fbpx

Was ist NEM und XEM?

NEM ist eine “Smart-Asset” Blockchain. Das Blockchain-Projekt soll eine – verglichen mit anderen Technologien – sehr effiziente und sichere Ledger bieten, die sich bewusst auch an den Business-Kontext richtet. NEM bringt eine API (Programmier-Schnittstelle) mit, die sich in jeder Programmiersprache ansprechen lässt. Das erlaubt es, sehr flexible und modulare Anwendungen auf der Basis von NEM zu schaffen.

Der Ursprung von NEM

Das Projekt wurde am 31. März 2015 gelauncht, betrieben durch die zugehörige Währung “XEM” (XEM-Kurs). Entwickelt wurde es auf Basis von Java – im Unterschied zu vielen anderen Kryptowährungen aber nicht etwa als Fork (Erweiterung) eines bestehenden Projekts, sondern als gänzlich eigenes und neu geschaffenes System.

Was ist so besonders an NEM?

Über die modulare Systemarchitektur sollen Nutzer die Möglichkeit haben, für sich jeweils eigene customized Blockchains zu erstellen. Diese Struktur besteht aus den folgenden Komponenten:

1) Adressen: Container, der ein Coin, ein Contract, eine Urkunde oder die Aufzeichnung einer Business-Transaktion sein kann. Jedes dieser Elemente ist einmalig (unique) und kann über die Zeit verändert werden. Ein Container kann beispielsweise den Account eines Nutzers abbilden, in komplexeren Fällen aber bspw. auch ein zu verschickendes Paket darstellen.

2) Mosaics: Die einzelnen “Mosaikstücke” sind Custom Tokens oder digitale Gegenstände. Sie können bspw. einen klassischen Coin oder Bonuspunkte darstellen.

3) Namespaces: Web-Adressen, mit denen sich Berechtigungen nachweisen lassen. Sie schaffen damit einen Platz (den Namespace) auf der NEM-Blockchain, um Assets aufzubewahren.

4) Transaktionen: Erlauben den Transfer von Mosaics zwischen Adressen oder die Übergabe von Adressen an einen anderen Besitzer.

Welche Use-Cases bietet das Projekt?

Auf der offiziellen Projekt-Website werden Use-Cases für das Projekt definiert. Die Use-Cases lassen sich in die folgenden Kategorien unterteilen:

  • Financial
    1. Zahlungsabwicklung
    2. Eine eigene Kryptowährung erschaffen
    3. Mobile Zahlungen
    4. Equity-Märkte
    5. Treuhand-Services
    6. Liquide Assets
    7. Eigene Zahlungsplattformen (“Make your own PayPal”)
  • Business Management
    1. Automatisierung von Accounting-Prozessen
    2. KYC
    3. Kundenbindungsprogramme (Loyalty Programme)
    4. Versandlösungen und Inspektionen
    5. Logistik & Supply-Chain-Management
  • Secure Records
    1. Verschlüsseltes Messaging
    2. Authentifizierungen und Notarleistungen
    3. Schutz vor Produktkopien
    4. Herausgabe von Zertifikaten
    5. Corporate Compliance
    6. Landregistrierungen
    7. Zugriffsschutz über Signaturen
  • Decentralized Organizations
    1. Voting
    2. Crowdfunding
    3. Aktienbesitz
    4. ICOs

Deutlich hervorzuheben ist dabei, dass sich NEM selbst nicht als „Währung“ versteht, die selbst zur Zahlungsabwicklung genutzt wird. Zwar wird das Token für die Nutzung der Plattform benötigt, ist aber nicht mit Währungen wie Bitcoin zu vergleichen, deren Hauptzweck in dem Dasein als wertabbildendes Token selbst liegt. Stattdessen ermöglicht es NEM, basierend auf der Plattform, eigene Zahlungsabwickler zu entwickeln.

Die Vorteile der Plattforum

Selbstverständlich muss sich NEM in Konkurrenz zu vielen anderen Blockchain-Projekten behaupten. Analysiert man das Projekt und seine Strukturen genauer, lassen sich drei wesentliche Vorteile im Vergleich zu anderen, bekannten Plattformen finden:

Geringe Transaktionsgebühr

Die Gebühr für Transaktionen zum Transfer von Assets beträgt derzeit ca. 0,01%. Mit einer Zeitverzögerung von nur sechs Sekunden tauchen Transaktionen im Netzwerk aus, nach ca. 20 Sekunden sind sie bereits bestätigt. Das ist im Vergleich zu bspw. Bitcoin eine enorme Differenz.

Skalierbarkeit

NEM ist extrem skalierbar. Derzeit lässt sich die Menge an verarbeitbaren Transaktionen pro Sekunde mit der des Bitcoin messen – ist also längst nicht hoch genug, um mit Transaktionsvolumina von Kreditkarten mitzuhalten. Dennoch erlaubt das Netzwerk, die Geschwindigkeit zu skalieren. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass das Dasein als Utility-Token möglicherweise weniger Transaktionen verursacht als bei reinen Währungen.

Der Harvesting-Algorithmus

Coins im NEM-Netzwerk werden nicht gemined, wie es bspw. bei Bitcoin üblich ist. Stattdessen nennt man den Prozess das „Harvesting“ (Ernten) von Coins. Wenn ein Block „geerntet“ wird, dann bestätigt dieser die Transaktionen, die er beinhaltet und belohnt gleichzeitig den erntenden Nutzer mit den Transaktionsgebühren als Reward.

Dazu wird zum einen der Proof-of-Importance Algorithmus, zum anderen das Delegated Harvesting Verfahren eingesetzt.

Der Proof-of-Importance eines Nutzers stellt sicher, wer den aktuellen Block erntet. In diese Entscheidung fließen viele Faktoren ein, beispielsweise wie lange der Nutzer seinen aktuellen Stake an Tokens bereits hält und wie er im Netzwerk interagiert.

Das Delegated Harvesting bietet die Möglichkeit, Blöcke zu ernten, ohne dabei seine privaten Schlüssel einsetzen zu müssen. Das bedeutet, dass der Computer eines Nutzers nicht einmal mit dem Netz verbunden oder eingeschaltet sein muss, um das Harvesting zu betreiben. Es ist möglich, dass beispielsweise alle Nutzer, die mindestens 10.000 XEM besitzen, automatisch ernten.

Streitpunkt Anonymität

NEM ist zu 100% nachverfolgbar (traceable). Transaktionen im Netzwerk können also zum Ursprung hin zurückverfolgt werden – anders als bei Projekten wie Monero, die private Transaktionen ermöglichen und die Spur von Transaktionen verschleiern können.

Oft wird die Anonymität als Kritikpunkt gesehen – in diesem Fall wäre NEM Bitcoin also klar unterlegen. Dennoch besteht die Hoffnung des Projekts, dass diese Traceability die Herausbildung von anderen Features erlaubt. Nur, wenn die Traceability sichergestellt ist, kann auch ein Schutz von Käufern und Verkäufern implementiert werden – ein Merkmal, dass andererseits auch viele Nutzer anziehen mag, die diese Optionen von ihren herkömmlichen Anbietern und Services ohne Blockchain-Bezug kennen