Studie: Bitcoin-Wale wirken stabilisierend

Studie: Bitcoin-Wale wirken stabilisierend

Bitcoin-Wale beschäftigen viele Krypto-Enthusiasten. Da ein Großteil des Bitcoin-Vermögens in der Hand weniger Großinvestoren liegt, nehmen viele an, sie seien mit ein Grund für das Auf und Ab am Krypto-Markt. So plausibel diese Überlegung sein mag, kommt eine Studie von Chainalysis zu dem Ergebnis, dass es sich hier um einen Trugschluss handelt. Welche Rolle spielen die Bitcoin-Wale wirklich für den Verlauf des Kurses?

Anfang des Jahres ergab eine Studie der Schweizer Kreditanstalt Credit Suisse, dass nur vier Prozent der Bitcoin-Halter 97 Prozent des Bitcoin-Vermögens besitzen. Trotz des Gegenentwurfs, den der Krypto-Space zur traditionellen Finanzwelt darstellen will, haben es diese alten Strukturen – wenige Reiche halten die Mehrheit des Vermögens – offenbar dennoch in die Welt von Bitcoin & Co. geschafft. Schnell drängt sich der Gedanke auf, diese Wale seien auch für die unvorhersehbaren Kursschwankungen am Krypto-Markt verantwortlich und könnten diesen mit ihrem Vermögen gar steuern. Eine Studie von Chainalysis hat in diesem Zuge Überraschendes zu Tage gebracht: „Die Bitcoin-Wale“ gibt es nicht, sondern vielmehr eine Gruppe sehr unterschiedlicher Investoren, die mehr für Stabilität als für Volatilität sorgt.

Das Schema der Wale

Das in Manhattan ansässige Krypto-Start-up Chainalysis hat für seine Studie, die am 10. Oktober veröffentlicht wurde, die 32 größten Bitcoin-Wallets unter die Lupe genommen. Zusammengerechnet handelt es sich dabei um ein Vermögen von einer Million Bitcoin. Ziel der Studie war es, ein Schema im Verhalten der Bitcoin-Wale auszumachen. Dabei ergab die Untersuchung zunächst, dass nur ein Drittel dieser Großinvestoren aktiv handelt. Dennoch ist das Vermögen dieses Drittels so groß, dass es in der Tat den Markt beeinflussen kann. Wie Chainalysis jedoch feststellte, handelt es sich bei den aktiven Bitcoin-Walen offensichtlich um Profis, die kein Interesse an einem Zusammensturz des Krypto-Marktes haben. Stattdessen wirken sie stabilisierend, indem sie „gegen den Strom“ traden.

Vier Walarten

Während ihrer Untersuchung machten Chainalysis vier Gruppen von Walen aus: Händler, Miner bzw. Early Adopters, Verlorene und Kriminelle. Händler machen mit neun der untersuchten Wallets und insgesamt 332.000 Coins die größte Gruppe aus. Dazu gehören vor allem jene Krypto-Enthusiasten, die erst im letzten Jahr auf den Bitcoin-Zug aufgesprungen sind.

Die Miner bzw. Early Adopters halten ebenfalls 332.000 Coins, sind aber bereits vor 2017 eingestiegen. Die Handelsaktivität geht bei ihnen aber nahe null. Es wird daher vermutet, dass sie in den letzten beiden Jahren bereits große Veräußerungen getätigt haben und entsprechend wohlhabend sind.

Die Verlorenen sind jene Unglücklichen, denen ihr Private Key abhandengekommen ist. Somit liegen etwa 212.000 Coins irgendwo im Nirwana, sodass niemand mehr Zugriff auf sie hat. Als verloren gelten im Zuge der Studie jene Wallets, auf denen sich seit 2011 nichts mehr getan hat. Somit sind die Private Keys, die nach 2011 verschwunden sind, hier noch nicht mit einberechnet.

Zu guter Letzt konnte Chainalysis jene Gruppe ausmachen, die von Krypto-Skeptikern stets in den Vordergrund gezogen wird. In den Händen von Kriminellen liegen tatsächlich aber „nur“ 125.000 Coins. Diese sind verteilt auf drei Wallets, wobei eine in Geldwäsche-Aktivitäten verwickelt ist und die anderen beiden dem Silkroad Darknet zugeordnet werden.

Ihr Einfluss auf den Krypto-Kurs

Was bedeutet das nun für den Verlauf des Bitcoin-Kurses? Während der Bitcoin-Preis Ende 2017 stark fiel, traten die Wale als Käufer auf die Bühne. Chainalysis konnte anhand der Bewegungen auf den Wallets feststellen, dass die Großinvestoren nicht etwa erhebliche Mengen an Bitcoin veräußerten, sondern noch dazu kauften. Folglich wirkten sie stabilisierend auf den Markt, auch wenn sie die Rückgänge nicht ausgleichen konnten. Es wird also deutlich, dass die Wale trotz ihres enormen Vermögens und der Interesse weckenden Anonymität, die ihnen einen Hauch von Mystik verleihen, nicht so einflussreich sind, wie viele glauben wollen.

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