Südkorea: Ende des ICO-Verbots, Beginn einer Regulierung?

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Südkorea: Ende des ICO-Verbots, Beginn einer Regulierung?

Südkorea versucht, den digitalen Entwicklungen offen gegenüber zu stehen und überlegt, Initial Coin Offerings (ICOs) im eigenen Land wieder zu erlauben. Seit dem vorläufigen Verbot im vergangenen September setzen die Südkoreaner auf ICOs im Ausland. In Zukunft haben sie wahrscheinlich wieder eine Chance auf Investitionen in lokale Unternehmen, was koreanische Start-ups auf eine baldige Erlaubnis hoffen lässt.

ong>setzen die Südkoreaner auf ICOs im Ausland. In Zukunft haben sie wahrscheinlich wieder eine Chance auf Investitionen in lokale Unternehmen, was koreanische Start-ups auf eine baldige Erlaubnis hoffen lässt.

Die englischsprachige Korean Times schreibt unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Behörden eine gewisse Regulierung von ICOs planen. Ziel sei die legale Wiedereinführung von Initial Coin Offerings. Eine Regulierung ist zwar unbeliebt, scheint aber derzeit der einzige von den Behörden akzeptierte Weg für die digitalen Börsengänge zu sein. In welchem Umfang und Ausmaß staatliche Eingriffe erfolgen sollen, sei derzeit noch unklar. Vorstellbar wäre eine Regulierung der Krypto-Börsen und die Einführung einer Steuer. Die Gespräche zwischen den Behörden stecken allerdings in den Kinderschuhen. Daraus lässt sich auch der Zeithorizont ablesen: Mit einer allzu baldigen Erlaubnis sollte nicht zu rechnen sein.

Gefragt nach dem derzeitigen Stand schweigt die zuständige Financial Services Commission (FSC). „Es gibt nichts, was wir derzeit offiziell sagen können“, so Kang Young-soo, ein Sprecher der Behörde. Die FSC hätte die verschiedenen Wünsche und Anträge wahrgenommen. Young-soo bestätigt allerdings, dass die Regierung auf die Blockchain-Technologie setzt und deren Entwicklung vorantreibt. Wie jetzt klar wird, soll dafür allerdings ein geeigneter Regulierungsrahmen gefunden werden.

Südkorea: Kein leichtes Pflaster

Die Anzahl von ICOs hatte im vergangenen Jahr stark zugenommen, darunter auch einige fragwürdige und dubiose Unternehmen. Die oberste Finanzaufsicht untersagte deshalb vorläufig alle weiteren ICOs Ende September. Der offizielle Tenor war, die Verbraucher schützen zu wollen. Der Staat befürchtet allerdings auch Geldwäsche und umfangreiche Steuerhinterziehung. Die Verbote hatten bislang jedoch wenig Konsequenzen für an ICOs beteiligten Unternehmen und Investoren. Aufgrund der unklaren Gesetzeslage organisierten junge Unternehmen ICOs derzeit lieber im Ausland, um ihre Finanzierung zu sichern.

Wie schnell das Klima und die politische Stimmung in dem Land wechseln können, zeigen die vergangenen Monate. Verbote standen immer wieder im Raum und wurden plötzlich verworfen. Die Situation wirkt verworren. Noch im Januar dachte die Regierung lautstark über ein vollständiges Verbot von Kryptowährungen nach. Die Idee wurde infolge von heftigen Protesten wieder verworfen. Dennoch sind die Know-Your-Customer-Anforderungen (KYC) und Auflagen an die Betreiber von Handelsplätzen gestiegen. Seit letzter Woche ist es nun Beamten untersagt, Kryptowährungen zu besitzen oder mit ihnen zu handeln. Die Marschrichtung der Regierung ist also undurchsichtig und könnte für weitere Überraschungen sorgen.

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