Südkorea: Laut Regierungs-Audit nur jede 3. Bitcoin-Börse sicher

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Südkorea: Laut Regierungs-Audit nur jede 3. Bitcoin-Börse sicher

Cybersicherheit gehört im Zeitalter der Digitalisierung zu den wichtigsten Themen. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen, die sensible Daten ihrer Kunden speichern. Bitcoin-Börsen stehen hier besonders in der Verantwortung. Zahlreiche Börsen-Hacks sorgten in den vergangenen Jahren für Schäden im hohen dreistelligen Millionen-US-Dollar-Bereich. 

Vor diesem Hintergrund hat das südkoreanische Ministerium für Information und Kommunikation gemeinsam mit der „Korea Internet Development Agency (KISA)“ 21 Krypto-Börsen unter die Lupe genommen. Um das Sicherheits-Audit zu bestehen, mussten die Bitcoin-Börsen eine Checkliste mit 85 Punkten erfüllen. Zu diesen gehören zum Beispiel Themen der Betriebs- und administrativen Sicherheit, Netzwerk- und Datenbankzugriffskontrolle und das Verhalten der Börse bei Sicherheitsvorfällen.

Von den 21 durchleuchteten Börsen genügten dabei nur sieben den Ansprüchen der Regulatoren. Das berichtet die südkoreanische Ausgabe von ZDNet am 10. Januar. Sieben der 21 Bitcoin-Börsen erfüllten alle der 85 sicherheitsrelevanten Kriterien. Zu den bekannteren Musterschülerinnen gehört die Exchange CoinOne.

Zahlreiche Mängel bei zwei von drei Bitcoin-Börsen

Starken Nachholbedarf haben indes die 14 „durchgefallenen“ Kandidaten. Diese zeigten durchschnittlich in 51 der untersuchten Kriterien erhebliche Mängel. Diese Mängel betreffen auch die grundlegende technische Infrastruktur der Börsen – PC- und Netzwerksicherheit sowie die Netztrennung und Zugriffskontrolle sind nur einige der Schwachstellen, die von den Auditoren bemängelt wurden.

„Die meisten von ihnen […] sind immer noch auf einem niedrigen Sicherheitsniveau“,

zeigt sich Oh Young-soo, Direktor für Informationssicherheit im Ministerium für Information und Kommunikation, besorgt.

Südkoreanische Krypto-Börsen sahen sich bereits einer Vielzahl teils verheerender Hackerangriffe ausgesetzt. Besonders nordkoreanische Hacker hatten im vergangenen Jahr eine Vorliebe für Bitcoin-Börsen im südlichen Teil der koreanischen Halbinsel bewiesen. So konnte beispielsweise die nordkoreanische „Lazarus Group“ seit Anfang 2017 umgerechnet knapp eine halbe Milliarde Euro erbeuten – hauptsächlich durch Hacks von Bitcoin-Börsen in Südkorea und Japan.

Dass ein Großteil der auditierten Börsen in Sachen Sicherheit offenbar noch viel zu wünschen übrig lässt, gießt Wasser auf die Mühlen der Zentralisierungskritiker – und bläst gleichzeitig Wind in die Segel jener, die einen Kurs in Richtung dezentralisierter Krypto-Börsen einschlagen.

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