US-Regierung will Verbrechen mit Kryptowährungen bekämpfen

Detectives working in private agency

Es sind nur noch zwei Wochen vom Jahr 2016 übrig und bitcoin scheint damit beschäftigt sein „aufzuholen“. Für eine lange Zeit haben Analysten vorausgesagt, dass bitcoin 800 US-Dollar am Jahresende erreichen würde. Betrachtet man die letzten Tage so könnte dies die Realität werden. Zurzeit wird bitcoin mit 791 Dollar gehandelt und befindet sich damit nur 9(!) Dollar von dieser Hürde entfernt.



Aber nicht jeder feiert diese Entwicklung. Die US-Regierung hält sich immer noch mit der Idee auf, dass bitcoin die populärste Währung für Kriminelle und Terroristen ist. Und die nutzen die digitale Währung höchstwahrscheinlich für ihre Gräueltaten.

Bitcoin-bezogene Kriminalität ist relativ niedrig in den Vereinigten Staaten. Einige Vertreter gehen aber davon aus, dass Terroristen eine Kryptowährung erschaffen könnten, die so anonym und mächtig ist, dass es keine Möglichkeit gibt die Identität der Mitverschwörer herauszufinden. (Anm. d. Red.: Monero, Zcash, ShadowCoin…?)

Joshua Baron, theoretischer Kryptograph und Mathematiker für die Rand Corp., teilt sein Wissen mit einem Think Tank der US-Regierung. Seine Mission? Herausfinden ob die Feinde der Nation eine solche Währung erschaffen wollen. Zurzeit gibt es keine Beweise dafür, dass anonymes Geld in dieser Form entwickelt wird.

„Wir versuchen Wege für die Regierung zu entdecken, um neue virtuelle Währungen für Terroristen, nicht-staatliche Akteure und Seperatisten zu unterbinden“, erklärte er.

Juan Zarate, leitender Berater bei einem washingtoner Think Tank Center für Strategische und Internationale Studien, arbeitete an den Problemen der Transparenz bei digitalen Währungen. Er bekämpfte bisher aktiv geldbasierte Kriminalität im Krypto-Sektor. Im Jahr 2003 führte er ein Team aus Experten des Schatzamts dazu an persönliche Konten amerikanischer Feinde einzufrieren, um „Ärger zu provozieren“. Er erklärte, dass das Modell dass sie eingeführt haben größere Verbrechen unterbindet und dass die Regierung sich nicht zu große Sorgen machen müsse.

„Wir haben es heutzutage für Mitglieder des Islamischen Staates sehr schwer gemacht Geld zu empfangen oder um die Welt zu senden“, sagte er. „Selbst der Iran hat Schwierigkeiten.“

Zunächst werden Beamte des Schatzamts die Entwicklung von bitcoin und anderen Kryptowährungen beobachten und passieren lassen. Sie werfen aber dennoch ein kritisches Auge auf die Entwicklung, um rechtzeitig anwesend zu sein, falls etwas ungewöhnliches passiert.

Kommentar von Danny de Boer:

„Ein solches anonymes Geld existiert noch nicht? Erinnern wir uns bitte mal an das Sicherheitstheater für Zcash. Dort stelle ich unter anderem folgende Frage: ‚Die Bundesregierung will die Überwachung von WhatsApp und Co. Müssten Nationalstaaten nicht als potenzielle Angreifer dieser Währung gesehen werden?‘ Zum Zeitpunkt als ich diesen Artikel geschrieben habe, war es lediglich eine logische Schlussfolgerung. Dass wir nach etwas mehr als einem halben Monat später mehr oder weniger einen Beweis für solche Aktivitäten sehen, wundert mich ehrlich gesagt.

Es ist nicht so, als dass ich es nicht erwartet hätte. Vielmehr wundert mich wie schnell solche Informationen an die Öffentlichkeit kommen und wie hier mehr oder weniger ‚durch die Blume gesagt‘ wird, dass anonyme digitale Währungen als terroristische Waffe angesehen werden können.“

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Nick Marinoff via newsbtc

Über Danny de Boer

Danny de BoerAls Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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