USA: Dreimal so viele Krypto-Gerichtsprozesse wie im gesamten Vorjahr

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Quelle: shutterstock

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Die Zahl der Gerichtsprozesse, bei denen es um Kryptowährungen ging, hat sich in den USA gegenüber 2017 bereits Ende Juli verdreifacht. Dies ging aus einem am 11.September veröffentlichten Bericht der Rechtsanalysefirma „Lex Machina“ hervor. Während im gesamten Vorjahr fünfzehn Gerichtsfälle mit entsprechendem Hintergrund verzeichnet wurden, waren es zur  Jahreshälfte 2018 bereits fünfundvierzig Verfahren. Sollte sich der Trend fortsetzen, würden sich die Kryptoprozesse gegenüber 2017 in etwa versechsfachen.

Laut dem Bericht sei die Zahl der Blockchain-Strafverfahren bereits Ende 2017 angestiegen. Im ersten und zweiten Quartal 2017 gab es jeweils nur zwei Verfahren, im dritten Quartal waren es schon vier. Im vierten Quartal 2017 stieg die Zahl schließlich auf sieben Gerichtsprozesse an. In den ersten drei Monaten von 2018 schnellte die Anzahl der Prozesse auf 22 hoch, im zweiten Vierteljahr waren es 23. Unter den Firmen, die in derartige Rechtsstreits verwickelt sind, finden sich prominente Namen wie  etwa Ripple Labs oder Bitconnect.

Offenbar kommt der Trend für „Lex Machina“ eher überraschend. Der CEO kommentierte die Entwicklung wie folgt:

„Der aktuelle Bericht zeigt viele unerwartete Trends. Der Anstieg an Verfahren, die über das Stadium einer puren Anklage, bei der sich oftmals noch gütlich geeinigt werden kann, heraustritt, ist signifikant. Dies wird Anwälte dazu zwingen, sich tiefer mit der Materie zu beschäftigen und neue Strategien zu entwickeln.“

Die Suche nach den Gründen

Der starke Anstieg an Gerichtsverfahren ging Hand in Hand mit der Ankündigung von Jay Clayton, dem neuen Chef der amerikanischen Finanzbehörde SEC (Securities and Exchange Commission), unseriöse ICOs massiv zu regulieren – hierin sieht die Rechtsanalysefirma einen wichtigen Grund für den aktuellen Trend. Ein weiterer Grund kann laut dem Bericht die Preisentwicklung des Bitcoin sein. Die Anzahl an Verfahren verlaufe demnach gegenläufig zum Preis.

Durch den Boom, den die gesamte Kryptowelt 2017 erfahren hat, hat auch eine Welle von Regulierungen eingesetzt. Digitalwährungen entwickeln sich vom grauen Mäuschen hin zu einem rechtlich anerkannten Gegenstand. Gerichtliche Auseinandersetzung scheinen die logische Folge der voranschreitenden Einordnung in die jeweiligen Rechtssysteme zu sein. Somit ist zu erwarten, dass die Anzahl an entsprechenden Gerichtsverfahren mit zunehmender Popularität der Digitalwährungen und weiterer staatlicher Regulierung ebenfalls weiter ansteigen wird.

BTC-ECHO

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