Tech-ECHO KW 34: Skriptfreie Atomic Swaps zwischen Bitcoin-ähnlichen Netzwerken und Colored Coins

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 8 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

Teilen

Quelle: shutterstock

BTC10,838.38 $ 1.16%

Developer im Bitcoin-Umfeld haben viel über Rebalancing im Lightning Network diskutiert, Bitcoin Cash kann nun weitere Ansätze für Tokenisierung vorweisen und die Bank of America hat ein kryptorelevantes Patent eingereicht. 

Anzeige

Krypto-Arbitrage: Geringes Risiko - Hohe Rendite

Verdienen Sie ein passives Einkommen mit der verzinslichen Geldbörse von ArbiSmart und dem vollautomatischen Crypto Arbitrage-Handelssystem. Profitieren Sie von einer EU-lizenzierten und regulierten Plattform, die Anlagen mit einer Rendite zwischen 10,8% und 45% pro Jahr bietet.

Mehr erfahren

Anzeige


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Wenn man hinter China, ETF-Drama und „Preisvorhersagen“ von Experten sah, tat sich auch diese Woche eine interessante Welt mit technischen News und Insights auf. Klar, auch im technischen Bereich hat sich diese Woche nicht so viel getan. Aber insgesamt kamen doch wieder eine Menge an interessanten Neuigkeiten zusammen. Im Bitcoin-Bereich sind das eher Proposals und Paper, bei anderen Altcoins handelt es sich um bereits realisierte Neuerungen. Bezüglich Ethereum schauen wir auf FOMO3D beziehungsweise wie jemand den Preis für sich beanspruchen konnte. Schließlich können sowohl die Bank of America als auch Factom Patente im Blockchain-Bereich vorweisen. Aber genug der Vorrede, let’s dive right in!

Bitcoin: Stubborn Mining, Rebalancing im Lightning Network und Atomic Swaps ohne Skript

Neben Analysen über das Bitcoin-Vermögen von Satoshi Nakamoto gab es einige interessante Veröffentlichungen im Bitcoin-Bereich. Starten wir mit einem interessanten, wenn auch sehr komplexen Paper: Cyril Grunspan und Ricardo Perez-Marco analysieren in einem Paper unterschiedliche Varianten des sogenannten „Stubborn mining“. Dabei handelt es sich um eine Variationen des Selfish Minings, bei der Miner eine Reihe von Blöcken zurückhalten, bis man eine längere Version der Originalchain generiert hat. Im erwähnten Paper wird die Profitabilität der verschiedenen Stubborn-Mining-Varianten genauer analysiert.

Bezüglich Lightning Network hat Robert Olsson ein Rebalancing Scheme vorgeschlagen. Das Lightning Network ist, wie an anderer Stelle erklärt, ein Netzwerk aus Payment Channels. Unter bestimmten Umständen kann ein Rebalancing der in den verschiedenen Payment Channels gespeicherten Funds sinnvoll sein. Robert Olsson schlägt nun einen Prozess vor, der für alle intermediären Nodes von Vorteil ist, sodass ein derartiges Rebalancing ohne Gebühren angeboten werden kann.

Atomic Swaps betreffen nicht nur Bitcoin, sondern Bitcoin und alle ähnlichen, Lightning-fähigen Blockchains. So kann man dabei an Litecoin oder Vertcoin denken. Leider etwas untergegangen ist ein Paper von Bryan Bishop, welches für Dritte nicht mit Sender und Empfänger verknüpfbar ist. Die Blockchain speichert weder Hashes noch Preimages, sodass man diese zwei im Swap genutzten Transaktionen nicht assoziieren kann. Ein derartiges Proposal würde natürlich stark zur Privatsphäre von Bitcoin beitragen.

Leider bisher nur als Announcement verfügbar ist die Ankündigung von Mark Friedenbach, dass er einen Weg gefunden hat, die Blockgröße um einen Faktor 3.600 zu vergrößern, den Proof-of-Work-Prozess komplett zu erneuern – ohne die Notwendigkeit einer Hard Fork. Diese On-Chain-Skalierung soll mit einer abwärtskompatiblen Soft Fork möglich sein. Mark Friedenbach wird sein Konzept auf der Scaling-Bitcoin-Konferenz vorstellen, die am 7. Oktober stattfindet.

