US-Finanzministerium untersucht Einfluss der Blockchain auf Versicherungsbranche

US-Finanzministerium untersucht Einfluss der Blockchain auf Versicherungsbranche

Ein Gremium des US-Finanzministeriums hat sich letzte Woche in Washington DC getroffen, um mögliche Blockchain-Anwendungen in der Versicherungsbranche zu diskutieren.



Für den nötigen Input sorgte Matt Higginson, Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey, der eine Präsentation über gegenwärtige Blockchain-Projekte und Perspektiven der Versicherungsbranche hielt. Bereits letzten Sommer hatte McKinsey einen größeren Bericht zur Schnittmenge von Blockchain und Versicherungen veröffentlicht.

Gegenwärtig befinden sich die Versicherungsunternehmen noch in der Testphase, was Blockchain-Anwendungen anbelangt. Auch haben sich einige Versicherungen zu Initiativen zusammengeschlossen, um gemeinsam, genau wie viele Banken, die Blockchain-Technologie zu erforschen.

Von Higginson heißt es:

„Wir befinden uns gerade noch in einer experimentellen Phase, ohne kommerzielle Nutzung. Schauen wir uns die möglichen Applikationen an, dann finden wir diese im Bereich der Risiko- und Kostenreduktion.“

Im Rahmen des Treffens ging es unter anderem darum, zu klären wie Wettbewerb innerhalb einer Blockchain-Umgebung aussehen kann und wie darüber hinaus die Privatsphäre und Datensicherheit aller Stakeholder berücksichtigt werden kann.

Bezüglich der Datensicherheit betonte Higginson, dass es in der Natur der Blockchain liegt nur denen Datenkontrolle zu verschaffen, die auch dazu berechtigt sind. Schließlich benötigt man einen kryptographischen Key, um an die entsprechenden Informationen zu kommen.

Kommentar von Sven Wagenknecht, BTC-ECHO:

Bislang haben sich die Versicherungsunternehmen, im Vergleich zu den Banken, eher zurückgehalten, was die Blockchain-Technologie anbelangt. Ein Fehler, denn Blockchain-Register und Smart Contracts sind geradezu prädestiniert, um Kosten und Risiken zu reduzieren, sowie Effizienz und Transparenz zu erhöhen.

Um diesem Innovationsdruck nachzugeben haben sich einige Versicherer zu Blockchain-Forschungsinitiativen zusammengeschlossen. So haben sich unter anderem die Versicherer Allianz,  Aegon, Münchener Rück, Swiss Re und Zurich zu dem Blockchain-Konsortium Blockchain Insurance Industry Initiative zusammengetan.

Ziel dieser Initiative ist es herauszufinden, inwiefern die Blockchain-Technologie dabei helfen kann den Aufwand für die Dokumentation und Verwaltung von Versicherungsverträgen zu reduzieren sowie Informations-und Geldflüsse zu beschleunigen, bei gleichzeitig besserer Nachprüfbarkeit.

In diesem Zusammenhang hat die Allianz erfolgreich ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem Swaps und so genannte Katastrophen-Anleihen über Smart Contracts gesteuert bzw. gehandelt wurden. Das Prinzip hinter den automatisierten Verträgen ist simpel: Tritt ein zuvor festgelegtes Ereignis (z.B. Sturmflut oder Erdbeben) ein, werden die vordefinierten Daten aller Teilnehmer erfasst, sodass automatisch alle Zahlungen zu oder von den Vertragspartnern ausgeführt werden.

Der Fantasie der Versicherer sind kaum Grenzen gesetzt. Insbesondere der Bereich Internet of Things (IoT) und Mikroversicherungen bietet großes Potenzial neue Versicherungsprodukte zu erstellen. Auf diese Weise könnten Elektronikgeräte, egal ob im Auto oder der Küche, mit einem Blockchain-Netzwerk verbunden werden, welches Versicherungspolicen mithilfe von Smart Contracts integriert.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Stan Higgins via CoinDesk

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Bildquellen

  • Schutz durch Versicherungen: © DOC RABE Media - Fotolia.com

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