Security, Utility oder Security Token? Chamber of Digital Commerce gibt Richtlinien heraus

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Utility oder Security Token? Chamber of Digital Commerce gibt Richtlinien heraus

In seinem jüngsten Hintergrundbericht gibt der US-Blockchain-Verband Chamber of Digital Commerce Unternehmen Richtlinien für die Herausgabe, den Handel und die sonstige Handhabe digitaler Token an die Hand. Damit will die Interessensvertretung vor allem das Risiko gesetzlicher Unsicherheit ausräumen.

Tokenisierung ist der neuste Trend am Blockchain-Himmel. Doch egal, ob digital-verschlüsselter Immobilienbesitz, Aktien und Firmenanteile, Fan-Coins oder andere Kryptowährungen – wer Token herausgeben oder handeln will, der steht nicht selten vor großen Hürden. Oft steht am Anfang solcher Initiativen die Frage, welche Gesetze und Vorschriften für die eigenen Digitalprojekte überhaupt gelten.

Eine Organisation, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Unternehmen wie Politiker die Tür in die Welt in Bitcoin, Blockhain & Co. zu öffnen, ist der US-Verband Chamber of Digital Commerce, zu Deutsch: Handelskammer der Digitalwirtschaft. Sie ist die größte Interessenvertretung des Blockchain-Sektors weltweit.

In diesem Monat hat der Verband den jüngsten Bericht seiner „Understanding Digital Tokens“-Serie veröffentlicht. Darin gibt die Organisation interessierten Unternehmen und Handelsplattformen nun Richtlinien an die Hand, wie sie ihre eigenen Token-Projekte mit Blick auf gesetzliche Vorschriften absichern können.

Utility oder Security Token?

Neben der derzeitigen Gesetzeslage, den vielfältigen Handelsmöglichkeiten für Coins und Token sowie den damit verbundenen Risiken nimmt sich der Bericht dabei der zentralen Frage an, in welchem Fall diese Anlage- und Investmentobjekte nach dem US-Recht Securities darstellen – und wie sich Unternehmen in dem Dschungel geltender Vorschriften zurechtfinden.


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Hierbei hebt die Handelskammer die Unterteilung in Utility Token – also digitalen Gutscheinen, die nur auf einer hierfür vorgesehenen Plattform funktionieren und für bestimmte Dienstleistungen und Produkte eingetauscht werden können – und Security Token hervor. Letztere wiederum stellen digitalisierte, auf Blockchains gesicherte Vermögensanlagen dar. Diese werden von den zuständigen Aufsichtsbehörden wie traditionelle Wertpapiere behandelt. Deshalb gelte es für Unternehmen, bestehenden Vorschriften der zuständigen US-Behörden SEC und CTFC zu bedenken.

Um zu bestimmen, welche Art Token vorliegt, müssten Unternehmen im Zuge von Initial Coin Offerings (ICOs) oder Security Token Offerings (STOs) zunächst den Howey-Test für Aktien zu Rate zu ziehen. Erfüllen die Token die Auflagen für Wertpapiere – liegt also eine Geldanlage in ein öffentliches Unternehmen mit der Erwartung von Gewinnen vor – müssten sie als Investmentprodukt und damit als Security bewertet werden.

Andernfalls empfiehlt die Organisation an Utility Token interessierten Unternehmen, ihre Arbeit an der Plattform oder dem System, in dem diese zum Einsatz kommen sollen, möglichst zeitnah abzuschließen. Erst dann sollte der Verkauf eingeleitet werden. Unternehmen und Handelsplattformen wiederum sollten Utility Token als Produkt vermarkten, nicht aber als Investition. So könne gesetzliche Unklarheit vermieden werden.

Wachstum braucht Rechtssicherheit

Zudem empfiehlt der Verband die Veröffentlichung eines detaillierten Konzeptpapiers. Hierin sollten sie Ziele, Zwecke und Zeitplan der Token-Projekte genau darlegen. Diese sollten sie einerseits mithilfe rechtlichen Beistands auf die bestehenden Vorschriften prüfen. Andererseits gelte es, sich im Detail mit Handelsplattformen abzustimmen, die die Token dann in der Folge vertreiben sollen.

Neben Unternehmen sollen die Richtlinien auch Gesetzgebern erste Schritte in der Blockchain-Welt erleichtern.

Dies ist eine wichtige Informationsquelle für die informierte Entscheidung von Gesetzgebern, Behörden und Juristen, wenn sie mit Token-Wirtschaft zu tun haben,

umreißt der Blockchain-Verband seinen Antrieb hinter den Berichten.

Wir befinden uns in einer Zeit, in der der technologische Fortschritt die Grenzen des jahrzehntelang etablierten Rechts überschreitet – eines Gesetzes, das zu einer Zeit erlassen wurde, als tokenisierte Vermögenswerte und digitale Sofortüberweisungen [noch gar] nicht in Betracht gezogen wurden. Dies ist aufregend, birgt jedoch Risiken.

Entsprechende gesetzliche Unklarheiten gelte es mit Blick auf das wachsende Geschäft mit Token, Blockchain-Anlagen und Kryptowährungen zu vermeiden. So sei das vergangene Jahr 2018 mit Blick auf ICOs zwar relativ schleppend verlaufen. Langfristig sei jedoch mit einem weiteren Wachstum des Krypto-Space, ob im Finanzsektor oder mit Blick auf andere Dienstleistungen, zu rechnen:

Das schiere Kapitalvolumen zeigt das leidenschaftliche Interesse so vieler Menschen auf der ganzen Welt am Potenzial dieser Märkte.

Deshalb will die Organisation in kommenden Berichten künftig Richtlinien für den Verbraucherschutz, Cyber-Sicherheit und Anti-Geldwäschevorschriften veröffentlichen.

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