Waves schlägt hohe Wellen und unterstützt nun auch Smart Contracts

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

Quelle: shutterstock, PR

Am 10. September gab das Team hinter Waves bekannt, dass sie Smart Contracts im Main Net implementiert haben. Der Waves-Kurs stieg daraufhin um 30 Prozent. Bis zum endgültigen Start von Smart Contracts auf dem Netzwerk werden jedoch noch ungefähr zwei Wochen vergehen. 

Seit Längerem können Waves-Nutzer auf der Blockchain eigene Token herausgeben, die Interessierte auf einer eingebauten, dezentralisierten Börse handeln können. Wie auch die Leasing-Funktion, mit der man auf einfache Weise am Proof-of-Stake-Konsens teilnehmen kann, sind all diese Funktionen über eine intuitiv bedienbare grafische Bedienoberfläche auch für Nicht-Techies zugänglich. Vor nun über einem Jahr hat BTC-ECHO detailreich beschrieben, wie man einen eigenen Token auf Waves emittieren bzw. verkaufen kann. Auch die anderen Funktionen versprechen eine gute Zugänglichkeit.

Nun hat Waves bekanntgegeben, dass der Plan, Smart Contracts in das bestehende System einzubinden, in die finale Phase übergegangen ist. Vom Timing her könnte es kaum besser passen: Wird aktuell doch auf Ethereum von allen Seiten eingedroschen und die Eignung der Kryptowährung für Smart Contracts in Frage gestellt. Indes kann sich Waves als alternative Plattform für Smart Contracts positionieren. Der Waves-Kurs hat entsprechend geantwortet: Seit der Ankündigung ist der Kurs um 30 Prozent gestiegen. Zwar erfuhr der Kurs seitdem eine leichte Konsolidierung, rangiert jedoch weiterhin 20 Prozent über dem Ursprungskurs.

Smart Accounts: Sichere Prozesse statt Turing-Vollständigkeit

Anders als im Fall von Ethereum liegt ein besonderes Augenmerk auf Einfachheit. Ihre Vision von Smart Contracts beschreibt das Waves-Team mit „Smart Accounts“. Diese kann man sich als Vorlagen für Smart Contracts vorstellen, die schnell für verschiedene Anwendungsgebiete einsetzbar sind. Etwas technischer ausgedrückt handelt es sich dabei um Turing-unvollständige Smart Contracts. Nutzer können einfache Skripte schreiben, doch haben die Entwickler Dinge wie eigene Funktionen, Schleifen oder Rekursionen bewusst nicht implementiert, um diese als mögliche Fehlerquellen und Angriffsmöglichkeiten auszuschließen.


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Mithilfe der Smart Accounts sollen verschiedene Dinge realisierbar sein: Neben Multi-Signature-Wallets, sprich von mehreren Accounts geführten Wallets, sollen Interessierte auch Atomic Swaps oder Oracles aufsetzen können. Token-Herausgeber können eine bestimmte Zeit festlegen, in denen Käufer diese Token nicht veräußern können – was Pump-and-Dump-Schemata in der Frühzeit eines Projekts entgegenwirken kann. Schließlich sollen Nutzer durch Whitelist-Voting in der Lage sein, schnell verschiedene Formen von Wahlprozessen auf Waves umsetzen zu können.

Mit diesen fünf Kernfunktionen ist auch ohne Turing-Vollständigkeit ein Großteil der interessanten Smart Contracts abbildbar: Multi-Signature-Wallets erlauben sowohl eine Zwei-Faktor-Authentifizierung als auch die Eröffnung eines dezentralen Fonds. Mithilfe von Oracles und Whitelist-Voting lassen sich schnell Prediction Markets implementieren. Durch Einfrieren von Token hat man bei Verkäufen etwas mehr Sicherheit über den Kurs der Token. Dinge, die aktuell nicht auf der Waves Blockchain umsetzbar sind, können durch Atomic Swaps auf anderen Blockchains realisiert werden.

Das Ganze soll über eine benutzerfreundliche grafische Bedienoberfläche aufsetzbar sein. Der Ansatz passt zu der bisher verfolgten Strategie einer hohen Usability. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Gebühren für diese Smart Accounts komplett vorhersehbar gestaltet sein sollen. Ein Waves-Pendant zu einem Gas-, Ram- oder Bandbreitenmarkt ist also nicht zu erwarten.

Bis Smart Contracts dauert es noch zwei Wochen

Bevor man jedoch jetzt sofort entsprechende Smart Contracts ausprobieren will: Nicht umsonst wurde von der finalen Phase gesprochen. Bis zur endgültigen Freischaltung müssen noch mindestens zwei Wochen vergehen, in denen eine Abstimmung hinsichtlich der neuen Funktionen stattfindet. 80 Prozent der erzeugten Blöcke müssen innerhalb der Wahlperiode, die 10.000 Blockzyklen oder ungefähr eine Woche dauert, der Neuerung zustimmen. Erst wenn dies der Fall ist, kann man das neue Feature aktivieren, was dann wiederum weitere 10.000 Blockzyklen dauert. Wer sich bis dahin über die technischen Details hinter Waves Smart Contracts etwas genauer informieren möchte, dem sei die Lektüre des White Papers ans Herz gelegt.

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