Warum Dublin eine Anlegestelle für Blockchain wird

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Bridge in Dublin at night

Quelle: © M.V. Photography - Fotolia.com

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In den Zeiten des Brexit könnte sich die Republik Irlands mit Dublin zum zukünftigen FinTech-Hub in Europa entwickeln. Denn unter den Firmen für dieses Hub, befinden sich viele Spezialisten der Blockchain Technologie.

Nach dem Votum des Vereinigten Königreiches, wurde Dublin als das zweitattraktivste Finanzzentrum in Europa angesehen, laut einer Studie der PwC. London blieb jedoch Spitzenreiter der Umfrage, wenn auch Dublin aufgrund der möglichen Veränderungen durch Brexit an die Spitze wanderte.


Neben einigen Spezialisierungen in Finanzdiensten, wird Irland heutzutage als europäischer Außenposten für viele einflussreiche Unternehmen des Globus gesehen.

In Dublins Grand Canal Dock Bereich (die heute “Silicon Docks” genannt werden) liegen die europäischen Hauptquartiere von Google, Uber, Amazon, Airbnb, Facebook, LinkedIn und Twitter. Jeder dieser Betriebe unterhält eine große Anzahl fähiger Angestellter, besonders in dieser Region.

Die Evolution dieser starken Tech-Industrie die heute in Irland besteht, geht auf jahrelange Arbeit der IDA Ireland zurück. Sie ist die Regierungsbehörde, deren Aufgabe darin bestand ausländische Direktinvestments ins Land zu holen, Steuervergünstigungen anzubieten, logistischen Support bereitzustellen und andere Anreize zu schaffen, um das passende Klima für das gewünschte Business zu erschaffen.

Der Nährboden, der durch die Präsenz der Finanz- und Technologieindustrien geschaffen wird, wird auch von anderen Unternehmen an anderer Stelle entdeckt. Dies stellte Keith Fingleton, Chief Technology Advisor bei IDA Ireland, fest.

Er erklärte CoinDesk:

“Wir haben eine große Anzahl an US-amerikanischen Unternehmen, die hier ihre Research & Development Center aufbauen. In den meisten Fällen werden die Erkenntnisse dann wieder in die Vereinigten Staaten zurück gesendet. Der Grund warum sie alle hier hin kommen, kann in einem Wort zusammengefasst werden: Ökosystem.”

Das Ökosystem bezieht nicht nur die großen Big Tech Player ein. Gleichermaßen ist eine ausgewogene Mischung aus Startups, Universitäten und Forschungszentren wichtig, um andere wichtige Bereiche des Spektrums abzudecken.

Ein Beispiel für das Letztere, ist das von Fingleton angesprochene Insight Centre of Data Analytics. Dies ist eine Initiative die von der Regierung ins Leben gerufen wurde und Hunderte von Data Scientists eingestellt hat. Die hier geleistete Arbeit wird den lokalen Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Der Private Sektor spricht an

Eines der Unternehmen, dass auf die Angebote angesprochen hat, ist Deloitte – Anbieter für professionelle Dienstleistungen welcher bereits an anderen Orten an der Blockchain Technologie interessiert gewesen.

Bis heute hat Deloitte bereits in das londoner Startup SETLS investiert, Experimente mit einem Bitcoin ATM angestellt und eine ethereum-basierte Identitätsplattform aufgestellt. Daneben gibt es noch weitere Projekte.

Vor kurzem wurde der Abteilungszweig von Deloitte in Dublin als leistungsstärkste Abteilung im Bereich Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) bezeichnet. Diese Entscheidung rührt vom starken Ökosystem her, auf das der Unternehmenszweig zurückgreifen kann.

Lory Kehoe, Fintech Spezialist bei Deloitte und dem EMEA Blockchain Labor, sagte:

“Wir hatten einige Klienten die mit uns Nachforschungen anstellen wollten, wir waren Teil des Ökosystems hier in Dublin und Europa, und wir haben einige Spitzenexemplare zu diesem Thema veröffentlicht – all das brachte uns in eine gute Position [, um die leistungsstärkste Abteilung zu werden].”