Colored Coins auf Bitcoin Cash und Krimis auf der Ethereum-Blockchain

Die sich androhende Spaltung von Bitcoin Cash dank Craig Wrights Bitcoin SV wurde bereits diskutiert. Doch Bitcoin Cash hat in dieser Woche mehr vorzuweisen gehabt als interne Streitereien. So möchte die Developer-Community hinter Bitcoin Cash im Rahmen eines Stresstests am ersten September fünf Millionen On-Chain-Transaktionen realisieren. Über scale.cash kann jeder an diesem Stresstest teilnehmen – mit einem Invest von mindestens 15.000 Satoshi beziehungsweise 0,08 US-Dollar.

Auch jenseits der Skalierungsfragen tut sich weiterhin was bei Bitcoin Cash. Das Thema Tokenized Assets ging an Bitcoins kleinem Bruder nicht vorbei. Mithilfe von Cryptonize it können Interessierte eigene Colored Coins, sprich Token, emittieren. Man muss kein „Big Blocker“ oder Fan von Roger Ver sein, um anzuerkennen, dass einige Entwickler hinter Bitcoin Cash konstruktiv an der Weiterentwicklung der Kryptowährung arbeiten.

Im Ethereum-Umfeld hat FOMO3D bereits Ende Juli für Aufsehen gesorgt. Die App, eine Mischung aus Lotterie und Schneeballsystem, wurde kontrovers diskutiert. Nun endete die erste Runde von Fomo3D mit einem Gewinner. Die Adresse 0xa169 erhielt über 10.000 ETH. SECBIT Labs konnte zeigen, dass die Person hinter 0xa169 einen speziellen Angriffsvektor ausnutzte und damit die Anzahl an Transaktionen innerhalb von Blöcken am Ende des Spiels dramatisch reduzierte, wodurch er die Wahrscheinlichkeit, der Gewinner zu sein, erhöhte. Der gesamte Hack, der sich spannender als ein Krimi liest, ist von Coinmonks sehr detailreich aufbereitet.

Wem der Krimi nicht genug war, es gibt ein Sequel: SEBIT haben gemeinsam mit AnChain.ai verschiedene andere Angriffe auf Smart Contracts analysiert. Als eine noch windigere Version von Fomo3D kam Last Winner auf, welches stark mit einer Hacker-Gruppe zusammenhing, die über Last Winner zwei Millionen US-Dollar in Ether ergaunern konnten. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf die Einzelheiten einzugehen, aber die detailreiche Analyse sei jedem ans Herz gelegt.

Vote Decay bei EOS und neue Sprache für Smart Contracts bei Cardano

Wenn man über Smart-Contract-Plattformen spricht, kommt man inzwischen nicht mehr an EOS vorbei. Zum einen konnte die Community einen Meilenstein feiern: Gemäß DappRadar konnten zwei EOS-dApps alleine deutlich mehr Transaktionen als alle Ethereum-dApps vorweisen. EOS Dice kam auf 68.000 Transaktionen, EOS Knights auf 59.000 und alle Ethereum-dApps auf 55.000. Doch im Lande EOS ist nicht alles eitel Sonnenschein. So kann ein Angreifer RAM stehlen. Das EOS-Netzwerk benötigt RAM zur Verarbeitung der Prozesse innerhalb einer dApp. Über einen Proxy Token möchte man das Problem nun beheben.

Ein anderes Problem ist die Wahlmüdigkeit im EOS-Ökosystem, die zu einer Zentralisierung führen kann. In einem Video hat der Block Producer cryptolions darauf hingewiesen, dass ein Voting Decay, sprich eine durch passives Verhalten herrührende Verringerung der eigenen Voting Power, auch bei Nutzung eines Proxies vorkommt. Jedem aktiven Teilnehmer im EOS-Ökosystem sollte entsprechend klar sein, dass selbst bei Nutzung eines Proxies, sprich einer Instanz, die für einen wählt, die Wahlkraft mit der Zeit schrumpft.

Mit Smart Contracts geht es weiter: Cardano wird nicht müde und entwickelt (mal wieder) eine neue Smart-Contract-Sprache. Marlowe hat zum Ziel, eine besonders für Finanzen geeignete Sprache zu sein, und wurde auf Basis von Haskell entwickelt.

Wie am 27. August berichtet, konnte IOTA in jüngster Zeit viel vorweisen. Ein paar weitere, nicht minder spannende Projekte hatten zwar nicht den Airplay, zeigten aber schön, was sich an der Developer-Front um IOTA tut. Eoin Coogan nutzte IOTA zum Aufbau eines Monitoring- und Handelssystem für den Handel mit aus Solarkraft erzeugten Strom. Ein anderes Projekt namens pact.online nutzt IOTA als dezentrales Hauptbuch für ein Filesharing-System, welches mit IPFS zusammenarbeitet.

