US-Regierung: Blockchain als Trumpf für die Zukunft

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Donald Trump speaks at the First in the Nation Leadership Summit in Nashua, NH, on April 18, 2015 via Shutterstock

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Die US-Regierung unterstreicht ihr entschlossenes Engagement für die staatliche Nutzung von Blockchain und Kryptographie-Technologie und will damit die Segel gen Zukunft setzen, dies bekräftigten hochrangige Regierungsbeamten des Weißen Hauses auf der Data Transparency 2017 am vergangenen Dienstag. Die Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, Formen des Open-Government zu erforschen, zu vermitteln und gegenüber der US-Regierung voranzutreiben. Dabei unterstrichen die Beamten die essentielle Wichtigkeit der Technologie für die Zukunft US-amerikanischer Politik, öffentlicher Verwaltung und gegenüber der Bevölkerung.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von David Barkhausen

So waren zum Open-Data-Gipfel am vergangenen Dienstag niemand Geringeres als Margie Graves, leitende Beamtin im Office of Management and Budget (OMB), der amerikanischen Kabinettsbehörde für Verwaltung und Haushaltswesen, und Trump-Berater Chris Liddell direkt aus dem Weißen Haus ins Renaissance Hotel in Washington Downtown gekommen.

Der Präsenz und den Vorträgen der Beamten kommt entscheidendes Gewicht zu. Denn das OMB, das von Mick Mulvaney, dem Mitbegründer des Congressional Blockchain Caucus, der Blockchain-Arbeitsgruppe im US-Kongress, geleitet wird, ist unmittelbar mitverantwortlich für die Ausgestaltung der präsidentiellen Exekutiv-Politik – also der Vision Trumps für die Zukunft der USA.

Nicht abhängen lassen

So überraschte es wenig, dass Margie Graves die amerikanische Regierung auf der Konferenz als entschiedene Fürsprecherin der Blockchain-Technologie vertrat.


“Mit der Blockchain erforscht das Weiße Haus ein breites Spektrum an zukunftsgewandten Möglichkeiten, die der Regierung nutzen können”, so Graves. In Ihrem Vortrag unterstrich sie die Notwendigkeit, Technologien weiter zu erforschen, um vom Stand der Technik nicht abgehängt zu werden.

Dabei zeigte sie sich offen, Blockchain und Kryptographie-Lösungen in die Aktualisierung des Open Government National Plans, welche zum Ende des Jahres erwartet wird, einfließen zu lassen. In diesem Zuge hob sie bereits konkrete Anwendungsfelder der Technologie hervor: So könnten in Zukunft Blockchain-Lösungen nicht nur im Rahmen von Cybersicherheit, sondern auch bei der Bekämpfung von Betrug oder Lebensmittelverschwendung entscheidende Rollen spielen. Zusammen mit Blockchain-Koryphäe Don Tapscott wolle Graves in der nächsten Woche weitere Möglichkeiten öffentlicher Anwendung identifizieren.

Regierungsberater und Strategiedirektor des Weißen Hauses, Chris Liddell, hingegen war bei seinem Vortrag weniger konkret: Er sprach sich für standardisierte Datenlösungen aus. Nur so würde sichergestellt, dass auch in Zukunft Technologielösungen wie der Blockchain oder künstlichen Intelligenz erfolgreich adaptiert werden könnten. Liddell appellierte, die Regierung dürfe sich nicht die Zukunft von morgen mit heutigen Reformen verbauen. Der Neuseeländer gehört  gemeinsam mit Trumps Chef-Ökonomen Gary Cohn dem Office of American Innovation an, der Abteilung im Weißen Haus, die sich den öffentlichen Potentialen zukunftsweisender Technologien widmet.

Mit entschlossener Haltung

Dass sich die US-Regierung so namhaft repräsentiert, spiegelt den großen Enthusiasmus der Trump-Administration für Blockchain und Distributed-Ledger-Lösungen wider und spricht nicht minder für die Technologie selbst. Davon zeugen nicht nur die Fürsprache des Chef-Volkswirts von Vizepräsident Mike Pence, Mark Calabria, sondern auch mehrere offizielle Blockchain-Pilotprojekte der US-Regierung. So experimentieren bereits Regierungsinstitutionen wie das amerikanische Seuchenschutz-Zentrum und die Bundesverwaltungsbehörde General Service Administration mit Blockchain-Lösungen.

Zudem steht diesen Projekten eine extrovertierte Finanzierungshaltung zur Seite. So hat das US-Department of Homeland Security (DHS) erst in dieser Woche, dem Blockchain-Start-up Digital Bazaar mit rund einer Dreiviertel-Million Dollar eine beträchtliche Finanzspritze verpasst. Digital Bazaar und weitere kleinere Blockchain-Unternehmen hatten in der Vergangenheit bereits mehrmals Zuschüsse aus dem US-Förderfond, dem Business Innovation Programm (SBIR), erhalten. Mithilfe der Gelder sollen die Unternehmen nun die Entwicklung geeigneter Blockchains für verschiedene Anwendung staatlicher Nutzung fördern.

Allein auf weiter Flur?

Indes setzt auch die amerikanische Wirtschaft immer entschiedener auf Blockchain-Lösungen. Dass dabei Branchen-übergreifend an der Technologie geforscht wird, dies zeigt der Blick auf die Blockchain-Patentanträge. Im ersten Halbjahr 2017 belief sich die deren Anzahl auf insgesamt 390. Damit hat sich die Anzahl der Anträge für die begehrten Exklusivrechte laut den Daten des US-Patentamts im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Dass das Weiße Haus mit seiner strategischen Öffnung der staatlichen Blockchain-Nutzung nicht allein dasteht, dies zeigen die vorgetretenen Pfade der Pioniere unter den staatlichen Nutzern. So hat die EU in 2017 5 Millionen Euro in die Blockchain-Forschung investiert, in Estland ist die Blockchain bei der Abwicklung öffentlicher Verwaltung bereits täglich Brot und Georgien betreibt seit diesem Jahr sein Blockchain-basiertes Katasteramt als Pilotprojekt. Sollten die USA in naher Zukunft jedoch der Technologie weitere Investitionen widmen, staatliches und öffentliches Bewusstsein vorantreiben und der Blockchain auf staatlicher Ebene das Vertrauen schenken, sie hätten das Potential, sich größentechnisch schon bald zum Platzhirsch zu mausern.

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