Weltwirtschaftsforum: Mehr als 40 Zentralbanken experimentieren mit Kryptowährungen

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Insgesamt 40 Zentralbanken experimentieren aktuell mit Kryptowährungen. Das geht aus einem Bericht des Weltwirtschaftsforum hervor. Dabei halten sie sich jedoch weniger an die Dezentralität von Bitcoin & Co. Viel eher scheinen Zentralbanken-Coins geplant zu sein.

Bitcoin und Zentralbanken vertragen sich streng genommen nicht sonderlich gut. Vielmehr trat das White Paper von Satoshi Nakamoto an, um dem traditionellen Finanzsystem einen dezentralen Player entgegenzusetzen: Bitcoin, das elektronische Cash System, das auf Peer-to-Peer beruht.


Dass nun zehn Jahre später insgesamt 40 verschiedene Zentralbanken mit Kryptowährungen experimentieren, hätte sich der unbekannte Erfinder von Bitcoin vermutlich nicht erträumen lassen. Und dennoch: Der aktuelle Bericht des Weltwirtschaftsforums in Davos bestätigt eben das. Doch wie so oft darf auch hier der Titel nicht über den Inhalt hinwegtäuschen. Denn das „Experimentieren“ der Banken besteht nicht darin, sich gegenseitig Bitcoin oder Ripple zu senden. Vielmehr geht es den jeweiligen Banken darum, die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zu verwenden, um die eigene Infrastruktur zu stärken.

Weltwirtschaftsforum identifiziert zehn Anwendungsbereiche

Dabei experimentieren die Zentralbanken laut Bericht in mindestens einem der folgenden Bereiche.

  • Retail Central Bank Digital Currency. Das „klassische“ Zentralbankengeld in elektronischer Form. Dient indes als Ersatz für physisch bewegbares Geld.
  • Wholesale Central Bank Digital Currency. Wie oben Genanntes. Allerdings für den Handel unter Banken und Clearing Houses.
  • Interbank Securities Settlement. Eine Kryptowährung soll hier helfen, den Wertpapierhandel zwischen Banken zu klären.
  • Payment System Resiliency and Contingency. Verwendung der DLT, um Zahlungsprozesse innerhalb der Banken abzusichern.
  • Bond Issuance and Lifecycle Management. Anleiheemission über DLT. Internationale Ausbreitung denkbar.
  • Know-Your-Customer and Anti-Money-Laundering. Der Klassiker, wenn es um Geld geht: Kenne deine Kunden und sorge dafür, dass sie ihr Geld nicht bei dir waschen.
  • Information exchange and data sharing. Dezentrale Datenbanken sollen dabei helfen, Informationen auszutauschen.
  • Trade Finance. Handelsfinanzierung über dezentrale Datenbanken.
  • Cash Money Supply Chain. Rückverfolgung von Bargeld etwa von Fabriken hin zu Zentralbanken in Hinsicht auf die Regulatorik.
  • Customer SEPA Creditor Identifier (SCI) provisioning. Blockchainbasierter Abgleich von Kundendaten.

Letztlich arbeiten verschiedene Zentralbanken offenbar daran, das interne System durch den Einsatz der DLT bzw. ihrem Ableger, der Blockchain-Technologie zu verbessern.

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