USA: IBM pusht Blockchain-Adaption – die SEC handelt

USA: IBM pusht Blockchain-Adaption – die SEC handelt

Der Technologiekonzern IBM wünscht sich von den US-amerikanischen Gesetzgebern mehr Initiative im Bereich Blockchain. Das geht aus einem Treffen des Ausschusses für Blockchain des US-Kongresses mit Vertretern von IBM hervor. Die Finanzmarktaufsicht SEC nimmt die fehlende Regulierung für Kryptowährungen derweil zum Anlass, um selbst steuernd tätig zu werden.

Die US-amerikanische Legislative gibt derzeit keine gute Figur ab – zumindest was die Handhabung von blockchainbasierter Technologie angeht. So beklagt der IT-Riese IBM, seinerseits einer der Vorreiter in Sachen Blockchain-Adaption, die zögerliche Herangehensweise des Kongresses an die Implementationen technologischer Neuerungen in den Verwaltungsalltag. Dies könnte sich nun jedoch ändern.

Zum Start in diese Woche trafen sich Vertreter von IBM am 24. September mit Mitgliedern des Ausschusses für Blockchain des US-Kongresses. Inhaltlich ging es um die Nutzung der Blockchain bei der Identifikation, bei Zahlungsabläufen und bei globalen Lieferketten. Dabei einigten sich die Vertreter auf den gemeinsamen Standpunkt, dass das Thema Blockchain zu viel Potential mit sich bringt, als dass man es nun einfach vernachlässigen könne:

„Es ist zwingend notwendig, dass Regierung und Industrie zusammenarbeiten, um die Marktführerschaft in diesem neuen Bereich fortzusetzen und zu stärken. Auch müssen mögliche politische und regulatorische Unvereinbarkeiten angegangen werden, die das Wachstum der aufstrebenden Blockchain-Ökonomie einschränken könnten“,

heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Zuvor hatte IBM einen Bericht mit dem Titel „The Impact of Blockchain for Government: Insights on Identity, Payments, and Supply Chain“ veröffentlicht. Darin greift IBM verschiedene Gespräche mit Mitgliedern des Blockchain-Ausschusses auf, die die Notwendigkeit betonen, die Blockchain auf die Agenda des Kongresses zu setzen.

SEC gibt sich als regulierende Instanz

Ebenso wie die Nutzung von Blockchain-Anwendungen durch den amerikanischen Gesetzgeber lassen auch die Initiativen zur Kryptoregulierung zu wünschen übrig. Denn eine klare und proaktive Regulierung ist für ein nachhaltiges Wachstum des Kryptosektors zwingend notwendig. Daher bleibt es nun an der Finanzmarktaufsichtsbehörde SEC, in diese Richtung Schritte zu unternehmen.

In diesem Zusammenhang ist es in den letzten Monaten häufiger zu rechtlichen Vorgängen der SEC gegenüber illegalen Finanzierungsaktivitäten mittels ICOs gekommen. Dazu bedient sich die Securities and Exchanges Commission der gegebenen Gesetzgebung zur allgemeinen Finanzmarktregulierung. Dies ist möglich, da die SEC Token, die aus Initial Coin Offerings hervorgehen, aktuell noch als Wertpapiere einstuft.

Jetzt sieht die SEC vor, die regulatorischen Bemühungen auszudehnen. So will die Behörde nun auch Broker und Investment-Unternehmen im Auge behalten und auf unrechtmäßige Aktivitäten in Bezug auf ICOs und Kryptogeschäfte untersuchen.

Auch wenn die SEC damit ein wenig Ordnung und vor allem Vertrauen in den Markt von Kryptowährungen und ICOs bringen möchte, kann die aktuelle Handhabung bloß eine vorübergehende Lösung sein. Auch hier ist der Gesetzgeber gefordert, eine einheitliche Regulierung für Kryptowährungen als Assetklasse zu finden. Ansonsten bleibt vieles Stückwerk und ein Rahmen für nachhaltiges Wachstum ist nicht gegeben.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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