Unser Review zu “The Block” – Das Blockchain-Event in Hannover
The Block, Unser Review zu “The Block” – Das Blockchain-Event in Hannover

Unser Review zu “The Block” – Das Blockchain-Event in Hannover

Gestern haben das Online-Magazin t3n und die Blockchain-Beratung PEY ein Blockchain-Event in Hannover veranstaltet – mit Erfolg. Wir von BTC-ECHO waren als Medienpartner ebenfalls vor Ort und möchten Euch im Folgenden von den Highlights des Blockchain-Treffens berichten.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Blockchain-Konferenzen bestand das Publikum aus Personen, die sich zum großen Teil schon sehr gut mit der Materie Blockchain auskannten. Entsprechend konnte nach einer kurzen Einführung direkt tief ins Thema eingestiegen werden.

Frank B. Sonder – Blockchain aus der Makroperspektive

Lessons learned

Den ersten Aufschlag machte Andrei Martchouk, indem er über den Fortschritt bzw. nicht Fortschritt in der Blockchain-Adaption sprach. Trotz aller Mühen und Milliarden erwartet er keine schnellen Blockchain-Implementieren bei den Banken. Nicht zwangsläufig aufgrund mangelnder Kompetenz, sondern aus dem  Interessenkonflikt heraus, sich nicht selbst abzuschaffen.Besonders interessant war seine Erklärung über die Transformation von der Verbriefung von Werten. Bis heute ist diese primär, wie der Name Verbriefung schon aussagt, an papierhafte Urkunden gebunden – egal ob Schuldverschreibung oder Kfz-Brief. Mit Hilfe der Blockchain ist es nun allerdings möglich diese Werte und Identitäten über die Blockchain aufzuzeichnen. Erstmalig können so Werte, die ehemals papierhaft verbrieft hätten werden müssen, ohne einen physischen Beleg digitalisiert werden.

Andrei Martchouk -Industry Adoption. Lessons learned

Digitale Identitäten auf der Blockchain

Das Thema digitale Identitäten war neben ICOs eines der Fokusthemen  auf The Block, sodass auch die Speaker Joachim Lohkamp von Jolocom und  Oliver Naegele von Blockchain Helix ausführlich auf diesen Blockchain-Anwendungsfall eingegangen sind. Bei ihren Vorträgen wurde deutlich, welches enorme Potenzial hinter der Idee steckt Identitäten digital über eine Blockchain zu verifizieren und ggf. auch ohne Unternehmen und Institutionen zu verwalten. Insbesondere in Entwicklungsländern, wo Verbriefungen, Identitätsnachweise und eine Dokumentation im Allgemeinen großen Defiziten unterliegt,  kann die Blockchain ihre sozioökonomische Sprengkraft voll entfalten.


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Korrespondierend zu den digitalen Identitäten wurden auch Smart Contratcs von Fabian Vogelsteller, dem Entwickler des Ethereum-Wallet und des Mist-Browsers, eingängig erklärt. Auch er schaffte einen differenzierten Ausblick über die Chancen und Hürden von Blockchain und Smart Contracts. Einig waren sich dabei alle Speaker in dem Punkt, dass die Blockchain-Technologie noch ganz am Anfang steht und es vor allem die Schnittstellen zur analogen Welt sind, die eine Blockchain-Implementierung alles andere als einfach machen.

Fabian Vogelsteller – Smart Contracts, Skalierbarkeit, Datenschutz und das Web 3.0

ICOs auf den Punkt gebracht

Ein Thema, um das man in diesen Tage nicht herum kommt, ist das Thema ICOs. Der Bedarf an Informationen zu ICOs und wie man diese analysieren kann war seitens der Teilnehmer enorm. Entsprechend neugierig  wurde der Vortrag “Was ist ein ICO und wie bewertet man ICOs” von Dr. Shermin Voshmgir vom Publikum verfolgt. Sachlich klärte Frau Voshmgir über die Fallstricke von ICOs auf und gab den Teilnehmern wertvolle Informationen an die Hand. Unter anderem betonte sie, dass man darauf achten sollte, wie viele Token vom Entwicklerteam herausgegeben werden und  in welchem Maße das Entwicklerteam Einfluss auf die im Umlauf befindlichen Token und damit auch den Kurs hat.

Die Publikumsfrage, ob allein ein gutes Marketing ausreichen würde, um erfolgreich ein ICO durchzuführen, verneinte Voshgmir. Ohne ein kompetentes Entwicklerteam mit entsprechender Reputation, würde man nur schwer das nötige Vertrauen der Investoren bekommen. Dennoch konnte sie nicht abstreiten, dass gegenwärtig viel “dummes Geld” in die Kryptowährungsmärkte fließe und, dass die meisten ICO-Investoren nicht wüssten in was sie investieren würden.

Die Gretchenfrage nach der Regulierung

In diesem Kontext kam auch immer stärker die Frage nach der Regulierung und Standardisierung auf. Über die Notwendigkeit einer gewissen Regulierung waren sich alle einig, dennoch musste man sich kollektiv eingestehen, dass einer Regulierung der Blockchain gegenwärtig mit großer Ohnmacht entgegengeblickt wird. Dieser herausfordernden Frage nahm sich die Juristin Dr. Nina-Luisa Siedler an, die die Diskrepanz zwischen nationaler Regulatorik und der globalen, grenzenlosen Natur der Blockchain aufzeigte. Zwar würden Behörden und Institutionen die Relevanz erkennen und an einigen Stellen auch schon gute Antworte haben, jedoch verbleiben nach wie vor viele Fragezeichen auf die es gegenwärtig noch keine adäquate Antwort gibt.

Besonders  löblich war hier die Ankündigung, dass Ende Juni der Bundesverband Blockchain e.V. in Berlin gegründet wird.  Ein Schritt der absolut zu begrüßen ist, um die Interessen der Blockchain-Unternehmen und Nutzer zu vertreten.  Gerade in Zeiten, wo ICOs stark an den Wilden Westen erinnern ist der Dialog mit Behörden und Politik mehr als wünschenswert.

Im Anschluss an die Vorträge gab es noch ein Panel und ein so genanntes Barcamp. Das Barcamp ist eine interaktive Diskussionsform, in das sich jeder aktiv einbringen kann. Auch hier hat bei der Themenauswahl, das Thema ICO die meisten Stimmen vom Publikum erhalten.

Insgesamt haben die Vorträge und Diskussionen zum Denken angeregt. Eine selten gute Mischung aus Blockchain-Faszination und kritischer Reflexion zum Hype-Thema Nummer 1.

BTC-ECHO

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