference, bei denen sich alles um das Thema Bitcoin und Blockchain drehten.

Coinify ist ein dänisches Startup, dass als Zahlungsabwickler für Online-Händler fungiert. Gerade Regionen in denen Banken nur eine beschränkte Reichweite haben und unzuverlässigen Service bieten, kommt Coinify ins Spiel. Das Startup bietet Online-Händlern an Bitcoins zu akzeptieren, diese werden von Coinify in Fiat-Geld umgewandelt, wodurch dem Händler kaum ein Mehraufwand entsteht, er aber eine bessere Kundenakzeptanz erfährt.

Transaktionen und die Visualisierung von Daten sind die Themen von Data Lion. Das Unternehmen visualisiert auf einfache Weise komplexe Daten und zeigt Zusammenhänge um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Ihr neues Projekt ist eine Visualisierung der Blockchain, in denen dann beispielsweise Geldflüsse oder Nutzeradressen nachvollzogen werden können.

Die Erstellung eines Wallets und die Zahlung von Bitcoin, mag auch für manche Laien immer noch eine Schwierigkeit darstellen und wer hier Vereinfachungen schafft, mag sehr gefragt sein. Das Startup SatoshiPay macht es möglich ein Wallet direkt in einem Browser zu eröffnen. So muss man die Plattform lediglich mit einem Smartphone oder Desktop Browser benutzen und kann dann Bitcoins erhalten oder empfangen. Eine Anmeldung oder Herunterladen einer Software ist nicht nötig, die Adresse des Wallets wird im Cache des Browsers gespeichert. Mittels QR-Codes lassen sich Zahlungen von Smartphone zu Smartphone verschicken. So könnte man einem Freund eben schnell ein paar Satoshis (kleinste Bitcoin Einheit) schicken. Das System lässt sich sich für die Freischaltung von Medien wie Texten, Musik und Downloads bereitstellen. So kann man eine Internetseite besuchen, dessen Text noch nicht geladen wurde. Mit SatoshiPay kann man dann eine kleine Menge Bitcoins bezahlen, um Zugriff auf Medien zu erhalten.

Wired Money 2016 – Fazit

Die Wired Money Conference war die erste seiner Art und bereits ein voller Erfolg.

Mit vielen Größen der Szene, revolutionären Ideen und neuen Techniken bahnt sich der Umbruch in vielen Bereich des Finanz- und Zahlungssektors an. Auch bisher traditionelle Unternehmen wie Allianz und Deutsche Bank scheinen die Zeichen der Zeit zu erkennen und wollen an diesen Innovationen teilhaben. Es bleibt spannend was uns erwartet, welche Entwicklungen sich abzeichnen und wie schnell uns diese Neuheiten vielleicht einholen. Fest steht: Sollte Morten Lund mit seiner Prognose zum exponentiellen Wachstum recht behalten, könnten uns bei der Wired Conference 2017 Plattformen zur Verfügung stehen, die wir uns jetzt kaum vorstellen können.

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