Wenig überraschend: BIZ erneuert ihre Kritik an Kryptowährungen

Quelle: BASEL, SWITZERLAND - MAY 2016: Bank for International Settlements BIS, the tower building of the international financial institution owned by 60 central banks, operating in Basel since 1903. via Shutterstock

Wenig überraschend: BIZ erneuert ihre Kritik an Kryptowährungen

Aus der zentralistischen Ecke hagelt es wieder einmal Kritik an Kryptowährungen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht das Hauptproblem in der fehlenden Skalierbarkeit des digitalen Geldes.

Hyun Song Shin, Head of Research der BIZ, hat in einem Interview mit finews.ch die Kritik der Organisation an Kryptowährungen erneuert. Es fehle diesen „an Eigenschaften, die herkömmliches Geld auszeichnen und es so populär machen“. Welche Eigenschaften er damit genau meint, lässt er offen. Stattdessen stellt er die Rolle der Miner als integralen Bestandteil der Krypto-Ökonomie infrage und vergleicht sie mit herkömmlichen Buchhaltern:

„Wie Buchhalter müssen die Mineure [sic] jeden Bezahlvorgang, bei dem Kryptowährungen eingesetzt werden, elektronisch protokollieren. Das bereitet Aufwand und verursacht Kosten. Deshalb ist die Nutzung von Kryptowährungen mit Gebühren verbunden.“

Shin führt als Beispiel für hohe Transaktionsgebühren den Dezember vergangenen Jahres an, den Monat also, in dem der Bitcoin-Kurs seinen bisherigen Höchststand erreicht hatte.

„Wenn sie zum Beispiel eine Tasse Kaffee mit Bitcoin bezahlen wollten, mussten Sie dafür 57 US-Dollar Gebühr bezahlen.“

Die Miner würden dabei ein „gutes Geschäft“ machen und seien daran interessiert, „Staus zu produzieren“. Shin hat natürlich recht, wenn er die Skalierungsprobleme des Bitcoin-Ökosystems anspricht. Leider verlieren weder er noch sein Interviewer ein Wort darüber, dass bereits mehrere vielversprechende Lösungsansätze für das Problem der Skalierbarkeit existieren. Das prominenteste Beispiel für einen solchen Lösungsvorschlag bildet bei Bitcoin das Lightning Network.

Kaufkraft entsteht durch Vertrauen – nur in was?

Neben der fehlenden Skalierbarkeit sei es auch ein Mangel an Vertrauenswürdigkeit, der Kryptowährungen gegenüber „Normalgeld“ ins Hintertreffen geraten lässt.

„Man kann sich nicht sicher sein, ob man mit einer teuer erkauften Kryptowährung später auch etwas erwerben kann. […] Wenn sie dagegen über eine Zehn-Franken-Note verfügen, können sie davon ausgehen, dass sie für dieses traditionelle Geld auch etwas im Laden erhalten.“


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Der letzte Satz ist nur gültig, wenn man von Regionen mit stabiler Währung spricht. Wer in einer von Hyperinflation heimgesuchten Ökonomie wie aktuell Venezuela (über-)lebt, kann sich eben nicht sicher sein, dass mit seiner Währung kein Schindluder betrieben wird.

Shin argumentiert, dass Vertrauen in klassische Währungen sei durch die Zentralbanken gerechtfertigt:

„Hinter den traditionellen Währungen stehen Zentralbanken, die fest in die jeweiligen politischen Systeme eingebunden sind und unter öffentlicher Kontrolle stehen. Das schafft Vertrauen. Ohne das Vertrauen der Bürger in die Kaufkraft von Geld ist Geld nichts wert.“

Was Shin hier als Vorteil des Fiat-Geldes anführt, lässt sich auch als eine seiner Schwächen interpretieren. Denn seine Aussage bedeutet im Umkehrschluss, dass bei einer Erschütterung dieses Vertrauens in diese Institutionen auch das Vertrauen in die Währung sinkt. Kryptowährungen indes haben den Vorteil, dass man keiner zentralen Instanz sein Vertrauen schenken muss, sondern einem Netzwerk und letztendlich der Kryptographie.

Eine wirkliche Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems sieht der BIZ-Berater in Bitcoin & Co. jedoch nicht. Dafür sei das Volumen der Kryptowährungen noch zu gering. Auch ein Verbot sei der falsche Weg, weil die Krypto-Ökonomie dann gänzlich „in eine Schattenwelt“ abtauchen würde, wo sie dann nicht mehr regulierbar sei.

Shin wiederholt die Forderung der BIZ vom Juni, indem er dafür plädiert, Kryptowährungen wie andere Anlageformen zu regulieren.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin Futures „Unlimited“: CME will Obergrenze verdoppeln
Bitcoin Futures „Unlimited“: CME will Obergrenze verdoppeln
Insights

Großinvestoren, die zwar wenig von Bitcoin verstehen, aber umso lieber auf den Bitcoin-Kurs wetten, dürfen wohl bald mit 100 Millionen US-Dollar am Tisch sitzen. Bisher lag das Limit bei 50 Millionen US-Dollar. Dafür hat die Chicago Mercantile Exchange (CME) einen Antrag gestellt.

