Accenture empfiehlt gesetzliche Regulierung von Bitcoin-Wallets

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Zukünftig sollen Bitcoin-Wallets den selben Regulierungs- und Identifikationsauflagen unterliegen wie Bankkonten.Das multinationale Unternehmen reagiert hiermit auf eine Anfrage des britischen Finanzministeriums nach Informationen über digitale Währungen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Mark Preuss

Das Dokument, dass durch CoinDesk’s Anfrage unter dem Freedom of Information Act freigegeben wurde und aus dem Dezember 2014 stammt, detailliert Accentures sehr positive Einstellung zu Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin.

Accenture bekundet:

„Digitale Währungen sind in einem frühen Stadium der Entwicklung wie Nutzung, aber sie werden bleiben und die unterliegende Technologie hat insbesondere das Potenzial, viele Aspekte des Finanzwesens neu zu erfinden.“

Allerdings enthält das Dokument auch Risiken der digitalen Währungen, wie die hohen Preisschwankungen, fehlender Kundenschutz oder der Verlust von Kapital durch Vergessen seines Bitcoin-Schlüssels oder Betrug.

Vorschläge zur Regulierung

Laut Accenture besteht Bitcoins größtes Problem derzeit in seiner Bedeutung und Nutzung in der Geldwäsche. Das Unternehmen behauptet, dass die selben Identifikationsauflagen nötig für das Anlegen eines Bankkontos auch für Bitcoin-Wallets angewendet sollten.

„Genau wie Regierungen identifizierbare Bankkonten vorschreiben (entweder durch an Namen gebundene Konten oder andere Legitimationsnachweise) wäre eine Auflage für benannte, identifizierbare Kryptowährungs-Wallets eine Kernkomponente einer sicheren, legitimierten digitalen Währungswirtschaft,“ besagt das Dokument weiter.

Daraufhin folgt ein Vorschlag für ein zentralisiertes Organ mit der Aufgabe, „digitale Währungs-Wallets zu überwachen und zu kontrollieren“.

Accenture wiederholt allerdings mehrmals in dem Dokument, dass diese Auflagen sich auf die Wallets begrenzen und nicht auf digitale Währungen generell angewendet sollten.

So solle jede Regulation „verantwortlich und proportional“ sein, mit klaren Regeln und Verantwortungen für Teilnehmer und Nutzer der digitalen Währungen.

Die Einreichung besagt weiter:

„Harte Regulation (oder eine Anwendung unter historischen Rahmenbedingungen) könnte Innovation einschränken – um dies zu vermeiden, sollte man ein flexibles regulatorisches Regime installieren, welches sich spezifisch am Markt der digitalen Währungen orientiert und sich mit seinem Wachstum entwickelt.“

Begrenztes Handeln

In dem 16-seitigen Dokument schlägt Accenture der Regierung begrenztes Handelsmöglichkeiten vor, unter anderem:

  • Regulationen, die das Erkennen digitaler Währungs-Wallets als einzigartig ermöglichen und diese somit durch know-your-customer Checks bestimmten Nutzern zugeordnet werden können
  • Authorisation von Organisationen (Authorised Digital Currency Wallet Institutions – zB Banken) zur Anbietung von Checks und ihrer Überprüfungen, um identifizierbare Wallets zu legitimieren und zu ermöglichen
  • Schaffen von Rahmenbedingungen für klare Regelungen und Verantwortungen aller Teilhaber des digitalen Währungsmarktes, welche durch Kontrolle der Wallets einen Beitrag zur Prävention finanzieller Kriminalität schaffen (AML, Sanktionen)

Die oben genannten Mittel sollen laut Dokument „die Entwicklung einer sicheren, legitimen digitalen Währungswirtschaft katalysieren“.

Der Schwarzmarkt

Accentures Einreichung erwähnt auch, dass selbst unter Umsetzung dieser Vorschläge es Bitcoin-Nutzern immer noch möglich wäre, anonyme Wallets anzulegen, nur würden dies außerhalb des „legitimen Marktes“ fallen und einen neuen „Schwarzmarkt“ bilden.

Da die Blockchain als Konto fungiert, welches alle Transaktionen protokolliert, werden selbst die in dem Schwarzmarkt getätigten Transaktionen registriert.

„So würde dies nicht nur mit der Vollstreckung der Gesetze und forensischer Analyse von anonymen Transaktionen helfen, sondern auch die Geldwäsche digitaler Währung von dem Schwarzmarkt zurück in die legitime Wirtschaft erschweren (wenn nicht unmöglich machen)“, so Accenture weiter.

Authorisierte Institutionen

Accenture schlägt die Erschaffung einer offiziellen Liste von Authorised Digital Currency Wallet Institutions vor, ähnlich der Liste der britischen Authorised Payment Institutions.

Diese Institutionen würden von einem zentralen Organ autorisiert und reguliert werden und wären verantwortlich für:

  • Das Ausgeben digitaler Währungs-Wallets und die Identifikation der Eigentümer durch know-your-customer Checks
  • Aufrechterhalten eines Compliance-Statuses für jede Wallet
  • Kontrolle der Wallet-Nutzung zur Feststellung von Transaktionen an andere identifizierbare Wallets
  • Beobachten aller Transaktionen unter Bedacht der Einhaltung von Sanktionen
  • Einfrieren digitaler Währungs-Wallets wenn eine verdächtige Aktivität festgestellt wird

Anreize für Beteiligung des Bankenwesens

Accenture vermutet, dass ohne Eingreifen der britischen Regierung die Beteiligung der britischen Banken unwahrscheinlich bleiben wird, was weiter zur Behinderung von Zahlungsinnovationen wie Kryptowährungen beitragen wird und Firmen wie Bitcoin ins Ausland treibt.

Das Dokument stellt zwar fest dass Banken Fintech-Startups unterstützend gegenüberstehen, sich allerdings Angst vor Strafen durch die britische Regierungen und internationale Regulatoren bei Sanktions- oder AML-Brüchen sträuben.

„Die potenziellen Vorteile der Annahme von Kunden mit AML-Beziehungen verschwinden bei der Höhe der Strafen, die die Banken riskieren.“

Experimentation mit Blockchain-Technologie

Einem Interview mit CoinDesk zufolge begründet ein Accenture-Sprecher das Nachfolgen seines Unternehmens auf die Anfrage des britischen Finanzministeriums damit, dass Kunden ihrer Finanzdienstleistungen Kryptowährungen nutzen und wertschätzen und man somit einen Standpunkt zu dem Thema entwickelt haben müsse.

„Wir experimentieren derzeit mit Blockchain-Technologie in unseren Technologie-Laboren um Use cases, die für unsere Klienten relevant sind, auszutesten. Die Anfrage war eine Möglichkeit, unsere Meinungsführung mit der Regierung zu teilen und zur öffentlichen Diskussion beizutragen“, so der Sprecher weiter.

So schlug Citi letzte Woche in ihrer Antwort auf die Anfrage die Schaffung einer eigenen Kryptowährung durch die britische Regierung vor.

Die vollständige Version des Dokuments von Accenture findet ihr hier:

Accenture – HMT Consultation on Digital Currencies

BTC-Echo
Englische Originalfassung von Emely Spaven via CoinDesk
Image Source: Von Ricardo Ricote Rodríguez Flickr

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