Verliert die Community das Vertrauen in Coinbase?

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Quelle: Viesinsh via Shutterstock

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Während der Bitcoin Gold Hard Fork an uns vorbeizieht, gelangt die Debatte um SegWit2x wieder ins Bewusstsein der Community. Während die Börse Coinbase vorgestern noch diplomatisch die aktuelle Bitcoin-Blockchain als zukünftigen “Bitcoin” erklärte, fügte die Börse aus San Francisco gestern eine kleine, aber weitreichende Änderung in ihrer Erklärung hinzu.
BTC oder B2X?

BTC oder B2X?

Wie wir bereits gestern in einem Artikel erwähnt haben, geht es aktuell in der Community um Definitionen. Es geht darum, welche Blockchain nach Ende des Hard Forks im November die Bezeichnung “Bitcoin” tragen darf. Nicht nur marketingtechnisch hat das große Auswirkungen, alleine die Situation an sich zeigt: Bitcoin ist eine heiß umkämpfte Marke.

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In der Nacht von gestern auf heute erklärte Coinbase folgendes neues Kriterium:

“Klarstellung zum kommenden SegWit2x Fork

In unserem vorherigen Blog-Post haben wir für den Zeitpunkt des Forks darauf hingewiesen, dass wir die bestehende Chain Bitcoin und den SegWit2x Fork Bitcoin2x nennen werden.

Doch einige Kunden haben uns nach einer klaren Antwort gefragt, was nach dem Fork passieren wird. Wir werden die Chain mit der höchsten Schwierigkeit Bitcoin nennen.

Und wie aus dem vorangegangenen Blog-Post zu lesen war, gilt dieses Kriterium für 48 Stunden. Die Börse der Winkelvoss Zwillinge, Gemini, legte außerdem ebenfalls dieses Kriterium für sich fest.

Sicherheit

Aus Sicht der IT-Sicherheit muss man für solche ungeprüften und voreiligen Kriterien besonders vorsichtig sein. Da sich Code maßlos ausnutzen lässt, wurden einige Stimmen in der Community laut und warnten vor möglichen Angriffen. So erklärte Analyst und Editor-in-Chief bei Adamant Research, Tuur Demeester, auf Twitter:

“Das ist bedenklich. Ein Mining-Kartell könnte für 48 Stunden Verlust in Kauf nehmen, nur um Geminis Kriterium zu erfüllen.”

Demeesters Beschreibung zielt auf eine böswillige Gruppierung von Minern ab, die kurzzeitig die zu schürfende Chain wechseln – sei es für Profit oder um einen Coin zu zerstören. Ein Zeitfenster von 48 Stunden sei zu kurz, ein Hin und Her durch böswillige Miner schädlich, da dies nur zu Verwirrung führen würde.

Blockstream-CEO, Adam Back, der unter anderem das Core Team verwaltet, würde ein größeres Zeitfenster von einem Monat einplanen.

Coinbase-CEO, Brian Armstrong, erklärte hingegen, dass die Kommunikation aktuell sehr schwerfällig ist. Von vielen Seiten in der Community wird ihm vorgeworfen, parteiisch zu sein, schwammige Formulierungen seien Absicht. Was wohl aber ein Problem ist, ist die wachsende Unsicherheit, Ungeduld und starke Zersplitterung, die eine formale Unterhaltung über die Zustände schwer gestaltet.

Aus der Verwirrung zieht CEO Adam Back zumindest noch einen positiven Aspekt, er schrieb: “Bevor wir in Zukunft nochmal über einen [Bitcoin-]ETF nachdenken, sollten wir solche Probleme auf jeden Fall ausräumen.”

BTC-ECHO

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