Passives Einkommen Token Sets: Die DeFi-Antwort auf Indexfonds

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Ein Spielzeugeinkaufswagen mit Ethereum, Bitcoin und anderen Krypto-Münzen

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Der DeFi-Space hat seine eigenen Indizes und „ETFs“: Dank des Set Protocol sind Decentralized-Finance-Äquivalente zu den bekannten Investment-Werkzeugen schnell implementiert.

„Passives Einkommen“ ist, auch jenseits des Krypto-Ökosystems, ein beliebtes Schlagwort. Gerne zitieren Anleger in diesem Zusammenhang die Investorenlegende Warren Buffett:

Wer keinen Weg findet, Geld im Schlaf zu verdienen, wird bis zu seinem Tod arbeiten.


Verfolgt man seine weiterhin durchaus aktive Präsenz bei Berkshire Hathaway, kann die Frage aufkommen, was Buffett unter „nicht arbeiten“ versteht. Davon abgesehen: Der Traum, möglichst ohne Arbeit Geld zu machen, begleitet wohl viele seit ihrem ersten Sparbuch.

Auch im Trading wäre es schön, wenn Anleger möglichst viel automatisieren könnten. Entsprechend beliebt sind Ansätze wie das algorithmische Trading oder das Social Trading. Ebenso finden sich in klassischen Märkten Robo-Advisors, welche die Portfolioverwaltung vereinfachen sollen. Dinge wie Social Trading, Algotrading oder Robo-Advisor existieren zweifellos auch im Krypto-Ökosystem. Würde man derartige Dinge tokenisieren, wären ganze Indizes oder gar etwas wie ein ETF abbildbar. Während es auf dem klassischen Markt hierfür diverse regulatorische Hürden gibt, haben Entwickler dieses DeFi-Ökosystem auf Ethereum schon realisiert. Die Lösung dafür liegt im Set Protocol.

Was sind Token Sets?

Set ist ein Protokoll, welches Token ermöglicht, hinter denen ein auf transparente Weise erstellter Korb von anderen Token liegt. Ein solcher Set Token kann also die Kurse von mehreren anderen Token abbilden. Wobei „abbilden“ das falsche Wort ist: Hinter den auf dem ERC20-Standard aufbauenden Set Token können reale Token gelagert werden. Es handelt sich also nicht einfach um eine Art Oracle, über die der (angebliche) Wert des Korbs ermittelt werden kann. Token Sets sind entsprechend komplett abgesichert. Der kürzlich lancierte DeFi Pulse Index DPI setzt sich beispielsweise aus den Token von zehn DeFi-Projekten zusammen. 

Das Besondere daran ist, dass diese Zuordnung dynamisch erfolgen kann: Man kann sich also beispielsweise vorstellen, dass innerhalb eines Sets ein Rebalancing unterschiedlicher eingelagerter Assets durchgeführt werden soll. Neben der Automatisierung ist bei der Einlagerung in einem Token Set der Vorteil, dass man nicht für jede einzelne Transaktion, die das Rebalancing erfordert, Transaktionsgebühren zahlen muss. Außerdem ist das Tracking des Portfolio-Wertes deutlich vereinfacht: Statt die Kurse mehrerer Kryptowährungen zu verfolgen, reicht ein Beobachten des einzelnen Token Sets. Eben ähnlich, wie es Anleger auf den klassischen Märkten bei Indizes kennen.

Jenseits des Investments und Rebalancings lassen sich auch komplexere Anwendungen für das Set Protocol vorstellen: Ähnlich wie im Fall von Libra oder beim Multi-Collateral Dai lässt sich über das Set Protocol ein Stable Coin entwickeln, der mit verschiedenen Assets gedeckt ist. Ein anderer Ansatz wäre die Entwicklung eines Meta-Stable-Coin, der aus verschiedenen Stable Coins besteht und so die Volatilität von DAI & Co. senkt. Da über manche DeFi-Plattformen Margin Trading möglich ist, wären langfristig auch Mischungen von Long und Short Positions denkbar.

Wer an den technischen Details Interesse hat, kann diese im ausführlichen White Paper lesen. Hier sei nur gesagt, dass das Set Protocol über ein Zusammenspiel von Smart Contracts, die mit verschiedenen Liquidity Pools verwoben sind, funktioniert.

Mit Metamask und Ether zum Token Set

Wie allgemein in der DeFi-Welt benötigen Anleger – neben etwas Ether – eine Wallet. Auch wenn Browser- und Mobile-Wallets für das Langzeit-Hodling sicherlich nicht die sicherste Wahl darstellen, sind sie für die Interaktion mit DeFi-Projekten sehr bequem. Gerade für einen ersten Schritt bietet sich deshalb die Nutzung einer Metamask Wallet im Browser an. Es existieren jedoch noch andere Möglichkeiten wie die Coinbase Wallet, die Opera Wallet oder verschiedene Mobile Wallets.

Im ersten Schritt muss der Anleger in spe der Defi-(d)App Token Set eine Erlaubnis geben, mit der Metamask Wallet zu interagieren. Diese Bestätigung kostet Anleger nichts, man kann also auch ohne Ether in der Wallet diesen Schritt abschließen.

Über die Webseite können Investoren sich ein Token Set wählen. Auf den Unterseiten für die unterschiedlichen Token Sets findet Informationen wie die vergangene Performance, die aktuelle Portfolio-Zusammenstellung oder das nächste Rebalancing-Datum.

Hat man das nach der eigenen Investment-Strategie geeignete Token Set gefunden, ist es soweit: Wir investieren. Dafür benötigen wir natürlich Geld. Prinzipiell kann das Geld in Ether, Wrapped BTC, DAI und USDC eingelagert werden. Wichtig ist dabei, dass, wie bei allen Ether-basierten Transaktionen, man auch Transaktionsgebühren in Ether zahlen muss. Aktuell müssen Anleger für Robo Sets keine weiteren Gebühren zahlen.

Nach diesem Schritt heißt es: zurücklehnen und (hoffentlich) Geld verdienen. Die Entwicklung des eigenen Portfolios können Interessierte auf der Website verfolgen. Ebenso gibt es die Möglichkeit, per E-Mail über die Portfolio-Entwicklung informiert zu werden.

Das richtige Token Set finden

Zum Abschluss ein paar Guidelines, worauf Anleger bei der Wahl eines Token Sets achten sollten:

  • Ganz zu Beginn stellt sich die Gretchenfrage: Performt die Strategie hinter dem Token Set wirklich besser als ein einfaches Hodling oder der Geldeinlage in Compound? Sollte das nicht der Fall sein, müssten Investoren überlegen, ob sich ein Investment wirklich lohnt. Sicher, es geht nicht immer allein um die Performance, weitere Größen wie der Drawdown oder die Volatilität sollten dabei ebenfalls berücksichtigt werden. Besonders Engagierte können die Handelsstrategie hinter dem Token Set beispielsweise in TradingView modellieren und mit einem einfachen Langzeit-Investment vergleichen.
  • Auch wenn Bitcoin selbst ein gutes Investment ist (parallel zu einem Token Set bietet sich hier weiterhin Dollar Cost Averaging an)
  • Ebenso ist die angegebene Marktkapitalisierung zu beachten. Diese bietet auch ein indirektes Maß für die Liquidität der zugrundeliegenden Assets. Dies ist hilfreich, möchten Anleger schließlich irgendwann auch ihre Set-Token veräußern.

Abschließend ist zu betonen: Investments haben immer ein steuerliches Nachspiel. Schließlich gilt, wie in jedem anderen Investment, dass natürlich auch die Geldanlage in einem Token Set steuerlich relevant ist. Da der DeFi-Bereich noch sehr neu ist, kann man hier leider noch keine eindeutige Aussage treffen. In den Vereinigten Staaten werden diese Sets steuerlich wie eine Geldanlage in einen ETF behandelt. Sollte man sich in Deutschland für eine ähnliche Regulierung entscheiden, wäre das wünschenswert. So wären die einzelnen Portfolio-Rebalancings nicht fiskalisch relevant.

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