Südkorea: Parlamentarier wollen ICO-Verbot kippen

Quelle: Commons/Flickr/Alain Seguin

Südkorea: Parlamentarier wollen ICO-Verbot kippen

In Südkorea gilt seit Ende 2017 – wie in China – ein Verbot für Initial Coin Offerings. Eine Initiative aus dem südkoreanischen Parlament macht sich nun daran, dieses Verbot wieder zu kippen. Als Begründung geben die Abgeordneten an, dass sie die Entwicklung der Blockchain-Technologie durch das ICO-Verbot beeinträchtigt sehen.

Die Älteren werden sich noch erinnern: Der September 2017 war kein guter Monat für die Krypto-Ökonomie. Das lag vor allem an der Volksrepublik China, die zunächst alle Initial Coin Offerings im Land verbot und wenig später auch die Krypto-Börsen des Landes verwies. Quasi im Windschatten des großen Nachbarn legte auch Südkorea der heimischen Krypto-Ökonomie einige Ketten an und sprach seinerseits ein Verbot von Initial Coin Offerings aus.

Parlamentarier richten Blockchain-Forum aus

Jetzt allerdings könnte das ICO-Verbot ins Wanken geraten. Wie die koreanische Zeitung „Business Korea“ berichtet, haben sich zwei Mitglieder der koreanischen Nationalversammlung zusammengetan. Ihr Ziel ist die Aufhebung des Verbots, da sie dieses als schädlich für die heimische Blockchain-Ökonomie ausgemacht haben.

Min Byung-doo und Roh Woong-rae sind Abgeordnete der sozialliberalen Deobureo-minju-Partei von Präsident Moon Jae-in. Somit gehören die beiden Parlamentarier dem Lager der Regierungspartei an. Beide richteten in dieser Woche ein Blockchain-Forum in der Parlamentsbibliothek aus. Auch die drei koreanischen Interessenvertretungen Korea Blockchain Industry Association, Korea Blockchain Industry Promotion Association und Open Blockchain Industry Association unterstützten die Veranstaltung.

ICO-Verbot schadet Blockchain-Adaption

Im Rahmen der Veranstaltung sprachen sich die beiden Abgeordneten deutlich für ein Ende des ICO-Verbots und für eine weitere Öffnung des Landes gegenüber Kryptowährungen aus. Die Regierung habe seit einem Jahr nichts mehr für das Wachstum des Blockchain-Sektors getan, was der Wettbewerbsfähigkeit schade. So sei die südkoreanische Blockchain-Technologie auf 75 Prozent des US-Levels abgefallen.

„Da Blockchain und Kryptowährungen Vor- und Nachteile haben, können nur selbstbewusste Regierungen mit ihnen richtig umgehen. Ein Beispiel dafür sind Singapur, die Schweiz und Frankreich. Diese Länder haben den Weg für regulierte ICOs frei gemacht“,


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

so Min Byung-doo.

„Nachdem die Regierung ICOs verboten hat, gehen Blockchain-Start-ups ins Ausland. Es gibt wachsende Bedenken, dass die Vorschriften der Regierung die Knospe der Blockchain-Industrie, eines Schlüsselsektors der Vierten Industriellen Revolution, ersticken“,

ergänzt Roh Woong-rae.

Gemeinsam wollen sie nun einen Gesetzesentwurf im Parlament einbringen, der die Regierung zur Lockerung des ICO-Verbots anhält. Ein Vorschlag ist es, dass die Regierung eine Arbeitsgruppe zur Erforschung der Möglichkeiten von Kryptowährungen und ICOs einsetzt. Eine öffentliche Anhörung ist für den November geplant.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Angesagt

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.