Neben den internen Auszeichnungen, gab es ein wachsendes Interesse in er internationalen Blockchain-Cmmunity, nachdem Deloitte im letzten Monat einen Hackathon mitveranstaltete.

Das Event lockte über 150 Teilnehmer an und verlieh Preise im Wert von 10.000 Euro. Der erste Platz ging dabei an ein Team bestehend aus Deloitte Angestellten

“Nachdem wir den Hackathon im November gestartet und weltweit Aufmerksamkeit erlangt haben, ging es für uns richtig los und die Dinge kamen ins Rollen”, sagte Cillian Leonowicz, Business Development Lead für das Blockchain Lab.

Nach der Austragung des Hackathons, ging die Bank of Ireland auf Deloitte zu und bat um Hilfe für die Zusammenstellung von Use Cases und der Erstellung eines Prototyps auf Basis der Technologie.

Das Ergebnis war eine Lösung zu MiFID II – ein Gesetz zur europäischen Regulierung von Finanz- und Investmentprodukten, das die Banken vor eine neue Herausforderung stellte. Jede Interaktion mit dem Klienten muss getrackt werden (und hierbei kann die Distributed Ledger Technology möglicherweise Zeit und Geld sparen).

Neben den Vorteilen die bereits in Dublin existieren, hofft Deloitte das dortige Ökosystem mit einem Blockchain Labor zu stärken. Es wurde Anfang des Jahres angekündigt und soll noch im Januar 2017 öffnen.

Teil dieses Labors soll ein Arbeitsbereich für bis zu 50 Blockchain-Entwickler und Start-Up Teammitglieder sein. Die Community soll dort durch die Arbeit enger zusammen gebracht werden und Deloittes Platz als einflussreicher Verbinder wäre damit gestärkt.

Wachstum des Ökosystems

Kevin Loaec, Managing Director der Blockchain Consulting Firma Chainsmiths – Organisator des zuvor erwähnten Hackathons – zog vor fünf Jahren nach Dublin, auf der Suche nach einem Platz der eine lebende Tech-Szene, bei niedrigen Lebenskosten anbietet.

Loaec sagt, dass die hohe Konzentration an technisch-orientierten Menschen ein Bitcoin-interesse hervorgerufen hat, bevor Bitcoin überhaupt in den Mainstream gelang. Außerdem würde die verhältnismäßig kleine Größe der Stadt dazu führen, dass ein enges Netzwerk in der Szene gespannt wird.

“Wir verfolgen alle die Arbeit des jeweils anderen, wir helfen uns gegenseitig, wir arbeiten sogar von denselben Cafés aus. Es ist fast so, als wäre jeder hier ein Freund in der Bitcoin-Community”, sagte Loaec.

Diese freundliche Haltung schlägt manchmal Brücken zwischen ansonsten feindseligen Unternehmen: Ein Beispiel ist die Irish Blockchain Expert Group – ein offizieller Zusammenschluss von Key Playern in diesem Bereich. Sie bringt die Angestellten von Deloitte und PwC zusammen, obwohl diese eigentlich in starkem Wettbewerb zueinander stehen.

Während das Ökosystem wächst, wird der Netzwerk-Effekt der Industrie immer größer und verstärkt sich selbst. Dies lässt die Attraktivität Dublins sogar weit über Europa hinaus steigen.

Was FinTech angeht, sieht Keith Fingleton von der IDA Ireland eine strahlende Zukunft:

“Finanzunternehmen schauen sich diese Technologie an und betrachten die Daten in einem neuen Licht. Für sie ist dies von strategischer Wichtigkeit. Wir wissen, dass es einen Mangel an High-End Entwicklern auf der ganzen Welt gibt… Die Leute fragen uns, wo wir sie finden können und wo der richtige Preis liegt, und wir sagen: wir sind die Lösung.”

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Corin Faife via coindesk

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