Vereinte Ziele des Bitcoin Lightning Netzwerk

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

country road with lightning

Quelle: © Vitaly Krivosheev - Fotolia.com

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Die Entwicklung einer wichtigen Schlüsseltechnologie für das Bitcoin Skalierungsproblem hatte sich bisher scheinbar im Sande verlaufen – das könnte sich bald ändern.

Die größeren Entwickler hinter dem Bitcoin Lightning Netzwerk haben sich letzte Woche in Mailand getroffen, um darüber zu entscheiden wie das Micropayment Layer voranschreiten wird und wie die verschiedenen Arbeitsansätze standardisiert werden können. Insgesamt haben sich Vertreter von sechs Projekten eingefunden. Von den Anwesenden wurde die Arbeit als „Höhepunkt“ der bisherigen Arbeit seit der ersten Ankündigung im Jahr 2015 bezeichnet.


Laut den Organisatoren war die Idee hinter diesem Meeting, dass man Designregeln für jede Implementation einführt, da die Projekte zurzeit auseinanderdriften. Es bestehen zurzeit acht verschiedene Ansätze und letztendlich sollen alle untereinander Funktionalität zeigen.

Laut der Mitbegründerin des Lightning Labs, Elizabeth Stark, hat sich die Gruppe bereits über mehrere Telefonate in zwei Wochen Abständen ausgetauscht. Außerdem wurden technische Diskussionen über das Lightning Netzwerk über eine Mailingslist geführt.

Stark erklärte CoinDesk:

“Ohne gründliche tiefgreifende Gespräche könnte es dazu führen, dass Funktionsschwierigkeiten unterschiedliche Ideen aufkommen. Wir wollen das alle Implementationen miteinander interagieren und arbeiten können.”

Andere Teilnehmer haben Informationen darüber geteilt, wie man gemeinsam an einem Prozess arbeiten könnte. Einige haben vorgeschlagen, dass die ersten Versionen des Lightning Netzwerks bereits gegen Ende des Jahres zur Verfügung stehen könnten.

Beispielsweise wies der Blockstream Core Tech Engineer Christian Decker darauf hin, dass er zuversichtlich über die weitere Entwicklung in Richtung Ziel ist.

“Wir haben alle Details zusammengetragen die für eine Interoperabilität (Zusammenarbeit verschiedener Dienste) nötig ist. Dies löst die erste Erkundungsphase ab und nun können wir damit fortfahren alle gelernten Lektion zusammenzuführen”, sagte er.

Der heiß erwartete Top Layer für das Bitcoin Netzwerk ist auf größere Transaktionskapazitäten und Geschwindigkeit ausgelegt (deswegen “Lightning”, engl. für “Blitz”). Laut den Entwicklern kommt dies dem eigentlichen Wert des Bitcoin zugute (die Idee, dass man bei digitalen Währung die keine Mittelsmänner benötigt).

Zwar wird diese Methode als jene angepreist, die die Skalierbarkeit auch ohne erhöhten Durchsatz der Blockchain ermöglichen, jedoch steht das Lightning Netzwerk in der Kritik als on-chain Methode zur Skalierung.

Die Entscheidungen

In einem detaillierten Blog-Post erklärte die Gruppe mehrere Entscheidungen über die Kompatibilität des Protokolls (was der Lightning Netzwerk Architekt Joseph Poon als “kritisches Kernprotokoll” bezeichnet). Außerdem wurde festgelegt wie jede Implementation in der Zukunft funktionieren soll.

Im genauen wurde auch ein “core commitment protocol” beschrieben, welches entscheiden soll wie Micropayment Channels zwischen zwei Nutzern aktualisiert werden wollen. (Das Lightning Netzwerk nutzt eine Kryptofunktion namens Hashed Time Contracts (HTLCs), welche sicherstellen, dass Zahlungen nicht von Zwischenhändlern gestohlen werden können).

Eine weitere Beschreibung galt einem zwei-stüfigen HTLC Schema von Mats Jerratsch, welcher an Blockchains Thunder Implementierung arbeitet.

Die Gruppe diskutierte außerdem weitere Spezifikation für ein grundlegendes Routing Protokoll für Zahlungen die durch das Netzwerk wandern. Darüber hinaus wurde auf weitere Implementationsdetails eingegangen.

Dies bezieht eine Methode zur Verschlüsselung der Kommunikation zwischen Nodes ein und eine Methode zum Überwachen der Channels auf Betrug, so dass dies nicht die Nutzer übernehmen müssen.

Fortschritt wird erwartet

Bisher erbittet die Gruppe ein Feedback vom Rest der Bitcoin Community, bevor die Spezifikationen endgültig festgelegt werden. Das Testen der Kompatibilität wird über die nächsten Wochen erfolgen.

“Dass alle Teams zu ähnlichen Schlussfolgerungen und Lösungen gekommen sind, ist für mich ein Zeichen dafür dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir arbeiten nun an einer einheitlichen Spezifikation und werden alle Implementationen an diese Spezifikation anpassen”, sagte Decker.

An anderer Stelle äußerten Vertreter die Idee, dass dieses Update ein Zeichen dafür ist, dass an fortgeschrittener Bitcoin Technologie weitergearbeitet wird.

Valery Vavilov, CEO der Bitfury Group, zitierte beispielsweise den Fortschritt den die Scaling Bitcoin Konferenz als ganzes erreicht hat. Sie diente als Ort zur Diskussion einer Vielzahl neuer technologischer Ansätze, Kritik und Themen des Lightning Netzwerks.

Vavilov erklärte CoinDesk:

“Wir denken dass das Event in Mailand ein wichtiger Schritt zur weltweiten Anerkennung von Bitcoin, Blockchain, unserer Community und dem Lighning Netzwerk im allgemeinen war.”

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Alyssa Hertig via coindesk

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