EZB bestätigt Rezessionsgefahr: Wie die Radikalisierung der Geldpolitik neue Krypto-Konzepte hervorruft
EZB bestätigt Rezessionsgefahr: Wie die Radikalisierung der Geldpolitik neue Krypto-Konzepte hervorruft
Kommentar

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat es gestern wieder getan: Sie hat den Leitzins weiter gesenkt sowie ihr Anleihen-Ankaufprogramm bestätigt. Absolut entschlossen zeigt sich Mario Draghi, wirklich alles zu tun, um Inflation zu erzeugen und eine Rezession zu vermeiden. An eine positive Wirkung für die Realwirtschaft glaubt indessen kaum noch jemand. Wie die Geldpolitik der nächsten Monate aussehen wird, warum Tokenisierung Finanzblasen sowohl erzeugen als auch bekämpfen kann und welche Rolle Krypto-Trojaner in der Geldpolitik zukünftig spielen werden.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei
Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei
Blockchain

Als jüngstes Mitglied tritt die Deutsche Bank dem Interbank Information Network (IIN) vom Branchenkonkurrenten JPMorgan bei. Über den Austausch von Transaktionsdaten soll das Blockchain-Netz internationale Überweisungen schneller und günstiger gestalten. JPMorgan erhofft sich von dem Beitritt weiteren Zuwachs vonseiten großer Geldhäuser. Die derzeit strauchelnde Deutsche Bank wiederum will sich mithilfe des Netzwerks auf das Zukunftsgeschäft im Bereich von Echtzeitüberweisungen einstellen.

Warner Music investiert in CryptoKitties-Entwickler Dapper Labs
Warner Music investiert in CryptoKitties-Entwickler Dapper Labs
Blockchain

Das Medienunternehmen Warner Music Group unterstützt das neue Projekt der Entwickler des Ethereum-Projekts CryptoKitties. Auf „Flow“ sollen einzigartige digitale Sammelgegenstände geschaffen und getauscht werden können.

BeeCoin: Berlin Art Week verbindet Bienen und Blockchain
BeeCoin: Berlin Art Week verbindet Bienen und Blockchain
Blockchain

Bienen, die auf Blockchain-Basis sozialen Mehrwert generieren? Das gab es dieses Wochenende auf der Berlin Art Week zu sehen. Eine Kooperation verschiedener Künstlerkollektive in Berlin lancierte eine eigene Kryptowährung namens „BeeCoin“. Das Besondere daran: Über Sensoren erfassen die Netzwerkknoten das Wohlergehen der Bienen und wandeln die Parameter in Ethereum-basierte Assets um. Diese nutzen die Künstler für die Finanzierung gemeinnütziger Projekte.

Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Bitcoin

Auf der Binance-Futures-Plattform schwankte der Bitcoin-Kurs am 16. September erheblich. Der vermeintliche Grund löste eine Tweet-Serie des Geschäftsführer Changpeng Zhao aus. Und zeigte die mangende Reife der weltweit größten Krypto-Börse.

Angesagt

Marshallinseln: Vorverkauf des „Sovereign“
ICO

Die Marshallinseln halten an ihrem Vorhaben fest. Die nationale Kryptowährung Sovereign, kurz SOV, soll im nächsten Schritt in den Vorverkauf gehen. Warum dieser Schritt nötig ist, erklärte David Paul auf der Convention Invest: Asia.

Santander gibt Anleihe auf Ethereum Blockchain aus
Blockchain

Blockchain, die Technologie unter Bitcoin & Co., hat vor allem im Finance-Bereich disruptives Potential. Schließlich handelt es sich beim Geldgeschäft um den wohl bekanntesten Use Case der Blockchain. Dennoch konnte die Banco Santander die Grenze zwischen dem traditionellen Bankgeschäft und der Krypto-Welt jüngst ein klein wenig mehr einreißen. Denn sie vergab nun vermeintlich erstmals eine Blockchain-Anleihe.

Bundesrat muss Klarheit bei Bitcoin-Regulierung schaffen – Das Regulierungs-ECHO
Regulierung

Der Bundesrat muss Klarheit in Fragen der Bitcoin-Regulierung schaffen, damit der Standort Deutschland auch für ausländische Unternehmen attraktiv wird. Das und was ihr sonst noch in der vergangenen Woche verpasst habt, im Regulierungs-ECHO.

Ripple-Chef ist „long on Bitcoin“: Das Meinungs-ECHO
Bitcoin

Brad Garlinghouse ist ein Bitcoin Fan. Zumindest, wenn es um dessen Qualität als Wertspeicher geht. Der Bitcoin-Krawattenmann Tim Draper hält selbst einen Bitcoin-Kurs von 250.000 für konservativ, während Vitalik Buterin zur Vorsicht bei DeFi-Investments mahnt. Das Meinungs-ECHO

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: