Thailand: Eigene Wallet für Kryptopolizei in Planung

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Commons/Erlend Bjørtvedt

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Die Antigeldwäsche-Behörde aus Thailand arbeitet aktuell daran, eine neue Wallet herauszubringen. Damit will die Regierung künftig eine eigene digitale Brieftasche haben, um Bitcoin und andere Kryptowährungen, die mit Verbrechen in Verbindung stehen, sicher aufzubewahren.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Die thailändische Kryptopolizei ist wieder verstärkt auf Streife. Dabei geht es im Revier der Behörde verglichen mit anderen Kryptorevieren relativ geregelt zu. Das regulierte Klima zog dort bereits auf, als entfernte Nachbarn noch wütig die Regulierungskeule schwangen. So war es Thailand, das eine Regulierung von Token erwog, als diese etwa in China komplett verboten wurden (oder man das zumindest versuchte). Das sollte jedoch noch einige Zeit dauern. Selbst im Januar äußerte sich der ehemalige Finanzminister noch dahingehend, dass eine Regulierung dringend notwendig sei. Im Juli 2018 kamen dann zarte Vorstöße. So begann die Regierung, ein eigenes Gesetz für Kryptowährungen herauszugeben, statt sie dem langwierigen Prozess zu unterziehen, mühsam unter bestehenden Gesetzen einzuordnen.

Dem folgte letztendlich, dass die thailändische Aufsichtsbehörde SEC im August sieben Genehmigungen für Unternehmen erteilte, die den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Mit einem Rundschreiben an die Finanzinstitute schmeckte Thailand die Regulierungssuppe dann schmackhaft ab: Finanzinstitute sollten fortan grünes Licht für Investitionen im Kryptosektor haben. Die relativ regulierte Lage ermöglichte es dann auch, dass das Land in Asien nun eine eigene Kryptowährung herausgeben will.


Es zeigt sich: Die Lage im Land ist mehr oder weniger fortschrittlich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind gegeben, aber nicht allzu locker. Die Regierung hat klare Richtlinien etabliert, was passieren darf und was nicht. Da darf es nicht verwundern, dass das Königreich mit einer eigenen Kryptopolizei aufwartet. Es ist eine Division der Anti-Geldwäschebehörde, die sich nun mit Kryptoverbrechen befasst.

Die Kryptopolizei und ihre Brieftasche

Wie lokale Medien nun berichten, hat die Anti-Geldwäschebehörde für ihre Tätigkeiten nun eigens eine Wallet eingerichtet. Damit will die Behörde künftige Coins, die aus „illegalen Quellen“ stammen, beschlagnahmen und (für sich selbst) aufbewahren. Zwar sind die rechtlichen Grundlagen in Thailand bereits relativ fortgeschritten. Für das Konfiszieren von Krypto-Assets gibt es bisher jedoch keine rechtlichen Grundlagen. Auch wenn die Behörden die Befugnis haben, Cyberkriminelle zu verwahren – eine Grundlage, um Kryptowährungen zu konfiszieren und auf die „Antigeldwäsche-Wallet“ zu übertragen, gibt es bisher nicht. Die viel gefeierte Anonymität vieler Coins stellt für Behörden in der Strafverfolgung dahingehend oft ein Problem dar:

„Ein großes Problem mit digitalen Assets und ähnlichen Beweismaterialien ist die Schwerigkeit, die Identität derer herauszubekommen, die sie versenden. Wenn wir die Beweise vor Gericht präsentieren, kann das die Gerichte meistens nicht überzeugen“

betont Chartpong Chirabandhu, Department of Special Litigation in Thailand, gegenüber dem thailändischen Magazin The Nation.

Technische Details zur Wallet sind bisher nicht bekannt. Doch im Hinblick auf die rechtliche Lage werden sich bald wieder neue Richtlinien etablieren. Betrachtet man die bisherige Entwicklung und das Voranschreiten der Regulierungsbehörden in Thailand, dürften die rechtlichen Grundlagen für das Konfiszieren von Kryptowährungen in Kürze zu erwarten sein.

BTC-ECHO


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