Steckt Nordkorea hinter den Hackerangriffen auf südkoreanische Krypto-Börsen?

Südkorea ist eines der Länder, in denen der Handel mit Kryptowährungen im Laufe des letzten halben Jahres am stärksten angestiegen war. Damit geht auch ein Anstieg an Hackerangriffen auf südkoreanische Krypto-Börsen einher. Laut des Nachrichtenportals Bloomberg wird dahinter nun der Nachbarstaat Nordkorea vermutet.

Demnach sollen nordkoreanische Hacker versuchen, für das Regime Bitcoin zu erbeuten. Bloomberg bezieht sich auf einen Bericht des IT-Sicherheitsanbieters Fire Eye, der die nordkoreanischen Aktionen im Laufe des vergangenen Jahres dokumentiert und untersucht hatte. Eine Übersicht über die einzelnen Fälle, die von Fire Eye erfasst wurden, findet ihr hier.

Laut dem Bericht sollen bereits seit April dieses Jahres südkoreanische Krypto-Börsen von nordkoreanischen Hackern unter Beschuss genommen worden sein. Damit fiele der Beginn der groß angelegten Hackeraktivität Nordkoreas im südlichen Teil der koreanischen Halbinsel in die Zeit des rasanten Anstiegs der Nutzung von Kryptowährungen, allen voran Bitcoin. Insgesamt sollen drei südkoreanische Krypto-Börsen von den Angriffen betroffen sein. Dabei sei sowohl von den Börsen direkt als auch von individuellen Nutzern gestohlen worden.

Nordkorea ist international isoliert, seit einigen Monaten verschärft sich der Konflikt mit den USA. Nach dem neuerlichen Nukleartest des Kim-Regimes distanziert sich nun auch China zunehmend von der nordkoreanischen Führung und hat die bisher schützend über seinen kleinen Nachbarn gehaltene Hand ein Stück weit zurück gezogen.

So wurden am Montag die von den USA angeregten neuen Wirtschaftssanktionen gegenüber Nordkorea vom UN-Sicherheitsrat offiziell beschlossen. Die Sanktionen richten sich gegen Öllieferungen an Nordkorea und zielen darauf ab, das nordkoreanische Regime zunehmend handlungsunfähig zu machen.

Die Aneignung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen verschaffe Kim Jong-Un nun neue Handlungsspielräume. Als Währung unabhängig von jeder staatlichen Kontrolle könnte es für Kim als Instrument fungieren, die Sanktionen zumindest teilweise zu umgehen und so Gelder zu bewegen, einzusammeln und zu lagern.

Der Grund, aus dem gerade Südkorea das Ziel der mutmaßlichen Hackerangriffe Nordkoreas geworden sei, liegt zum einen an der kulturellen und räumlichen Nähe auf der koreanischen Halbinsel. Vor allem der Abwesenheit der Sprachbarriere für die nordkoreanischen Hacker spielt eine große Rolle. Zum Anderen ist Südkorea für Hacks auf Krypto-Börsen attraktiv, da es aktuell einer der größten Handelsräume für Bitcoin ist. So ist die in Südkorea ansässige Krypto-Börse Bithumb die zweitgrößte der Welt und sogar die größte für den Ethereum-Handel. Derzeit gibt es jedoch keine verlässlichen Informationen darüber, ob auch Bithumb von den Hackerangriffen betroffen ist.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.

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