Weitere News bei Altcoins: Neuer Proof of Work bei Monero und dezentrale Identität dank Ontology

Monero hatte ein Entwickler-Meeting, dessen Zusammenfassung sowie den Chat Log man der Seite Monerobase entnehmen kann. Wichtigste News ist der Launch eines neuen Proof of Works und dass Entwickler tatsächlich an der LightWallet arbeiten. Außerdem haben andere Entwickler eine vorläufige Version des Codes für den Trezor-Support geschrieben.

Nach Bitcoin und Ethereum kann mit Ontology nun eine dritte Kryptowährung eine dezentrale Identifier-Methode oder kurz DID vorweisen. Bei einer DID handelt es sich um eine Version der digitalen Identität, die nicht von dezentralen Entitäten kontrolliert wird, sondern unabhängig ist. Vor einiger Zeit hat Phillip Horch eine Kolumne zum Thema Identität geschrieben, die auch die Signifikanz des Themas Self-Sovereign Identity aufzeigt. Es ist interessant, dass mit Ontology eine eher unbekannte Währung nun als erstes Bitcoin und Ethereum folgt.

Neue Entwicklungen im Blockchain-Sektor: Verschiedene Patente und Calypso

Factom hat zwei blockchainrelevante Patentanträge eingereicht. Anfang August hat das Unternehmen einen Ansatz zur Dokumentenvalidierung vorgestellt und am 23. August einen weiteren Patentantrag über anonymen Datentransfer präsentiert. Im ersten Fall arbeitet man mit digitalen Signaturen auf einer Blockchain. Diese digitalen Signaturen können aus Daten verschiedenen Typs gewonnen werden. Jeder kann die Integrität der Dokumente dann über diese digitale Signatur überprüfen. Im zweiten Fall soll vor allem ein Algorithmus zum Teilen von Geheimnissen verwendet werden, mit dem brisante Daten auf eine oder mehrere Blockchains aufgeteilt werden können.

Doch Factom ist nicht das einzige Unternehmen, welches ein Patent vorweisen kann. Banken haben in den letzten Wochen und Monaten immer wieder blockhainrelevante Patente eingereicht und wollen offensichtlich ein Teil vom Kuchen nicht nur abbekommen, sondern sich sichern. Die Bank of America hat ein Patent zum thema Absicherung von Crypto-Assets veröffentlicht. Kern dieser Erfindung ist ein Prozessor, der Daten speichert. Der Prozessor soll die Daten mit einem Schlüssel diese Daten verschlüsseln und verschlüsselt auf eine Blockchain schreiben.

Mit Calypso hat ein Forscherteam aus Lausanne und den USA einen Ansatz veröffentlicht, mit dem man private Daten über eine Blockchain schreiben und später noch auditieren kann. Das erreicht Calypso, indem sie einerseits on-chain Geheimnisse speichern und zum zweiten über sogenannte Skipchains ein Identitäts- und Zugriffsmanagement ermöglichen. Letztere wurden in einem weiteren Paper vorgestellt. Es handelt sich um eine Kombination aus Skip Lists und Blockchains, sprich um einfach durchsuchbare Blockchains.

Man merkt, es tut sich wie immer viel in der Szene. In dieser Woche lag der Fokus auf Smart Contracts zum einen und digitaler Identität zum anderen.

BTC-ECHO

Anzeige

Clever und sicher investieren mit Krypto-Arbitrage

Bis zu 45% auf deine BTC, ETH, USDT, EUR

Mit dem Wallet und der Arbitrage-Handelsplattform von Arbismart verdienen Tausende Anleger ein passives Einkommen (10,8-45% pro Jahr). Die vollautomatische Krypto-Arbitrage-Plattform bietet risikoarme, renditestarke Investitionen. ArbiSmart ist EU lizenziert und reguliert.

Mehr erfahren


Teilen

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise
BTC-ACADEMY

Kryptowährungen einfach handeln

Plus500 der führende CFD Anbieter

  • Direkt mobil handeln
  • Einzahlung per Kreditkarte oder PayPal
  • Bitcoin,Ether,IOTA,Ripple, uvm.
  • inkl. Demokonto

76,4% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD Handel mit diesem Anbieter