Südkorea: Blockchain-Unternehmen protestieren gegen Steuerpläne der Regierung

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Teilen

Quelle: shutterstock

BTC10,490.35 $ 0.18%

Die südkoreanische Regierung hatte jüngst beschlossen, die Kryptobörsen des Land von den geplanten steuerlichen Vorzügen für Wachstumstechnologien auszunehmen. Diese Entscheidung stößt nun erwartungsgemäß auf erheblichen Widerstand aus der dort ansässigen Kryptoszene. Drei Interessenvertretungen des Kryptosektors haben sich dabei besonders hervorgetan.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Im Juli hat die südkoreanische Regierung ein Gesetz verabschiedet, das kleine und mittelständische Unternehmen, vor allem solche, die sich mit sogenannten Wachstumstechnologien auseinandersetzen, besonders steuerlich begünstigt. Damit will man Innovation und technologische Neuerungen in dem Land fördern.

Die neue Regelung gilt jedoch nicht ausnahmslos für alle neuen Unternehmen und Start-ups. So hat das zuständige Ministerium für KMU und Start-ups eine Liste zusammengestellt, die Branchen definiert, die von den steuerlichen Vergünstigungen ausgenommen sind. Neben der Spielindustrie und der Unterhaltungsbranche zählen laut Plan des Ministeriums auch Blockchain-Unternehmen dazu. Darunter fallen nach aktueller Lesart sowohl Kryptobörsen als auch Blockchain-Start-ups.

Widerstand aus der koreanischen Kryptoszene


In der südkoreanischen Kryptobranche kam die Klassifizierung verständlicherweise nicht gut an. So nimmt man nicht nur negativ auf, dass man Krypto-Unternehmen keine steuerlichen Vorteile gewährt, was zu einem wirtschaftlichen Nachteil führt. Auch die Einordnung seitens des Ministeriums in eine eher dubiosere Ecke stößt den Vertretern der Branche sauer auf.

Wie die Korea Times berichtet, stellen sich jetzt die größten Interessenvertretungen des südkoreanischen Kryptosektors gegen die geplante Regelung. So gaben die Korea Blockchain Association, die Korea Blockchain Industry Promotion Association und die Korea Blockchain Startup Association eine gemeinsame Pressemitteilung heraus.

„Entmutigend für die gesamte Blockchain-Industrie“

„Der Handel mit blockchainbasierten virtuellen Währungen wird bald genauso behandelt wie Glücksspiel- und Alkoholgeschäfte. Sollte die Nationalversammlung dieses Gesetz verabschieden, kämen eine Reihe von Blockchain-Firmen nicht mehr für verschiedene Steuervergünstigungen in Frage. Das schreckt sie vor Investitionen in Forschung und Entwicklung ab und führt langfristig zur Abwanderung in andere Länder“,

heißt es in der Pressemitteilung. Die Ausnahme der Blockchain-Unternehmen von steuerlichen Vorteilen sei ein Ausdruck der Geringschätzung und „entmutigend für die gesamte Blockchain-Industrie“.

Ob der Vorschlag des Ministeriums für KMU und Start-ups wirklich wie nun geplant verabschiedet wird, entscheidet sich erst in ein paar Wochen. Der Gesetzgeber prüft den Entwurf noch bis zum 4. September. Die örtliche Blockchain-Industrie hat also noch die Möglichkeit, ihre Anliegen zu präsentieren. Doch die Zeit drängt.

BTC-ECHO


Teilen

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise
BTC-ACADEMY

Kryptowährungen einfach kaufen und verkaufen

Ein Bankkonto, Krypto-Wallets und Trading vereint

  • Einfach, sicher und zuverlässig
  • Kontoeröffnung in nur 5 Minuten
  • Nur 1% Handelsgebühr
  • Made in Germany