Venezuela will OPEC gemeinsame Öl-Währung vorschlagen

Venezuela will OPEC gemeinsame Öl-Währung vorschlagen

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro will die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder OPEC für eine gemeinsame Kryptowährung erwärmen. Dies berichtet Al-Jazeera am Dienstag. Vorbild könnte seine eigene im Dezember angekündigte umstrittene Digitalwährung Petro sein, die mit den Öl-Reserven des krisengerüttelten Landes gehalten wird. Ob Maduros Vorschläge bei den Ölproduzenten auf fruchtbaren Boden fällt, gilt als fraglich.

Wenn in knapp zwei Wochen der Vorverkauf des Petros an den Start geht, soll dies nur der Anfang sein – zumindest wenn man nach Nicolas Maduro geht. Der Präsident Venezuelas kündigte im Rundfunk des südamerikanischen Landes in dieser Woche an, eine gemeinsame Öl-Währung der OPEC-Staaten auf den Weg bringen zu wollen.

“Ich werde allen OPEC-Mitgliedern und Ölproduzenten offiziell vorschlagen, einen gemeinsamen öl-gesicherten Kryptowährungsmechanismus einzuführen“,

beschreibt der 55-jährige seine Vision.

Nach den Vorstellungen Maduros könnten die Öl-Produzenten damit eine wertstabile, durch gemeinsames Öl gesicherte Währung nach Petro-Vorbild herausgeben.

Absichern mit dem Öl der Anderen?

Ein solcher OPEC-Petro wäre für Maduro ein regelrechter Coup. Denn die OPEC mit Sitz in Wien vertritt neben Venezuela, auch die ölreichen Golfstaaten. Damit ist der Verband für geschätzte 45 % der weltweiten Ölproduktion verantwortlich. Zudem schlummern in Böden und Gewässern der Mitgliedsländer 75 % der weltweiten Öl-Reserven.

Eine gemeinsame Währung würde Venezuela absichern gegen den möglichen Widerstand aus dem Ausland, der sich nur noch gegen Caracas richtet. Maduro befindet sich mit dem Rücken zur Wand. Seine Wirtschaft kriecht, das Glücken des Experiments „Petro“ ist fraglich.

Während die einheimische Opposition auf die Barrikaden geht, den Petro „illegal“ und eine „gesetzwidrige Anleihe der staatlichen Ölreserven“ nennt, will demgegenüber vor allem vonseiten der USA eines auf keinen Fall. Und das ist Zeuge werden, wie Venezuela die internationalen Finanzsanktionen umgeht.

Einen OPEC-Petro wird man nicht zulassen wollen und im Zweifelsfall alle Hebel in Bewegung setzen, diesen zu verhindern. Zwar hat die Organisation einst die Amerikaner als Weltmarktführer verdrängt und versucht derzeit den Ölpreis durch Produktionskürzungen zum Unmut der USA zu diktieren. Überdies ist der US-Einfluss auf die OPEC-Konkurrenten dennoch vor allem außenpolitisch groß. So gilt OPEC-Motor und Weltmarktführer Saudi-Arabien als enger Verbündeter Washingtons.

Im Kampf gegen die Abwärtsspirale

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Maduro die auf Öl-Reserven basierte Digitalwährung angekündigt. Mit ihr soll das Land vom anhaltenden Krypto-Boom profitieren, den Weg aus der Wirtschaftskrise finden – und folglich die Ketten internationaler Sanktionen ablegen. Denn mit einer derzeitig galoppierenden Inflation von 2.900 % befindet sich Venezuela seit dem vergangenen Jahr in einer immer schneller drehenden Abwärtsspirale. Lebensmittel werden knapp, die öffentliche Ordnung zerfällt. Der internationale Währungsfonds prognostiziert Venezuela gar eine Inflationsrate von 13.000 % bis Ende des Jahres.

Eine erste Finanzspritze dagegen könnte der Petro-Vorverkauf werden. Dieser läuft in knapp zwei Wochen an. Vergangene Woche hatte der Präsident mit der Unterschrift des Petro-White-Papers diesen angekündigt und erstmals neue Details veröffentlicht. So soll der Petro künftig mithilfe der Pass- und Ausweispapiere genutzt werden können und die Bürger in ihrer Finanzführung damit unmittelbar an den Staat binden.

“Der Petro wird riesigen Einfluss haben, wie unser Zugang zu Fremdwährungen aussehen wird und wie wir Güter und Dienstleistungen beziehen werden, die wir von überall in der Welt brauchen“,

so Maduro im venezolanischen Fernsehen.

Wie heute bekannt wurde, will er sich in einer vorgezogenen Wahl bereits am 22. April wiederwählen lassen. Zur Abstimmung steht bisher nur sein Name. Nach Einschätzungen könnte dies auch gegen den Willen der Opposition so bleiben.

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