USA: Ein-Mann-Bitcoin-Börse droht mehrjährige Haftstrafe

USA: Ein-Mann-Bitcoin-Börse droht mehrjährige Haftstrafe

Ein US-amerikanischer „Bitcoin-Dealer“ hat gestanden, ein illegales Geschäft mit der digitalen Währung betrieben zu haben. Er muss dem Staat nun seine Gewinne in Höhe von umgerechnet rund 725.250 Euro überlassen. 

In den wenigsten Ländern ist es eine Straftat, Bitcoin zu besitzen. Auch in den USA ist der Besitz von Bitcoin ebensowenig verboten wie seine Verwendung. Anders verhält es sich, wenn man aus dem Kauf und Verkauf der Kryptowährung ein Geschäft macht und „versäumt“, dies den Behörden mitzuteilen. Der US-Amerikaner Jacob Burrell Campos hat genau das getan – und sich vor dem Nationalgericht in San Diego als schuldig bekannt. Dies geht aus einer Mitteilung des US-amerikanischen Justizministeriums hervor.

Anonyme Bitcoin-Deals

Burrell hat eingeräumt, zwischen Januar 2015 und April 2016 Bitcoin im Wert von mehreren Hunderttausend US-Dollar an über Tausend „Kunden“ verkauft zu haben. Burrell wickelte sein Geschäft dabei unter Zuhilfenahme von MoneyGram, Bitcoin-Geldautomaten und Bargeld ab. Das ermöglichte seinen Bitcoin-Käufern die digitale Währung anonym zu erwerben. Die Anonymität hatte ihren Preis: Ein Bitcoin kostete bei Jacobs fünf Prozent mehr als an (legalen) Bitcoin-Börsen. Jacobs machte auf Localbitcoins.com sogar Werbung für sein Geschäft, für das er sich weder um KYC (Know Your Customer) noch um das Anti-Geldwäschegesetz (AML) scherte.

Kein Wunder also, dass das windige Geschäftsmodell auch auf dem Radar des US-amerikanischen Finanzministeriums auftauchte. Jacob hätte sein Business nämlich bei dessen Netzwerk zur Bekämpfung von Finanzkriminalität registrieren lassen müssen. Dass hätte für den 21-jährigen Bitcoin-Dealer Jacobs jedoch eine zwingende Berücksichtigung von KYC und AML bedeutet – und damit das Aus für sein Geschäft. Ein Geschäft, das das US-amerikanische Banksystem gefährde, argumentiert der zuständige Staatsanwalt Adam Braveman:

„Nicht lizenzierte Geldübermittlungsunternehmen, insbesondere solche, die an oder in der Nähe der Grenze tätig sind, stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Integrität des US-Bankensystems dar und bieten Kriminellen eine ‚offene Tür’, um diese Unternehmen zu nutzen, um die Erträge aus ihren illegalen Aktivitäten zu waschen.“

Komplize im Edelmetall-Business

Zunächst erwarb Burrell seine Bitcoin an einer (namentlich nicht erwähnten) Krypto-Börse in den USA. Aufgrund einer hohen Zahl „verdächtiger Transaktionen“ sperrte diese jedoch Burrells Konto bereits nach kurzer Zeit. In der Folge wich Burrell auf eine Krypto-Börse in Hongkong aus. Dort erwarb er zwischen März 2015 und April 2017 Bitcoin in einem Gesamtwert von 3,29 Millionen US-Dollar.

Burrell verwahrte seine US-Dollar in Mexiko. Mit dem Geld machte Burrell Geschäfte mit einem US-amerikanischen Edelmetallhändler namens Joseph Castillo, der in San Diego ansässig ist. Um unter dem Radar der US-Steuerbehörde IRS zu bleiben, überschritten die einzelnen Transaktionen zwischen Burrell und Castillo dabei nicht die meldepflichtige Höhe von 10.000 US-Dollar. Auch Castillo ist geständig. Er gab zu, bei seiner Steuererklärung falsche Angaben gemacht zu haben. Das Urteil im Fall Castillo wird am 12. Dezember gefällt.

Burrell muss sich indes noch ein wenig länger gedulden. Seine Urteilsverkündung ist für den 11. Februar 2019 anberaumt. Er hat sich im Rahmen seines Geständnisses dazu bereit erklärt, seine durch den Betrieb des Bitcoin-Handels erwirtschafteten Gewinne in Höhe von 823.357 US-Dollar an die Staatskasse zu zahlen. Darüber hinaus drohen dem 21-Jährigen eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 US-Dollar sowie fünf Jahre Gefängnis.

BTC-ECHO

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