Tech-ECHO KW 32 – Ethereum-Shorting, alte Probleme bei Bitcoin Cash und Bitcoin via Textnachricht

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Tech-ECHO KW 32 – Ethereum-Shorting, alte Probleme bei Bitcoin Cash und Bitcoin via Textnachricht

Bitcoin, Bitcoin Cash und Litecoin haben Wege entwickelt, Transaktionen über das Handy oder Telegram zu initiieren. Ein paar Sicherheitslücken und Attacken bei Augur, Bitcoin Cash und Ethereum sorgten für kurze Sorgen. Die Bugs konnten aber behoben werden.

Und wieder ist eine Woche vergangen! Der Tech-Sektor hat sinkende Kurse weiter fallen lassen und sich auf das fokussiert, was er am besten kann. Statt #HODL ist dort weiterhin #BUILDL das Schlagwort. In dieser Auflage vom Tech-ECHO schauen wir nicht nur auf die neueren Entwicklungen, sondern beispielsweise auch auf eine schöne Visualisierungsplattform verschiedener Größen im Bitcoin-Ökosystem. Außerdem werden mit dem Blick auf eine Attacke auf das Ethereum-Netzwerk und die Erfahrungen eines Bitcoin-Core-Developers bei der Weitergabe einer Sicherheitslücke bei Bitcoin Cash betrachtet. Shorting-Möglichkeiten auf einem DEX, ein Patent für die Überweisung von Bitcoin über Textnachrichten und Neuerungen aus dem Bereich der Miner runden diesen Tech-Rückblick ab. Aber kommen wir zu den News…

Bitcoin: Neuer Core-Client, schöne Visualisierungen und Bitcoin-Transaktionen über Textnachrichten

Im Bitcoin-Ökosystem ist sicherlich als erstes der neue Bitcoin Core Client zu nennen. Die Version 0.16.2 ist vor Kurzem veröffentlicht worden. Es handelt sich dabei eher um einen Minor Release. Wirkliche Neuerungen kommen mit dieser Version nämlich nicht, eher gab es einige Bugfixes und Optimierungen. Ein Beispiel dafür ist, dass Zeilenumbrüche an das Ende von Log Messages angefügt wurden, sodass der Log weniger wie eine Wall of Text aussieht. Wichtig ist noch zu sagen, dass mit dieser Client-Version generierte Wallets nicht mit älteren Clients kompatibel sind.

Mit OXT haben die Leute von Samuraiwallet ein Tool zur Datenanalyse der Bitcoin-Blockchain entwickelt, mit der ein Daten- und Zahlen-Nerd Stunden verbringen kann. Auf den ersten Blick erinnert OXT an den üblichen Blockchain-Explorer. Es drängen sich Vergleiche zu blockchain.info und anderen auf Bitcoin fokussierte Explorer auf. Der große Unterschied ist, von wie viel verschiedenen Blickwinkeln man die Daten hinter der Blockchain betrachten kann, sodass man die exotischsten Zusammenhänge analysieren kann. Hängt die Adress-Reuse mit der durchschnittlichen Transaktionsgebühr zusammen? Wie entwickelte sich die Segwit-Nutzung über die Zeit? Diese und viele andere Fragen kann man mit verschiedenen Plot-Typen visualisieren.

Schließlich gab es eine Patentanmeldung im Bitcoin-Bereich: Intuit Labs reichte ein Patent ein, mit welchem Bitcoin-Zahlungen über Textnachrichten wie SMS oder MMS initiiert und transferiert werden können. Dabei greift das Telefon auf einen Payment-Service zurück beziehungsweise schickt es die Textnachrichten an jenen Payment-Service, der die weitere Transaktionsverarbeitung übernimmt. Negativ ist zu vermerken, dass so wieder der Middle Man eingebracht wurde. Ein Peer-to-Peer Electronic Cash System ist es so nicht. Jedoch kann das einfache Senden von Geld mit einfachen Handys im Sinne der Adaption sicher seinen Mehrwert haben.

Ethereum auf Azure, Bitcoin Cash auf alten Handys und mehr

Bei den Altcoins tat sich sehr viel, bei manchen Kryptowährungen sogar mehrere Dinge.

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Ethereum ist dafür ein Beispiel. Schon länger kann über Microsoft Azure mit Ethereum gearbeitet werden. Für Enterprise-Lösungen und Blockchain-Anwendungen in Konsortien ist jedoch der bestehende Proof of Work nicht zielführend; man hat es hier ohnehin mit privaten Blockchains zu tun, sodass ein extrem dezentraler Konsens nicht notwendig ist. Azure führt deshalb den Proof-of-Authority-Konsens ein, einen Konsensmechanismus, der kein Mining benötigt. Doch nicht alles läuft bei Ethereum perfekt: Vor wenigen Tagen kam es zu einem leichten Angriff auf das Ethereum-Netzwerk. Mit einer massiven Zunahme an Transaktionen stieg der Gas-Preis teilweise um einen Faktor 100. Dr. Aleksandra Sokolowska hat für Validity Labs diesen Angriff im Detail aufbereitet und ist zu dem Schluss gekommen, dass hier ähnlich wie vor einiger Zeit bei FOMO3D eine Lücke in einem Smart Contract ausgenutzt wurde.

