Südkorea: Parlamentarier wollen ICO-Verbot kippen

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: Commons/Flickr/Alain Seguin

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In Südkorea gilt seit Ende 2017 – wie in China – ein Verbot für Initial Coin Offerings. Eine Initiative aus dem südkoreanischen Parlament macht sich nun daran, dieses Verbot wieder zu kippen. Als Begründung geben die Abgeordneten an, dass sie die Entwicklung der Blockchain-Technologie durch das ICO-Verbot beeinträchtigt sehen.

Die Älteren werden sich noch erinnern: Der September 2017 war kein guter Monat für die Krypto-Ökonomie. Das lag vor allem an der Volksrepublik China, die zunächst alle Initial Coin Offerings im Land verbot und wenig später auch die Krypto-Börsen des Landes verwies. Quasi im Windschatten des großen Nachbarn legte auch Südkorea der heimischen Krypto-Ökonomie einige Ketten an und sprach seinerseits ein Verbot von Initial Coin Offerings aus.

Parlamentarier richten Blockchain-Forum aus

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Jetzt allerdings könnte das ICO-Verbot ins Wanken geraten. Wie die koreanische Zeitung „Business Korea“ berichtet, haben sich zwei Mitglieder der koreanischen Nationalversammlung zusammengetan. Ihr Ziel ist die Aufhebung des Verbots, da sie dieses als schädlich für die heimische Blockchain-Ökonomie ausgemacht haben.

Min Byung-doo und Roh Woong-rae sind Abgeordnete der sozialliberalen Deobureo-minju-Partei von Präsident Moon Jae-in. Somit gehören die beiden Parlamentarier dem Lager der Regierungspartei an. Beide richteten in dieser Woche ein Blockchain-Forum in der Parlamentsbibliothek aus. Auch die drei koreanischen Interessenvertretungen Korea Blockchain Industry Association, Korea Blockchain Industry Promotion Association und Open Blockchain Industry Association unterstützten die Veranstaltung.

ICO-Verbot schadet Blockchain-Adaption

Im Rahmen der Veranstaltung sprachen sich die beiden Abgeordneten deutlich für ein Ende des ICO-Verbots und für eine weitere Öffnung des Landes gegenüber Kryptowährungen aus. Die Regierung habe seit einem Jahr nichts mehr für das Wachstum des Blockchain-Sektors getan, was der Wettbewerbsfähigkeit schade. So sei die südkoreanische Blockchain-Technologie auf 75 Prozent des US-Levels abgefallen.

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„Da Blockchain und Kryptowährungen Vor- und Nachteile haben, können nur selbstbewusste Regierungen mit ihnen richtig umgehen. Ein Beispiel dafür sind Singapur, die Schweiz und Frankreich. Diese Länder haben den Weg für regulierte ICOs frei gemacht“,

so Min Byung-doo.

„Nachdem die Regierung ICOs verboten hat, gehen Blockchain-Start-ups ins Ausland. Es gibt wachsende Bedenken, dass die Vorschriften der Regierung die Knospe der Blockchain-Industrie, eines Schlüsselsektors der Vierten Industriellen Revolution, ersticken“,

ergänzt Roh Woong-rae.

Gemeinsam wollen sie nun einen Gesetzesentwurf im Parlament einbringen, der die Regierung zur Lockerung des ICO-Verbots anhält. Ein Vorschlag ist es, dass die Regierung eine Arbeitsgruppe zur Erforschung der Möglichkeiten von Kryptowährungen und ICOs einsetzt. Eine öffentliche Anhörung ist für den November geplant.

BTC-ECHO

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