Verwirrung um Südkorea – Kommt tatsächlich ein Bitcoin-Verbot?

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: National Assembly Building February 16, 2013 in Seoul, KR. Completed in 1975, it serves as the National Assembly of the Republic of Korea via Shutterstock

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Seit den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstags geht die Meldung um, dass die südkoreanische Regierung sich daran machen möchte, ein Gesetz zu verfassen, welches den Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen verbieten soll. Wir haben uns genauer informiert und ordnen diese Meldungen ein.

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Südkorea verbietet Bitcoin – so oder so ähnlich klang es heute von vielen verschiedenen Seiten. Anlass dazu war die Äußerung des südkoreanischen Justizministers Park Sang-ki, ein Gesetz herausgeben zu wollen, das den Handel mit Kryptowährungen in dem Land verbieten soll. Da es vonseiten der südkoreanischen Regierung starke Bedenken gegenüber digitalen Währungen gebe, bereite sein Ministerium ein solches Gesetz bereits vor. Dies geschehe in enger Abstimmung mit dem Finanzministerium sowie der koreanischen Regulierungsbehörde.

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Im ersten Augenblick erinnern diese Vorgänge an die Situation in China im September vergangenen Jahres. Hatte die Regierung der Volksrepublik in Zusammenarbeit mit der chinesischen Zentralbank PBoC zunächst Initial Coin Offerings verboten, legte sie eine Woche später nach und kündigte zudem eine Schließung der in China ansässigen Krypto-Börsen an. Das ICO-Verbot nach chinesischem Vorbild machte sich auch Südkorea schnell zu eigen, nun scheint sich der ostasiatische Staat also auch über den zweiten Teil der „China-Bombe“ Gedanken zu machen.

Damals wie heute reagierte der Markt empfindlich auf die Meldung und färbte sich beinahe durchgängig rot. Jedoch fällt der Sturz heute bei Weitem nicht so extrem aus wie es noch im September gewesen ist. Fielen damals die Kurse reihenweise um 30-50 %, wodurch der Markt ein Drittel seines Kapitals einbüßte, ist der aktuelle Fall sehr moderat und hält sich in den meisten Fällen im einstelligen Minusbereich. Darüber hinaus kann man die heutige Marktkapitalisierung nicht mit der damaligen vergleichen, da sich seit September viel auf dem Krypto-Markt getan hat.

Nichtsdestotrotz bleibt Südkorea ein wichtiger Markt für Kryptowährungen, schätzungsweise bis zu 20 % des globalen Krypto-Handels werden in Korea abgewickelt, mit Bithumb oder Coinone sitzen weltweit agierende Exchanges auf der Halbinsel. Welchen Einfluss der südkoreanische Markt hat, musste unlängst Ripple schmerzhaft erfahren, dessen Kurs dramatisch eingebrochen war, nachdem das in Korea gehandelte Marktvolumen von Coinmarketcap aus der Berechnung genommen wurde.

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Es mehren sich jedoch Zeichen, dass die angekündigte Regulierung sich als weniger schlimm herausstellen könnte, als sie jetzt medial aufgebauscht wird. Nicht nur erholen sich die Kurse aktuell wieder, sondern es stellt sich zudem die Frage, was die allgemeine Ankündigung eines Justizministers überhaupt konkret heißt. Im Gegensatz zu China ist Südkorea kein autokratisch regierter Einparteienstaat, sondern hat ein Parlament, welches Gesetze verabschiedet. Zudem scheint eine genaue Ausgestaltung des Gesetzes noch gar nicht zu existieren, weshalb noch nicht bekannt ist, wie eine mögliche Einschränkung des Handels mit Kryptowährungen überhaupt aussehen soll. Auch die Rolle des südkoreanischen Finanzministeriums scheint nicht ganz klar zu sein – lokale Medien berichten, dass Vertreter des Finanzministeriums die Vorschläge des Justizministers nicht unterstützen würden.  Bereits im Dezember lag die Option eines Krypto-Verbotes auf dem Tisch – es wurde sich jedoch dagegen entschieden.

Und schließlich scheint auch der Vergleich mit China gar nicht so angsteinflößend: Nach dem Verbot von Krypto-Börsen in der Volksrepublik siedelten sich die größten Exchanges in der benachbarten Sonderverwaltungszone Hongkong an, von wo aus der Handel von und mit Kryptowährungen wie gewohnt weiterfließen konnte. Jüngst sorgte gar ein Gerichtsurteil in China für Aufsehen, welches den Menschen in China das Recht zusprach, Kryptowährungen zu handeln. Grund genug also, auch den aktuellen Meldungen aus Südkorea gelassen entgegenzusehen.

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