Vinny Lingham: Eine Hard Fork könnte fatale Folgen für Bitcoin haben

Fork in the backlit

Die ETF Entscheidung liegt hinter uns und der Markt wendet sich erneut der großen Frage über die Skalierbarkeit von Bitcoin zu. Das Netzwerk wird mit steigenden Transaktionszahlen zunehmend langsamer und die Transaktionsgebühren schießen in die Höhe.

Während sich ein Großteil der Community für eine Erhöhung der Blockgröße und einer Hard Fork zur Steigerung der Transaktionsrate ausgesprochen haben, sagt Vinny Lingham, ein Bitcoin Experte aus Südafrika, dass dies einen negativen Einfluss auf Bitcoin haben könnte.

Argumente für eine Skalierung

Das Bitcoin-Netzwerk scheint derzeit unter der steigenden Transaktionszahl zu ersticken – die unbestätigten Transaktionen häufen sich im Backlog, die Gebühren schießen durch die Decke und generell wirkt das ganze Netzwerk extrem träge. Durch die steigenden Transaktionsgebühren werden Mikrotransaktionen nahezu unmöglich. Jedem ist das Problem bewusst, aber die Einigung auf eine Lösung scheint in weiter Ferne.

Das Bitcoin Core Team (SegWit) sagt der Erhalt der Block-Größe von 1 MB ist essentiell um die dezentrale Natur von Bitcoin zu erhalten, während auf der anderen Seite die Befürworter für eine Vergrößerung der Block-Größe die Fahnen schwingen (Bitcoin Unlimited).

Bitcoin Unlimited

Bitcoin Unlimited (BTU) scheint den Minern die Entscheidung über das weitere Vorgehen mit der Block-Größe in die Hände zu legen. Unlimited hat in den letzten Wochen als Spitzenkandidat entpuppt. Erst kürzlich sprach sich der größte Mining-Poll für einen Unlimited Support aus.

Die Anzahl der Bitcoin Unlimited Nodes steigt zunehmend an, +30%. Erst kürzlich erlangte Bitcoin Unlimited sogar die Mehrheit über SegWit (28%). SegWit wird vom Bitcoin Core Team (BTC) unterstützt.

Der wachsende Support für Bitcoin Unlimited kam jedoch nicht ohne „Nebenwirkungen“ einher: ein Bug in der Software legte kurzzeitig einen Großteil der Unlimited Nodes lahm – ein Szenario, was man sich lieber nicht ausmalen möchte, sollte sich letzendlich Bitcoin Unlimited durchsetzen können.

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Sobald Bitcoin-Unlimited eine Mehrheit von 50% erreicht, können die Miner Blöcke schürfen, die größer sind als 1 MB und damit den Transaktionsfluss erhöhen. Die Folge: Eine Hard Fork und damit eine Spaltung des Netzwerks.

Warum ist Vinny Lingham gegen eine Hard Fork?

Vinny Lingham glaubt, dass Bitcoin ohne eine Hard Fork das Potenzial hat die 3.000 US-Dollar zu erreichen.

“Es ist gefährlich. Wenn Bitcoin geforked wird können wir uns von den 3.000 USD in 2017 verabschieden.“

Vinny ist der Auffassung, dass Bitcoins größtes Gut die Bekanntheit ist, die in Folge einer Hard Fork getrübt werden könnte.

Für jemanden der sich nicht mit Bitcoin befasst, wäre nach der Spaltung nicht mehr eindeutig ersichtlich, welcher Coin jetzt der „wahre Bitcoin“ ist. Aufgrund der Verwirrung könnten sich auch die Akzeptanzstellen gegen beide Coins, BTC (Bitcoin Core) und BTU (Bitcoin Unlimited) entscheiden.

Es könnte auch dazu führen, dass Befürworter beider Fraktionen die Coins der Rivalen verschleudern, um gegenseitig die Kurse zu drücken.

Vinny erinnerte noch einmal an Ethereum Classic, als sich die Ethereum Foundation dazu entschied all ihre Coins zu verkaufen. Zudem würde eine Spaltung in BTC und BTU das Netzwerk allgemein schwächen, da sich die Nutzerzahl in Zwei teilen würde.

Während sich die Blocksize Debatte immer weiter zuspitzt und extrem polarisiert, wäre eine Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Lösung wohl die derzeit beste Alternative. Nur so kann Vinny Lingham zufolge ein Erhalt des Wertes gesichert werden.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Jacob J via Cointelegraph


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