Venezuela: Hyperinflation bringt Bolivar auf den Wert von einem Satoshi

Venezuela: Hyperinflation bringt Bolivar auf den Wert von einem Satoshi

Während die nationale Währung Venezuelas, der Bolivar, immer wieder Negativ-Rekorde aufstellt, suchen die Bürger des Landes weiter nach Alternativen. Es ist kein Wunder, dass Bitcoin in Venezuela boomt, obwohl zuletzt auch In-Game-Gegenstände aus World of Warcraft als Zahlungsmittel genutzt wurden.

Misswirtschaft im Endstadium

Mit den aktuellen Preisanstiegen bei Bitcoin auf neue 4.250 US-Dollar und dem gleichzeitigen Niedergang des Bolivar, schreibt Bitcoin am heutigen morgen wieder Geschichte: Aktuell ist ein Bolivar rund ein Satoshi wert – also ein Hundertmillionstel Bitcoin, die kleinste mögliche Bitcoin-Einheit.

Auf Reddit veröffentlichten einige Nutzer einen Screenshot, der dieses bizarre Spektakel zeigt.

Die Bevölkerung Venezuelas kämpft im Jahr 2017 bereits mit einer Inflation von rund 2.000 %.

Sogenannte “Faucets” dienen, besonders bei Bitcoin, eigentlich als Einstieg in die Krypotwährungen. Sie sind Internetseiten, auf denen man sich Werbung ansehen kann oder Umfragen gegen Bitcoin ausfüllt. Die Ausschüttungen sind nicht groß, doch mit diesem Bruchteil eines Bitcoin kann und konnte man erste Schritte machen.

Die Hyperinflation in Venezuela ist mittlerweile so schlimm, dass es theoretisch sinnvoll ist, jeden Tag einen Bitcoin-Faucet zu bedienen, da die Auszahlungen für Venezolaner tatsächlich einen Unterschied machen. Auch Mining wird im Geheimen als Finanzierungsmittel durchgeführt. Doch es geht bizarrer: Seit Juli ist die In-Game-Währung des bekannten Online-Rollenspiels “World of Warcraft” mehr wert als der Bolivar.

BTC-ECHO

Über Danny de Boer

Danny de BoerAls Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Bildquellen

  • Venezuela waving flag on a bad day: Filipe Frazao via Shutterstock

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