VISA und MasterCard vs Bitcoin und Krypto

Der CFO von VISA fand scharfe Worte gegen Bitcoin und sprach von einer Blase. Auch der Senior Executive von MasterCard hat sich eher kritisch über nicht staatlich kontrollierte Kryptowährungen geäußert. In beiden Fällen ist jedoch nicht mit Sanktionen seitens der Kreditkartenunternehmen zu rechnen. 

Es überrascht wenig, wenn sich Vertreter des klassischen Finanzsystems kritisch zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen äußern. Ebenso überrascht es leider kaum mehr, wenn es dieser Kritik an Tiefe fehlt. So haben sich führende Vertreter von VISA und MasterCard, den beiden größten Gesellschaften für Kredit- und Debitkarten, kritisch zu Kryptowährungen geäußert.

VISA: Kryptowährungen sind eine Blase, alle Verbrecher nutzen Krypto

Eine neue eher emotional, denn fundiert vorgetragene Kritik kommt vom Vasant Prabhu, dem CFO von VISA. In einem Interview mit Financial Times reihte er sich in die Riege von Leuten ein, die Bitcoin als Blase bezeichnen. Wie schon viele andere Finanzexperten vor ihm sieht er die Entwicklung, dass gerade Leute aus geringeren Gesellschaftsschichten in Bitcoin eine Investmentmöglichkeit sehen, als sehr besorgniserregend:

„Mir machen die Leute Sorgen, die mich nach Bitcoin fragen. Es sind die Chauffeure, die mich zum Flughafen fahren… Wenn jener, der dir die Schuhe putzt, dir Investmentratschläge geben will, dann weißt Du, dass es sich um eine Blase handelt.“

Er vertraut einer Währung, die von der Federal Reserve Bank kontrolliert ist, da er hier wisse, wer dahinter stehe. Im Fall von Bitcoin wäre das aber unbekannt, so Prabhu.

Schließlich unterstellte er, dass jeder Gauner und korrupte Politiker Kryptowährungen nutzen würde.

Abgesehen von den Un- und Halbwahrheiten, die der CFO von VISA im Interview weiter verbreitete, verstört doch das Menschenbild. Jene, die ihn im Auto herumfahren und ihm die Schuhe putzen, sind gemäß dieser Äußerungen anscheinend weder wert, etwas Geld zur Seite zu legen, noch befähigt, mögliche Trends früher als er zu erkennen.

MasterCard: Transparente, staatlich kontrollierte Kryptowährungen sind ok

Ari Sarker, der Senior Executive von MasterCard, drückte sich wohlwollender gegenüber Kryptowährungen aus – sofern diese zum einen nicht anonym, zum anderen staatlich kontrolliert seien. Damit bestätigt er die Worte des CEO von MasterCard. Ajay Banga bezeichnete Kryptowährungen, die nicht diese Kriterien erfüllen als „Müll“.

Leider äußerte sich keiner der Vertreter darüber, wie das mit dem umstrittenen Petro Venezuelas zusammenpasst.

Trotz Kritik: Keine Sanktionen gegen Bitcoin

Die kritischen, im Fall von VISA scharfen Worte, scheinen jedoch keine zu negativen Folgen für Bitcoin-Debitkarten und ähnliches zu haben. Sowohl MasterCard als auch VISA haben den Kauf von Bitcoin als eine Barzahlung definiert. Diese ist zwar mit besonderen Gebühren verbunden, aber nicht verboten.

VISA möchte aktuell keine Transaktionen in das Krypto-Ökosystem verbieten. Worauf VISA jedoch wert legt, ist strenge Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Regularien. Schnittstellen zwischen dem Krypto-Ökosystem und der Realwirtschaft müssen entsprechend aufgestellt sein.

MasterCard hat in Japan und Singapur sogar ein Pilotprogramm gestartet, welches Bitcoin-Anlegern gestattet, sich den entsprechenden Gegenwert in Fiat auf eine MasterCard auszahlen zu lassen.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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