Wenn man über Sicherheitslücken spricht, kann man bei Bitcoin Cash auf eine „Beinahe-Katastrophe“ schauen. Diese zeigt nebenbei, wie trotz aller „Bitcoin Cash is the real Bitcoin“- und „BCash? Moar liek Btrash“-Rufe ein professioneller Dialog zwischen beiden Seiten aussehen kann. Cory Fields, ein Bitcoin-Core-Developer, machte im April auf eine signifikante Sicherheitslücke im Protokoll von Bitcoin Cash aufmerksam, die das ganze Projekt hätte gefährden können. Im verlinkten Artikel beschreibt er, warum er den Bug Report anonym machen wollte und wie schwierig es war, dies auf sinnvollem Weg zu tun. Insgesamt ist der Artikel sehr lesenswert, nicht wegen einer Bitcoin-vs-Bitcoin-Cash-Debatte, sondern weil man von Herausforderungen in Protokollen, der Notwendigkeit von Anonymität und von Verschlüsselungen erfährt. Doch von Bitcoin Cash gibt es auch andere Neuigkeiten: Ähnlich wie im oben beschriebenen Patent von Intuit kann man mit Hilfe von Electron Cash Wallet Bitcoin Cash von einfachsten Smartphones überweisen.

Weitere News bei Altcoins: Litecoin auf Telegram, NEO Naming Service und Lisk Elements

In eine ähnliche Richtung entwickelt sich ein Projekt bei Litecoin, welches das Transferieren von LTCs über Telegram erlaubt. Auch hier ist ein SMS-Support geplant. Es entwickelt sich hier also ein Pattern.

Neben einigen Announcements bezüglich NEO 3.0, in denen es um höhere TPS und komplexere Smart Contracts ging, startet nun auf dem Testnet der Neo Name Service oder kurz NNS, einem Domainregister für NEO. Damit ist es Nutzern möglich, .neo-Domains zu erwerben, was gegebenenfalls für dApps sinnvoll sein kann. NEO tritt damit in die Fußstapfen des Ethereum Name Service, Lisk, die dApp-Plattform aus Deutschland, hat vor wenigen Tagen die JavaScript Library Lisk Elements in Version 1.0 veröffentlicht. In dem Zusammenhang wurde die gesamte Library auf Lings gedreht, beispielsweise werden nun BIP39-Wortlisten als Seed für Private Keys unterstützt.

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Neue Entwicklungen im Blockchain-Sektor: Ether-Shorting auf einem DEX, Stablecoins auf der Ledger-Wallet

Nachdem bei den Altcoins schon über Sicherheitslücken gesprochen wurde, passt nun eine Episode über Augur: Der White Hat Hacker Vlacheslav Sniezhkov hat am 4. August auf eine Sicherheitslücke bei dem Prediction Market hingewiesen. So war es möglich, dass eine dritte Partei über ein verstecktes Webseitenelement eine vorhandene Augur-Konfiguration überschreibt und durch eine eigene ersetzt. Das hätte zu großen finanziellen Einbußen und einem Reputationsverlust führen können. Mit einem Patch wurde diese Lücke inzwischen wieder behoben.

Wir befinden uns – mal wieder – in bearischen Zeiten. Ethereum hat über die letzte Woche satte 20 Prozent verloren. Trader kommen da gerne auf das Shorten, das Wetten auf fallende Kurse. Bisher war dies auf dezentralen Exchanges nicht möglich. Die Börse dYdX wirbt jedoch damit, dass man auf dieser DEX tatsächlich Ethereum shorten kann. Diese DEX hat man auf Basis von 0x und Ethereum entwickelt und soll ein dezentrales Margin Trading ermöglichen. Wie das genau funktionieren soll, ist in dem White Paper erklärt.

Während andere Coins auf und ab gehen, versprechen Stablecoins wie Tether oder TrueUSD einen festgesetzten, konstanten Dollar-Kurs. Nubits zeigte zwar, dass dies nicht immer so sein muss und auch bei bekannteren Coins wie Tether kommen immer wieder Bedenken auf. Dennoch erfreuen sich Stablecoins innerhalb des Krypto-Kosmos steigender Beliebtheit. Ein Problem ist, dass diese nicht auf Hardware-Wallets speicherbar sind und entsprechend häufig auf eher unsicheren Exchanges liegen. Mit Kowala soll nun ein erster Stablecoin mit Support von Ledger Nano S auftrumpfen können.

Minende WiFi-Router

Blicken wir zum Abschluss kurz in die Welt des Minings. Nebenbei mit laufenden Geräten Geld verdienen, ist des postmodernen Menschen Version vom Stein der Weisen. Nachdem jüngst Canaan mit einem minenden Fernseher und Quarnot mit minenden Heizungen von sich reden machte, kommen aus dem Hause Bitmain nun zwei WiFi-Router auf den Markt. Der eine kann Dash, der zweite Siacoin minen. Ob mit 300 MH/s beziehungsweise 12 GH/s man profitabel Dash oder Siacoin minen kann sei jetzt mal dahin gestellt. Interessant ist jedoch, dass im aktuellen Bärenmarkt zumindest von einem zukünftigen Interesse an derartigen “Nebenbei-Mining“-Stationen ausgegangen wird.

So, das war es für diese Woche. Man sieht: Bitcoin kann unter 6.000 US-Dollar fallen, Ripple auf den Tiefstwert des Jahres, wir befinden uns in einem Bärenmarkt. Das alles hält Techies nicht davon ab, neue Protokolle und neue Anwendungen zu entwickeln sowie die Netzwerke insgesamt sicherer zu machen.

BTC-ECHO

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