TSMC: Drittgrößter Halbleiterhersteller korrigiert Gewinnerwartungen

TSMC: Drittgrößter Halbleiterhersteller korrigiert Gewinnerwartungen

Der taiwanesische Chiphersteller TSMC hat seine Gewinnerwartungen für das laufende Quartal gesenkt. Das Unternehmen reagiert damit auf sinkende Wachstumsraten im Geschäft mit Smartphones und der Mining-Industrie.

Der weltweit größte unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte TSMC hat am 21. Juli seinen zweiten Quartalsbericht für dieses Jahr vorgelegt. Das Unternehmen kann im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 9,1 Prozent vorweisen und beziffert seinen Nettogewinn mit rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Im Quartalsvergleich sehen die Zahlen weniger rosig aus. So verzeichnete TSMC einen Umsatzrückgang von sechs Prozent im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres. Der Reingewinn ist dabei um 19,5 Prozent gesunken. In dem Bericht wird dies vor allem auf eine saisonbedingte Flaute im Smartphonegeschäft zurückgeführt. Das schwache Geschäft im mobilen Sektor konnte jedoch durch die hohe Nachfrage für Mining-Chips und günstige Wechselkurse zumindest teilweise kompensiert werden.

Das Unternehmen rechnet für das laufende Quartal indes mit einem Rückgang im Geschäft mit Produkten für die Mining-Industrie. Im kommenden Quartal setzt man vor allem auf Produkte, welche von den neuen 7-nm-Chips der Firma Gebrauch machen. So heißt es in dem Report:

„In Hinblick auf das dritte Quartal 2018 erwarten wir, dass unser Geschäft von der Veröffentlichung von Produkten, die unsere 7-nm-Chips verwenden, profitieren wird. Die Nachfrage im Bereich Krypto-Mining wird geringer sein als im letzten Quartal.“

Nachdem TSMC bereits im April die Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte, erwartet das Unternehmen nun ein Umsatzwachstum im „hohen einstelligen Bereich“ für 2018. Zuvor lag die Prognose noch bei zehn Prozent.

Apple, AMD & Co. wollen 7-nm-Chips verbauen

TSMC zählt namhafte Hersteller wie Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom zu seinen Kunden. Zu diesen gehört auch Elektronikriese Apple. Als „fabless company“, also Halbleiterhersteller ohne eigene Fertigungsstätten, greift Apple ebenfalls auf die Expertise des taiwanesischen Unternehmens zurück. So kommen etwa in der diesjährigen iPhone-Kollektion ebenfalls 7-nm-Chips von TSMC zum Einsatz. Laut der Prognose im Quartalsbericht wird das iPhone-Geschäft im dritten Quartal etwa 10 Prozent des Umsatzes von TSMC ausmachen. Auch AMD wird voraussichtlich von den neuen Chips Gebrauch machen. Damit will sich AMD einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Branchenführer Intel sichern. Dieser hatte zuletzt verkündet, seine 10-nm-Chips erst nächstes Jahr in Massenproduktion zu geben, nachdem technische Probleme aufgetreten waren.

BTC-ECHO

Über Christopher Klee

Christopher KleeChristopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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