Vereinigte Arabische Emirate: Finanzaufsicht warnt vor ICOs

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die Finanzaufsicht SEC der Vereinigten Arabischen Emirate warnt vor den Risiken neuer Kryptowährungen, sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs). In einem Rundschreiben verweist die Behörde dabei auf die Risiken von Fundraising-Verkäufen, wie ICO oder Token Presales. Zwar wird damit der kritische Ton im Land lauter – wirtschaftspolitische Eingriffe und Regulierungen lassen trotz aller Kritik am Golf bisher dennoch auf sich warten.

Die Risiken sieht die Behörde in erster Linie darin begründet, dass investitionswilligen Bürgern nicht klar sein könnte, worin sie ihr Geld anlegen. So wären ICOs oftmals gänzlich unreguliert und deshalb eine Betrugsgefahr.


Zudem wären große Preisschwankungen zu erwarten, sobald die jeweiligen Währungen auf Sekundär- und Massenmärkten erhältlich sind. Dies liegt jedoch in der Natur der Sache. Denn bei sogenannten ICO Presales wird normalerweise zunächst zu viel geringeren Preisen verkauft als beim Massenverkauf. Oftmals dient der Presale als Startrampe und Fundament für weitere Infrastruktur vor dem Sprung ins Massengeschäft.

Besonders Investitionen in ausländische ICOs  werden im Rundbrief als Problem dargestellt, da Investoren auch hier auf Klarheit über die konkreten regulatorischen Gegebenheiten fehlen würde. In diesem Zuge betont die Finanzaufsicht, sie würde ICOs im Gegenzug weder regulieren noch überwachen.

So heißt es in dem Schreiben:

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„ICOs können von ausländischen Quellen herausgegeben werden und unterliegen deshalb Gesetzen und Regularien, die sich nur schwer zu verifizieren lassen. Die Rückverfolgung und Erstattung im Falle eines ICO-Kollapses könnte sich als extrem schwierig herausstellen.“

Damit will die SCA unmissverständlich deutlich machen: Wer sich verspekuliert, bleibt auf seinen Verlusten sitzen.

Zentralbank in kritisch-abwartender Haltung

Wie Golf-Medien berichten, laufen zwar seit Dezember vergangenen Jahres Bestrebungen der Zentralbanken Saudi-Arabiens und seines kleinen Bruders, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kryptowährungen für den Binnenhandel nutzbar zu machen. Dennoch sieht man im Land das internationale Finanzgeschäft rund um Kryptowährungen zumeist kritisch.

So betonte etwa der Leiter der staatlichen Investitionsaufsicht,  Mubarak Rashed Al Mansouri, noch im Oktober, es mangele an Aufsicht des Bitcoins. Er warnte, Kryptowährungen könnten Geldwäsche und Terror-Finanzierung dienen. So haben Krypto-Unternehmen im Land einen schweren Stand und kaum Chance Fuß zu fassen. Die Zentralbank erteilt ihnen keine Lizenzen. Noch bestehen im Golfstaat keinerlei unmittelbaren regulatorischen Eingriffe. Dass diese jedoch bereits auf dem Weg seien, ließ Al Mansouri letzten Februar erahnen.

UAE – Reich dank Öl

Die Wirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate ist nach Saudi-Arabien nicht nur die zweitstärkste der Golfregion, sondern damit der gesamten arabischen Welt. Arabische Investoren spielen als zahlungskräftige Geldgeber nicht nur in den heimischen Industriehubs eine wichtige Rolle– sondern auch auf den internationalen Finanzmärkten. Quelle ihres Wohlstands ist der wichtigste Bodenschatz der Region: Öl. Inwiefern ihr Geld bisher in Kryptowährungen steckt, ist reine Mutmaßung. Etabliert sich etwa der Bitcoin allerdings weiter im konventionellen Finanzwesen, dürfte das auch für die Herren aus Dubai und Abu-Dhabi von höchstem Interesse sein. Und der Schritt zu neuen Kryptowährungen und ICOs wäre nicht weit.

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