Simbabwe: Bitcoin nun auch aus dem Automaten

In Simbabwe steht nun ein Bitcoin-ATM. Es ist der erste Geldautomat im Land, an dem man sowohl Bitcoin als auch Litecoin handeln kann. Golix, die größte Börse des Landes, stellte ihn auf.

Die Inflationsrate in Simbabwe war im Jahr 2009 bereits so hoch, dass die landeseigene Währung vorübergehend ausgesetzt wurde. Am 30. September 2015 folgte dann die Demonetisierung des Simbabwe-Dollars – er war fortan nichts mehr wert. Um die Währungslosigkeit zu überbrücken, akzeptierte man zunächst unter anderem den US-Dollar. Doch auch hier gab es Probleme. Letztlich ist die Zentralbank des Landes nicht in der Lage, den US-Dollar selbst zu drucken. Abgesehen davon ist die Wirtschaft des südafrikanischen Landes so angeschlagen, dass nur wenige US-Dollar vom Ausland in das Land kommen. Kurz und gut: Es gab (und gibt) zu wenig US-Dollar in Simbabwe.

Das führte letztlich so weit, dass Menschen vor leeren Geldautomaten standen und nichts abheben konnten. Selbst wenn es gelang, wurde das Bankkonto um ein Vielfaches höher belastet als tatsächlich ausgezahlt wurde.

Bitcoin hilft Simbabwe in der Krise

Für viele Menschen waren diese Faktoren der Auslöser, um Kryptowährungen zu verwenden. Statt den Banken hohe Gebühren zu zahlen, konnten sie ihr Geld auch aus dem Ausland in die Heimat senden – selbst wenn sie dabei im internationalen Vergleich viel höhere Kosten für den Einkauf von Kryptowährungen hatten.

In diesem Zusammenhang stellte Golix, die größte Börse des Landes, im April 2018 einen Bitcoin-Bankautomaten auf. Dadurch können Menschen in Simbabwe nun direkt am Automaten sowohl Bitcoin als auch Litecoin kaufen und verkaufen. Der Automat steht derzeit in Harare, der Hauptstadt des Landes.

Laut lokalen Medien wollen die Betreiber von Golix mit dem Automaten auch Menschen erreichen, die bisher davon abgeschreckt wurden, sich im digitalen Raum zu bewegen, um dort Bitcoin zu kaufen. Aus der Not heraus wird Simbabwe damit offenbar zu einem fortschrittlichen Land auf dem Weg zum dezentralen Blockchain-Staat.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen und arbeitet seitdem als freier Journalist. Bereits während seinem Studium hat er für verschiedene Magazine geschrieben und fasst nun in Berlin Fuß. Im Fokus seines journalistischen Schaffens stehen vor allem die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, sodass er sich seit einiger Zeit auch mit dem Themenkomplex Blockchain und Kryptowährungen befasst.