Windet sich Nordkorea mit Bitcoin & Co. durch US-Sanktionen?

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die Regierung von Nordkorea verwendet Kryptowährungen und Blockchain-Technologie, um die internationalen Wirtschafts- und Finanzsanktionen auszuhebeln. Davon zeigen sich zwei Experten in Washington überzeugt. 

Die Verlockungen von Bitcoin & Co. sind auch in das vom Rest der Welt größtenteils isolierte Nordkorea vorgedrungen. Kryptowährungen könnten für die Diktatur einen eigenen Use Case entwickelt haben: Das Umschiffen der US-Sanktionen, die der Diktatur unter anderem den Zugang zum US-Dollar erschweren.

Tatsächlich sei man in Nordkorea vermutlich längst dabei, Kryptowährungen zu diesem Zwecke einzusetzen. Davon zeigen sich zumindest die Finanzanalystin und -ermittlerin Lourdes Miranda und Ross Delson, ein auf Anti-Geldwäsche- und Terrorfinanzierung spezialisierter Anwalt, überzeugt. In dem Interview mit der Asia Times am 24. September spekulierten Miranda und Delson darüber, wie sich die nordkoreanische Krypto-Aktivität gestalten könnte:

„Internationale Kriminelle bevorzugen Kryptowährungen, und Nordkorea bildet da keine Ausnahme. Kryptowährungen haben für Nordkorea den zusätzlichen Vorteil, dass sie damit mehr Möglichkeiten haben, US-Sanktionen zu umgehen. Sie können dies tun, indem sie mehrere internationale Börsen nutzen oder Dienstleistungen mischen und verschieben […], um internationale Finanzinstitute auszunutzen, die Korrespondenzbeziehungen zu den Vereinigten Staaten unterhalten.“

Eigener Coin für Nordkorea?

Dabei sei es auch durchaus denkbar, dass Nordkorea – wie auch beispielsweise Venezuela – seine eigene Kryptowährung erschaffe:

„Nordkorea kann eigene Kryptowährungen erstellen oder etablierte wie Bitcoin verwenden. Eine eigene Kryptowährung würde es ihnen auch erleichtern, Online-Konten unter dem Deckmantel einer wohlgesonnenen Nation zu eröffnen.”


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Den Gedanken weiter spinnend fügen Delson und Miranda hinzu, welche Vorteile die Erschaffung nordkoreanischer Wallet-Dienstleistungen und virtueller Bankkonten für eine Diktatur bergen würde:

„Zum Beispiel könnte die Regierung eine Online-Wallet über einen russischen Dienst öffnen, ihre Kryptowährung in einen bulgarischen Wallet-Service überführen und dann wieder in einen griechischen Wallet-Service überführen. Und das alles über eine anonyme Kommunikation und eine eigene Blockchain.“

Hauptaugenmerk: Verschleierung

Zudem müsse ein Hauptaugenmerk auf der Verschleierung der Herkunft nordkoreanischer Kryptowährungen liegen. Nachdem entsprechende Vorkehrungen getroffen wurden, sei es an der Zeit für den entscheidenden Schritt: die Umwandlung der Kryptowährungen in Fiatgeld.

„Sobald Nordkorea seine Kryptowährung mischt und verschiebt, wird die letzte und wichtigste Phase des Geldwäschezyklus – die Integration – erreicht. Und zwar, indem sie ihre Kryptowährung in Exchange-Konten sendet, die die Fähigkeit haben, Kryptowährungen in Fiatwährungen umzuwandeln.“

Das sei der ideale Zeitpunkt, um geminte Kryptowährungen zu splitten und auf diverse europäische Wallets aufzuteilen. Damit wäre, mit Hilfe europäischer Kryptobörsen, der Weg zu den US-Banken gebahnt.

„Voilà, Nordkorea hat nun US-Dollar, die nicht mit diesen lästigen Sanktionen verbunden sind“,

beenden Miranda und Delson ihr Tutorial.

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